Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.02.2012

09:12 Uhr

Zinsvergleich

Bankkonten schlagen Versicherungsdepots

VonThomas Schmitt

Kunden parken jedes Jahr Milliardenbeträge bei ihren Lebensversicherern. Ein Vergleich jedoch zeigt: Sowohl über drei, zwölf Monate und 36 Monate bringen viele Sparprodukte der Banken deutlich mehr Zinsen.

Wer lockt mit den besten Zinsen für kurzfristige Geldanlagen? Die Versicherer wollen mithalten, doch Toprenditen bieten sie selten. plainPicture

Wer lockt mit den besten Zinsen für kurzfristige Geldanlagen? Die Versicherer wollen mithalten, doch Toprenditen bieten sie selten.

DüsseldorfIm Wettbewerb um kurzfristige Geldanlagen sind viele Versicherer höchstens Durchschnitt. Die Topkonditionen der Banken sind meist ein gutes Stück besser. Dieses Ergebnis ergab ein Zinsvergleich des Handelsblatts. Betrachtet wurden Laufzeiten von drei Monaten, einem Jahr und drei Jahren. Denn gerade in diesen Segmenten versuchen die Versicherer, den Banken Geld abzuwerben. 

Im vergangenen Jahr floss das große Geld nicht so üppig in die Kassen der Versicherer wie 2010. Dies zeigen erste Zahlen, die das Versicherungsjournal gerade veröffentlicht hat. Danach ist der Boom im Geschäft mit großen Summen, den Einmalbeiträgen, vorerst beendet. Die Lebensversicherer sammelten hier nur noch 22 Milliarden Euro ein, rund fünf Milliarden Euro weniger als 2010. Dennoch sind die Zahlen weiter vorzeigbar. Denn das absolute Niveau ist immer noch höher als 2009 und in allen Vorjahren. 

Die besten Zinsen von Banken und Versicherungen

Für drei Monate: 1. Tages- und Festgeld

Die besten Angebote der Banken bringen auf Sicht von drei Monaten Zinsen von 2,75 bis 2,85 Prozent. Dazu zählen NIBC Direct, DenizBank und akf bank
Quelle: FMH Finanzberatung

2. Sparbuch

Die besten Sparbücher bieten BMW Bank, Postbank und Santander Bank. Sie locken mit Zinsen von 2,25 bis 2,7 Prozent.

3. Versichererdepots

Die kurzfristigen Geldmarktangebote der Versicherer bringen bei einer Zinsfestschreibung von drei Monaten auf ein Jahr betrachtet eine Beitragsrendite zwischen einem Prozent und 2,25 Prozent. An der Spitze liegen derzeit LV 1871 und Cosmos Direkt.

Für ein Jahr: 1. Festgeld

Die auf zwölf Monate ausgelegten Festgeldkonten von GarantiBank, Vakifbank und DenizBank bieten Zinsen zwischen 3,15 und 3,3 Prozent.

2. Sparbücher

Die besten Sparbücher bieten auf Jahressicht BMW Bank, Postbank und Santander Bank. Sie locken mit Zinsen von 2,25 bis 2,7 Prozent.

3. Versichererdepots

Zwei Angebote der Versicherer bieten eine Zinsfestschreibung von einem Jahr. Aachen München locken mit einer Beitragsrendite von 1,6 Prozent, Hannoversche Leben mit zwei Prozent.

4. Einmalbeitrag beim Lebensversicherer

Auf Sicht von einem Jahr liegen die meisten Lebensversicherer mit einer Einmalanlage im Minus. Assekurata findet unter 39 Unternehmen nur fünf Versicherer mit positiven Beitragsrenditen, zwei davon über zwei Prozent: Europa Leben und WGV Leben. Letztere ist mit 2,75 Prozent der Spitzenreiter.

