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12.07.2012

13:50 Uhr

Weltweite Umfrage

Asiaten sind die mutigsten Investoren

VonElisabeth Atzler

Die Asiaten sparen fleißiger als der Rest der Welt. Fast die Hälfte hat ein eigenes Portfolio und beim Aktienanteil schlagen sie sogar die Nordamerikaner.

Die Börse in Tokio: Fast die Hälfte der asiatischen Sparer investiert ihr Geld am Finanzmarkt. dpa

Die Börse in Tokio: Fast die Hälfte der asiatischen Sparer investiert ihr Geld am Finanzmarkt.

FrankfurtDenken Investoren an Asien, dann denken sie meist an die Chancen in Schwellenländern wie China, Indien und Indonesien. Die aufstrebenden Staaten, die hohe Wachstumsraten aufweisen, schicken sich an, zu den Industriestaaten aufzuschließen. Geht es aber um die asiatischen Investoren, kann von Aufholen keine Rede sein, im Gegenteil: Kleinanleger aus Asien haben Investoren aus Europa und den USA überholt, wenn es um Geldfragen geht.

In der asiatisch-pazifischen Region ist der Anteil der Sparer und Anleger weitaus höher als in anderen Teilen der Welt, ergab eine Untersuchung des Marktforschungsunternehmens Nielsen, die dem Handelsblatt vorliegt. Konkret sparen zwei Drittel der asiatischen Verbraucher - doppelt so viele wie auf anderen Kontinenten. Fast die Hälfte investiert am Kapitalmarkt und hat sich ein Anlageportfolio zusammengestellt.

Zum Vergleich: Global agieren gerade einmal 33 Prozent der Befragten aktiv als Privatinvestoren am Markt, in Europa sind es sogar nur 16 Prozent. Die Differenz dürfte auch daran liegen, dass in Schwellenländern staatliche Rentensysteme häufig noch am Anfang stehen, und die Bürger mehr selbst vorsorgen müssen. Nielsen hat für die Studie weltweit 28 000 Verbraucher aus 56 Ländern via Internet befragt.

Hinzu kommt, dass Konsumenten aus Asien vergleichsweise mutig investieren. 73 Prozent stecken Geld in Aktien. Selbst unter Nordamerikanern, die oft einen Teil der Altersvorsorge über Anteilscheine bestreiten, besitzen nur 67 Prozent Aktien. Grund für das hohe Börsenengagement dürfte die ausgeprägte Risikotoleranz sein: 57 Prozent der asiatischen Anleger ertragen Wertschwankungen von mehr als zehn Prozent. Zudem sind die Investoren dort relativ jung, so dass sie bei aktuellen Verlusten am Aktienmarkt langfristig auf eine Kurserholung setzen können: Fast 80 Prozent der Kleinanleger sind jünger als 40 Jahre.

Auch Kreditkarten sind in Asien weit verbreitet

Auch Kreditkarten nutzen asiatische Verbraucher rege: Beinahe 60 Prozent greifen zur Kreditkarte, in Hongkong gar 76 Prozent.

Immerhin bei einer Einschätzung sind sich die Investoren weltweit einig: Sie vertrauen bei Anlageentscheidungen in erster Linie auf sich selbst. Etwa die Hälfte der Befragten in den verschiedenen Regionen gibt an, sich nur auf sich selbst zu verlassen.

Kommentare (2)

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hanji

12.07.2012, 19:33 Uhr

Mich wundert, wie locker-flockig hier der gesamte asiatisch-pazifische Raum als ein kulturell und ökonomisch homogener Block dargestellt wird. So als wäre alles östlich von Moskau irgendwie "Schwellenland". Das widerspricht völlig allen Daten und Fakten. So homogen Europa sein mag, aber in Asien befindet sich entwicklungsmäßig die Weltspitze (Japan, Korea, Singapur, Hongkong) genauso wie das Weltende (Bangladesh, Nepal, Laos, ...) und eine Reihe von Schwellenländern mit höchst unterschiedlichen Kulturen dazwischen. Das hier beschriebene risiko-orientierte Investieren mag für den chinesischen Bürger etwa zutreffen. Die Japaner und Koreaner dagegen setzen - ganz konservativ - auf niedrig verzinste Spareinlagen oder selbstgenutztes Wohneigentum. Umgekehrt haben die meisten Bangladeshis und Mongolen wahrscheinlich noch nie etwas von Terminbörsen und Limitaufträgen gehört.

oahu

13.07.2012, 07:01 Uhr

Gute Beiträge wie der Ihre geben diesen populistisch-journalistischen Statistikreporten des HB erst die notwendige Würze, den essentiellen Inhalt.

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