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31.01.2014

10:02 Uhr

Währungskrise in der Türkei

Erdogan will Zentralbank entmachten

Die drastische Zinserhöhung der Zentralbank sorgt bei türkischen Regierungspolitikern für Unmut. Sie fürchten um Wahlchancen. Laut Medienberichten will die Regierung Erdogan die Regeln für die Zentralbank ändern.

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hatte nach der Zentralbankentscheidung von möglichen Maßnahmen seiner Regierung zur Stärkung des Wachstums gesprochen. AFP

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hatte nach der Zentralbankentscheidung von möglichen Maßnahmen seiner Regierung zur Stärkung des Wachstums gesprochen.

IstanbulNach der kräftigen Zinsanhebung durch die türkische Zentralbank in dieser Woche will die Regierung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan Presseberichten zufolge die Regeln für die Währungshüter ändern. Per Gesetz solle die Zentralbank verpflichtet werden, künftig vor allem auf die Sicherung des Wirtschaftswachstums zu achten, statt wie bisher dem Kampf gegen die Inflation Priorität einzuräumen, berichteten die regierungsnahe Zeitung „Sabah“ und das unabhängige Blatt „Taraf“ am Freitag übereinstimmend. Erdogan hatte sich öffentlich gegen die Zinsanhebung gewandt.

Die Zentralbank hatte den Leitzins von 7,75 auf 12 Prozent erhöht, um den seit Wochen anhaltenden Kursverfall der Lira zu stoppen. In der regierungsnahen Presse wurde die Entscheidung scharf kritisiert, weil sie das Wirtschaftswachstum bremsen könnte. Die währungspolitischen Turbulenzen in der Türkei dürften auch bei einem Gespräch Erdogans mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am kommenden Dienstag in Berlin zur Sprache kommen.

Euro gegen den Rest der Welt - Währungsbilanz 2013

Chinesischer Yuan

Euro/Yuan +0,8 Prozent

Britisches Pfund

Euro/Pfund +2 Prozent

Schweizer Franken

Euro/Franken +2,5 Prozent

US-Dollar

Euro/US-Dollar +3,7 Prozent

Russischer Rubel

Euro/Rubel +13,2 Prozent

Kanadischer Dollar

Euro/Kan. Dollar +13,3 Prozent

Norwegische Krone

Euro/Nor. Krone +14,7 Prozent

Australischer Dollar

Euro/Aus-Dollar +22,2 Prozent

Japanischer Yen

Euro/Yen +24,1 Prozent

Türkische Lira

Euro/Türk. Lira +26,6 Prozent

Südafrikanischer Rand

Euro/Rand +28,8 Prozent

Erdogan hatte nach der Zentralbankentscheidung von möglichen Maßnahmen seiner Regierung zur Stärkung des Wachstums gesprochen. Den Berichten zufolge plant Erdogans Regierung unter anderem eine Abwrackprämie für Autobesitzer und Steuervorteile für ausländische Investoren. Die laut Presse ebenfalls intern diskutierte Einführung von Kapitalkontrollen, um den Abfluss von ausländischem Kapital zu erschweren, wird es nach Angaben von Finanzminister Mehmet Simsek aber nicht geben.

Die Panik in der Türkei ist groß – und das zu Recht

Video: Die Panik in der Türkei ist groß – und das zu Recht

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afp

Kommentare (16)

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31.01.2014, 11:54 Uhr

jetz macht der den Brünning...^^

wirtschaft

31.01.2014, 12:17 Uhr

Dann geht es mit der Türkei endgültig bergab. Es geht immer schief wenn Politiker Einfluss auf die Geldpolitik nehmen. Das kann ja heiter werden, leider nicht für die Menschen dort.

eksom

31.01.2014, 12:41 Uhr

Militär hat er schon vor Jahren entmachtet.
Die Medien hat er schon lange gleichgeschaltet.
Die Justiz wurde gerade umgekrempelt entmachtet.
Die Polizei wird gefügig gemacht.
Jetzt kommt die Zentralbank.
Das Ganze kommt mir irgendwie aus der deutschen Geschichte schon um 1933 bis 1936 bekannt vor?! Wer war das wohl noch einmal? HITLER, oder?!

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