Für drei Jahre: 1. Festgeld

Die BIGBANK AS, VTB Direktbank und Vakifbank bieten auf Sicht von drei Jahren die besten Offerten mit Zinsen von 3,86 Prozent bis 4,15 Prozent.
Quelle: FMH Finanzberatung

2. Einmalbeitrag beim Versicherer

Die meisten Lebensversicherer weisen nach Erkenntnissen von Assekurata nach drei Jahren positive Beitragsrenditen auf. Die Spannbreite reicht von minus 0,56 Prozent bis zu 3,66 Prozent. Spitzenreiter ist WGV Leben. Mit weniger als drei Prozent folgt Europa Leben deutlich dahinter.

Dieses hohe Niveau ist überraschend, weil viele Banken bessere Konditionen für die kurzfristige Geldanlage bieten. Dies stellt auch die Ratingagentur Assekurata fest. Wettbewerbsfähig seien die Lebensversicherer nur verglichen mit dem Marktniveau am Geldmarkt, also dem Durchschnitt der Angebote. Aus der Sicht der Analysten ist das sogar gut, weil die Versicherer sich offenbar nicht zu „Übertreibungen“ verleiten ließen. 

Aus Kundensicht ist es jedoch schlecht, weil sie bei den Versicherern nur mit durchschnittlichen Renditen rechnen dürfen. Wer mehr möchte, muss sich auf die Suche begeben und Internetportale wie die Seiten der FMH Finanzberatung aus Frankfurt nutzen. Dort findet er Angebote mit höheren Renditen. 

Die Spargeschäfte der Lebensversicherer boomen

Trend

Einmalbeiträge nennen die Lebensversicherer Spargeschäfte mit großen Summen. Diese Einzahlungen gingen im vergangenen Jahr zwar um fast fünf Milliarden Euro zurück. Mit 22 Milliarden Euro liegt das Einnahmeniveau aber immer noch über dem Jahr 2009 und ist mehr als doppelt so hoch wie 2005.

Quelle: Versicherungsjournal, GDV

2011

Einmalbeitrag: 21,95 Milliarden Euro

Bruttobeiträge: 82,99 Milliarden Euro

2010

Einmalbeitrag: 26,4 Milliarden Euro

Bruttobeiträge: 87,2 Milliarden Euro

2009

Einmalbeitrag: 19,7 Milliarden Euro

Bruttobeiträge: 81,4 Milliarden Euro

2008

Einmalbeitrag: 12,4 Milliarden Euro

Bruttobeiträge: 76,3 Milliarden Euro

2007

Einmalbeitrag: 11,9 Milliarden Euro

Bruttobeiträge: 75,4 Milliarden Euro

2006

Einmalbeitrag: 11,6 Milliarden Euro

Bruttobeiträge: 74,9 Milliarden Euro

2005

Einmalbeitrag: 9,1 Milliarden Euro

Bruttobeiträge: 72,6 Milliarden Euro

Ein ähnliches Bild ergibt sich, wenn man die Sparprodukte mit Anlagecharakter aus der Versicherungsbranche betrachtet. Diese sogenannten Kapitalisierungsgeschäfte sind umstritten, weil Kritiker fürchten, die Versicherer könnten durch gute Konditionen für neue Kunde die treuen Altkunden benachteiligen. Deshalb legte die Finanzaufsicht Bafin der Branche hier einige Schranken auf. 

Die Folge davon: Wenn ein Anleger sein Geld nach einem Jahr aus einem Versicherungsvertrag herauszieht, muss er mit Verlusten rechnen. Assekurata stellte jedenfalls fest, dass die Beitragsrenditen bei 26 von 39 betrachteten Versicherern negativ waren. In der Spitze ging das bis zu minus acht Prozent. 

Kommentare (10)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Bmehrens

02.02.2012, 10:15 Uhr

LV soll überlicherweise bei vorzeitigem Tod die Familie absichern. Wenn ich im Jahr Euro 5tsd spare und nach 3 J.
z.B. einen Unfalltod erleide, hat die Familie 15.000 + Zinsen. Wenn ich eine LV abgeschlossen hatte, sind etwa 300.000,00 fällig. Sparen und LV - "Rendite" kaum vergleichbar.

LB2012

02.02.2012, 11:39 Uhr

stimmt genau

Account gelöscht!

02.02.2012, 12:14 Uhr

...tja, wenn Trauer Freude bringt... ...nur weiter so... ;-)

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×