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02.03.2014

16:52 Uhr

Warnung aus England

Notenbankchef fürchtet Chinas Schattenbanken

ExklusivDer Gouverneur der Bank of England hält Chinas Schattenbanken für eine Gefahr für die Weltwirtschaft: Die wenig regulierten Geldhäuser sollen eng mit regulären Instituten verknüpft sein. Das berge hohe Risiken.

Mark Carney, Gouverneur der Bank of England: „Es muss ein harter, glaubwürdiger Test sein.“ Reuters

Mark Carney, Gouverneur der Bank of England: „Es muss ein harter, glaubwürdiger Test sein.“

DüsseldorfMark Carney sieht im wenig regulierten Schattenreich des chinesischen Finanzsektors Risiken auch für die Weltwirtschaft. „Was in China geschieht, hat direkten Einfluss auf die globale Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen. Tatsächlich ist der Schattensektor in China stark gewachsen. Im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt um 50 Prozentpunkte in den vergangenen fünf Jahren“, sagte der Gouverneur der Bank of England im Gespräch mit dem Handelsblatt. Es gebe implizite Garantien zwischen dortigen Banken und Schattenbanken. Diese Strukturen würden klar erkennbare Risiken bergen.

Handlungsbedarf gibt es nach Meinung von Carney aber auch bei den westlichen Notenbanken. Die von der geldpolitischen Wende in den USA ausgelöste Kapitalflucht in einigen Schwellenländern habe den Druck zur Zusammenarbeit zwischen den Zentralbanken verstärkt. Zwar seien die Strategien der Fed, der Bank of England und der EZB klar erkennbar. „Ich denke jedoch, dass alle Notenbanker darauf achten sollten, welche Folgen ihre Entscheidungen für die Weltwirtschaft haben“, sagte der Gouverneur.

Harte Konsequenzen forderte Carney von den anlaufenden Stresstests für europäische Banken. „Es muss ein harter, glaubwürdiger Test sein. Das gelingt nur, wenn dann auch die Konsequenzen gezogen werden. Ich will die Ergebnisse nicht vorwegnehmen. Aber man kann erwarten, dass in den Krisenländern der Stress in einigen Finanzinstituten sichtbar wird. Ob das zum Scheitern führt, müssen wir abwarten.“

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