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29.12.2014

16:58 Uhr

Zusatzbeitrag

Kassenbeiträge bleiben 2015 vorerst stabil

Wird die Krankenkasse mit dem Zusatzbeitrag jetzt teurer? Vorerst wohl nicht, nach einer Senkung von 0,9 Prozent bleibt die Gebühr bei einem durchschnittlichen Zusatzbleibt stabil. Teuer wird es dann ab 2016.

Krankenkassen dürfen ab 2016 Zusatzbeiträge erheben. Vorerst bleibt der Beitrag insgesamt wohl stabil, die Erhöhung wird aber kommen. dpa

Krankenkassen dürfen ab 2016 Zusatzbeiträge erheben. Vorerst bleibt der Beitrag insgesamt wohl stabil, die Erhöhung wird aber kommen.

BonnDer durchschnittliche Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) wird nach Einschätzung des Bundesversicherungsamtes 2015 auf dem derzeitigen Niveau bleiben. Die bundesweit tätigen Kassen werden einen Zusatzbeitrag von durchschnittlich etwas mehr als 0,8 Prozent erheben, wie die Behörde am Montag in Bonn mitteilte.

Das ist etwas weniger als die 0,9 Prozent, um die der Bundestag den bisherigen Beitrag von 15,5 Prozent mit Beschluss vom Juni gesenkt hatte - ab 2015 liegt er bei 14,6 Prozent.

Kommt eine gesetzliche Kasse mit den daraus resultierenden Einnahmen nicht aus, kann sie von ihren Mitgliedern ab 2015 einen Zusatzbeitrag erheben. Durch die Einführung dieser kassenindividuellen Zusatzbeiträge erhalten die betroffenen Mitglieder ein Sonderkündigungsrecht.

Der Präsident des Bundesversicherungsamtes, Maximilian Gaßner, bekräftigte allerdings seine Warnung vor einem voreiligen Kassenwechsel. „Wer mit seiner Krankenkasse zufrieden ist, sollte nicht wegen geringfügiger Beitragssatzunterschiede wechseln.“ Vielmehr solle „auf guten Service und Zusatzleistungen geachtet werden“.

Der Behördenpräsident widersprach zugleich der Einschätzung, dass es bereits im kommenden Jahr zu steigenden Zusatzbeiträgen kommen werde. Zwar könne im Einzelfall nicht ausgeschlossen werden, dass der Zusatzbeitragssatz wegen überplanmäßiger Ausgaben korrigiert werden müsse.

Ein bundesweiter Anstieg sei aber wenig wahrscheinlich. Als Voraussetzung nannte Gaßner allerdings, dass der Gesetzgeber den Krankenkassen nicht kurzfristig neue Belastungen auferlege und das Wirtschaftlichkeitsgebot konsequent eingehalten werde.

„Für das Jahr 2016 sind Beitragssatzerhöhungen jedoch unvermeidlich“, fügte Gaßner hinzu. Dies liege schon allein daran, „dass die Haushalte vieler Krankenkassen im Jahr 2015 von Reserveüberschüssen getragen werden, die im Jahr 2016 nicht mehr vorhanden sind“.

Diese Krankenkassen haben Mitglieder hinzugewonnen

Platz 10

Debeka BKK - Mitgliederzugewinn (Januar bis Juli): 7244 (15,25 Prozent der Mitglieder)

Platz 9

AOK Plus - Mitgliederzugewinn (Januar bis Juli): 7634 (0,34 Prozent der Mitglieder)

Platz 8

AOK Rheinland/Hamburg - Mitgliederzugewinn (Januar bis Juli): 7956 (0,40 Prozent der Mitglieder)

Platz 7

AOK Niedersachsen - Mitgliederzugewinn (Januar bis Juli): 8899 (0,51 Prozent der Mitglieder)

Platz 6

AOK Hessen - Mitgliederzugewinn (Januar bis Juli): 9094 (0,83 Prozent der Mitglieder)

Platz 5

IKK Classic - Mitgliederzugewinn (Januar bis Juli): 9265 (0,36 Prozent der Mitglieder)

Platz 4

BKK Mobil Oil - Mitgliederzugewinn (Januar bis Juli): 15.699 (2,28 Prozent der Mitglieder)

Platz 3

AOK Baden-Württemberg - Mitgliederzugewinn (Januar bis Juli): 29.322 (1,01 Prozent der Mitglieder)

Platz 2

AOK Bayern - Mitgliederzugewinn (Januar bis Juli): 31.988 (0,98 Prozent der Mitglieder)

Platz 1

Techniker Krankenkasse - Mitgliederzugewinn (Januar bis Juli): 192.403 (3,04 Prozent der Mitglieder)

Nach Angaben des für die bundesweiten Kassen zuständigen Bundesversicherungsamtes legten 31 Krankenkassen mit insgesamt 18,1 Millionen Mitgliedern den Zusatzbeitragssatz auf 0,9 Prozent fest. Bei weiteren 35 Krankenkassen mit insgesamt 14,8 Millionen Mitgliedern beträgt der Zusatzbeitragssatz zwischen 0,4 und 0,8 Prozent, fünf Kassen erheben einen Zusatzbeitragssatz von bis zu 1,2 Prozent. Im Durchschnitt liegt der Zusatzbeitrag damit bei etwas mehr als 0,8 Prozent.

Dasselbe Bild ergebe sich bei Einbeziehung der Zusatzbeiträge der großen Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) und anderer unter Landesaufsicht stehender Kassen, unterstrich die Behörde.

Von

afp

Kommentare (1)

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Herr Peter Noack

30.12.2014, 08:05 Uhr

Dann gehört ja meine Krankenkasse nicht zu den Kassen, die den Zusatzeitrag nur um 0,3 Prozent angehoben haben, statt 0,4 Prozent.
Auch die TK, als größte Gesetzliche Krankenkasse, ist nicht dabei, weil die den Zusatzbeitrag nur um 0,1 Prozent einpreist. Kriegt man überhaupt keine sachlich begründeten Infos mehr? Gestern schreibt man, dass der Beitrag schon 2016 über 16 Prozent liegen werde. Heute wird das das Gegenteil behauptet. Gibt es keine Recherche mehr? Werden nur noch die Krankenkassen und Verbände zitiert? Keine Analyse der Wanderungsbewegung zwischen den Krankenkassen? Darf man das von einer Wirtschaftszeitung nicht mehr erwarten?

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