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02.09.2013

13:10 Uhr

Zinstief

Regierung sieht Lage der Lebensversicherer kritisch

Das Zinstief beutelt weiterhin die deutschen Versicherer, auch für die Zukunft sieht es trüb aus. Nun berät der Bundestags-Finanzausschuss – die Regierung will Lösungsvorschläge vorlegen.

Standmitteilung einer Lebenpolice: Die Versicherer ächzen unter dem Zinstief. dpa

Standmitteilung einer Lebenpolice: Die Versicherer ächzen unter dem Zinstief.

BerlinDie niedrigen Zinsen machen Versicherern in Deutschland nach Ansicht der Bundesregierung weiter zu schaffen. „Das im Wesentlichen unverändert anhaltende Niedrigzinsumfeld stellt nach wie vor eine Herausforderung für Anleger wie (Lebens-)Versicherungen, Bausparkassen und Pensionskassen dar“, heißt es in einer Reuters vorliegenden schriftlichen Unterrichtung des Bundesfinanzministeriums für eine Sitzung des Finanzausschusses am Montag. Die Risiken für die Branche wirkten sich mittel- bis langfristig aus. Die Lage der Lebensversicherer sei ähnlich wie im Frühjahr. Seither habe es keine extremen Ausschläge auf den Finanzmärkten gegeben, die zu zusätzlichen Belastungen der Firmen geführt hätten.

Das Ministerium erwartet, dass sich die Lage der Branche zunächst weiter eintrübt. „Aufgrund der weiterhin niedrigen Zinsen und der unveränderten Rechtslage ist auch für 2013 mit einer vergleichbar hohen Ausschüttung von Bewertungsreserven wie 2012 zu rechnen“, heißt es in dem Papier. Diese stillen Reserven sind vor allem durch Kursgewinne bei Staatsanleihen entstanden, die zu vorübergehenden Buchgewinnen der Versicherer führen. Diese müssen sie nach geltendem Recht zum Teil an die Kunden ausschütten, obwohl sich die Kursgewinne bis zum Ende der Laufzeit der Papiere wieder auf null reduzieren. „Dies führt zu einer Verschlechterung der künftigen Risikotragfähigkeit der Versicherer“, so die Regierung.

Vorige Woche hatte ein Medienbericht für Wirbel gesorgt, wonach mehr als zehn vor allem kleinere Lebensversicherer die Finanzaufsicht BaFin gebeten haben sollen, bei der Gewinnbeteiligung auf die Bremse treten zu dürfen. Der Branchenverband der Versicherer (GDV) hatte dies nach anfänglichem Zögern letztlich dementiert und betont, kein am deutschen Markt tätiger Lebensversicherer nehme diese Möglichkeit in Anspruch.

Zinstief: Lebensversicherer bitten Bafin um Gnade

Zinstief

Lebensversicherer bitten Bafin um Gnade

Das Zinstief beutelt die Lebensversicherer. Einige Gesellschaften sollen bei der Aufsicht um eine Lockerung der Vorschriften bitten. Für die Kunden soll erst einmal weniger zurückgelegt werden.  

Laut Finanzministerium liegt der BaFin für das Geschäftsjahr 2013 ein Antrag auf Reduzierung der sogenannten Mindestzuführung vor. „Dieser Antrag betrifft einen Einzelfall“, heißt es in dem Ministeriumspapier vom 29. August. Bei der Firma lägen besondere Umstände vor, zudem gebe es „keinerlei Zusammenhang mit den aktuellen Kapitalmarktverhältnissen oder der finanziellen Stabilität dieses Unternehmens“.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Kunde

02.09.2013, 23:28 Uhr

Nicht die BaFin, sondern der Vertragspartner, nämlich der Versicherungsnehmer, müßten angesprochen werden, ob sie mit einer derartigen Veränderung, der Absenkung der Garantieverzinsung, einverstanden sind, und unter welchen Bedingungen!

Montpellier

03.09.2013, 16:18 Uhr

Liebe Freunde der schreibenden Zunft:
Bitte künftig etwas präziser Schreiben. Es geht doch aktuell gar nicht um Garantien, sondern um die Mittel, die aus den Überschüssen (JA, die gibt es noch!) auf entweder Kunden oder Aktionäre (bzw. Rücklagen zur Stärkung des Eigenkapitals bei Versicherungsvereinen auf Gegenseitigkeit) verteilt werden.
Da gibt es ziemlich rigide Regeln (Mindestzuführungsverordnung), wie die 3 Quellen Kapitalertrag-, Risiko- und Kosten-Überschüsse zu verteilen sind. Die komische Geschichte daran: Wenn ein Topf ein negatives Ergebnis bringt, darf es nicht mit den anderen geglättet werden, sondern müsste einseitig vom Unternehmen getragen werden.
Dagegen richten sich wohl aktuell die Anträge / Absichten der betroffen Versicherer. Das betrifft aber noch nicht einmal die aktuellen Überschüsse, weil diese nicht aus dem 2013 „erlegten Bären“ verteilt werden, sondern aus einem Vorratstopf der Vergangenheit (RfB). Außerdem müsste die „Wenigerverteilung“ auf die Kunden in den Folgejahren ausgeglichen werden nach derzeitiger Rechtslage.
M.E. ist hier aber gesetzlicher Anpassungsbedarf, weil es nicht sein kann, dass negativ verlaufende Töpfe nur von den Gesellschaften zu tragen sind und die Kunden nur die positiven mitnehmen. Das hat man ja zu Recht in der Finanzmarktkrise angeprangert: Wer den Ertrag möchte, muss auch das Risiko tragen….

Account gelöscht!

05.09.2013, 13:55 Uhr

Nicht die Lage der Versicherer ist kritisch einzustufen, sondern die Dummheit der Deutschen, die denen immer noch reihenweise ihr Geld anvertraut - nix gelernt. Stupid money from Germans.

Merke: Versicherungen sind immer nur für die Versicherer ein gutes Geschäft. Die Kunden zahlen IMMER die Marmortürme, Dienstwagen und Luxusreisen.

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