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06.11.2015

12:07 Uhr

Wall Street und die Bullen

„Die Zutaten für den Crash sind vorbereitet“

VonJessica Schwarzer

Amerikanische Aktien sind so teuer wie zuletzt vor den Börsencrashs in den Jahren 2007 und 2000. Ein gefährliches Signal, zumal der Bullenmarkt schon lange läuft und eine Korrektur bisher ausblieb. Experten warnen.

An der US-Börse dominieren die Bullen: Doch das dürfte sich ändern. Mittelfristig droht der Absturz. IMAGO

Wie lange hält Aktienrally?

An der US-Börse dominieren die Bullen: Doch das dürfte sich ändern. Mittelfristig droht der Absturz.

DüsseldorfDer Aufschwung an den Börsen läuft bereits seit mehr als sechs Jahren. Auch wenn es immer wieder Rücksetzer gab und gibt, die Rally diesseits und jenseits des großen Teichs scheint nicht zu stoppen zu sein. „Es ist ungewöhnlich, dass es am amerikanischen Aktienmarkt noch nicht zu einer kräftigen Korrektur kam“, schreibt Christian Kahler, Chefanlagestratege der DZ Bank in einer aktuellen Studie. Der marktbreite Index S&P 500 hat in den vergangenen fünf Jahren mehr als 70 Prozent zugelegt und notiert nahe seines Allzeithochs. „Der Aufschwung dauert dieses Mal deutlich länger, da auch der Konjunkturzyklus länger anhält“, sagt Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege für Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank.

Doch nicht nur die Dauer des Bullenmarktes überrascht, auch die zwischenzeitlichen Rücksetzer am US-Aktienmarkt fielen sehr moderat aus. Von Hoch zu Tief gemessen fiel der S&P 500 beispielsweise in diesem Jahr gerade einmal zwölf Prozent – allen Krisen der Welt und Sorgen um das chinesische Wirtschaftswachstum zum Trotz.

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Den Dax hat es da sehr viel kräftiger durchgeschüttelt. Für Lars Edler ist das wenig überraschend. „Der Dax ist mit nur 30 Werten nicht besonders breit gestreut. Er ist industrielastig und sehr exportorientiert, weshalb er sehr sensibel auf negative Konjunkturdaten auch aus dem Ausland reagiert“, sagt der Anlagestratege von Sal. Oppenheim. „Der S&P 500 ist deutlich robuster konstruiert und weniger anfällig.“ Bei fast 500 Titeln habe die einzelne Aktie weniger Gewicht. Außerdem bestehe in den USA ein starker Binnenmarkt, die Unternehmen seien weniger mit der Weltwirtschaft verwoben.

Doch wie lange geht die Börsenparty noch weiter? Schließlich hat es in den vergangenen Jahren einige gute Gründe – Kahler spricht von „Belastungsfaktoren“ – gegeben, die die Kurse hätten kräftig ins Rutschen bringen können. Doch weder politische Krisen oder Konjunktursorgen noch die anstehende Zinswende in den USA lösten den oft befürchteten Crash an der Frankfurter Börse oder an der New Yorker Wall Street aus. Nun droht laut dem Anlagenexperten der DZ Bank aber Ungemach, denn bei den amerikanischen Industrieunternehmen kommt es zur Gewinnrezession. „In den vergangenen 45 Jahren waren derartige Gewinnrückgänge ein verlässlicher Frühindikator für eine gesamtwirtschaftliche Rezession“, so Kahler.

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Solche Schwächephasen haben die Notenbanken in den Industrieländern in den vergangenen Jahren mit ihrer Niedrigzinspolitik zu verhindern gewusst. „Wir sehen derzeit keinerlei Anzeichen, warum die Wachstumsraten in den USA sich negativ entwickeln sollten“, sagt Tilmann Galler von JP Morgan Asset Management. Vor allem der Konsum der privaten Haushalte bleibe sehr stabil und belebe die Konjunktur.

Kommentare (30)

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Herr Tom Schmidt

06.11.2015, 12:20 Uhr

Alles hängt an der Fed?

So ein Unsinn! Wenn die Fed die Zinsen erhöht ist das ein Auslöser für einen Crash, wenn nicht dann gibt es eine noch gesteigerte Blasenbildung. Eine Blase ist eine Blase weil sie platzt, das ist wieerum ein Crash.

Ergo lieber Experte, die Fed kann vielleicht den Zeitpunkt des Crashs bestimmen. Oder was soll an der Fed hängen? Hm, vielleicht die Umverteilung der Risiken weg von den Banken?

Herr walter rehm

06.11.2015, 12:21 Uhr

Ich würde sagen, erst einmal werden wir die 11000 überpringen, denn der Dax stand diese Woche schon dort zumindest nach Börsenschluss. Und die Spekulaten werden ihr Geld noch ein wenig vermehren wollen, bevor sie am Jahresende Kasse machen. Solange es die EZB und ihre Versprechen gibt, passiert wohl eher nichts.u
Jedes Monat wird neues Geld in die Märkte gepumpt. Die Flüchtlingskrise zahlt
der Staat. Wenn vom Crash geschrieben wird, kommt stets das Gegenteil

Herr Tom Bauer

06.11.2015, 12:25 Uhr

Ja, an der Börse ist es gefährlich und wer glaubt, dass es Wellness Korrekturen geben kann der geht fehl!
Wenn wir dei letzte 20 Jahre beim S+P 500 anschauenund die langfristigen Wavchstumsdaten fortschreiben; also von 1995 bis heute und 6 %/aannehmen sind wir exakt im Korridor.

Wa mich am Artikel stört (wie imer bei crah Diskussionen) ist der Sachverhalt, dass so getan wird, als sein die Startbasis der Betrachtung genau die wahre Basis und richtig gewesen. Im Fall des Artikels vor fünf Jahren und jetzt sind es schon 70 %.... Fazit ungesund.

Warum nehmen Sie nicht S+P 500 imJahr 2000. Stand 1500, heute knapp über 2000. In 15 Jahren also pro Jahr nur 2% Rendite. Somit Luft nach oben ohne Ende.....

Mein Fazit: Mit Aktienverkauf ist noch keiner reich geworden, mit Aktien kaufen und halten schon.

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