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26.02.2013

15:00 Uhr

Weniger Aktionäre

„Viele verkaufen aus Angst“

VonJörg Hackhausen

Deutsche Anleger haben im vergangenen Halbjahr reihenweise Aktien verkauft – obwohl es für den Dax aufwärts ging. War das schlau? Wir fragen nach bei Christine Bortenlänger, der Chefin des Deutschen Aktieninstituts.

Christine Bortenlänger, Chefin des Deutschen Aktieninstituts, führt das schlechte Image der Aktie auch auf falsche politische Weichenstellungen zurück. dpa

Christine Bortenlänger, Chefin des Deutschen Aktieninstituts, führt das schlechte Image der Aktie auch auf falsche politische Weichenstellungen zurück.

HB: Im vergangenen Halbjahr haben sich deutsche Privatanleger scharenweise aus Aktien verabschiedet, die Zahl der Aktionäre ist drastisch gesunken. Haben Sie eine Erklärung?

Bortenlänger: Wir hätten einen solchen Einbruch nicht erwartet. Allerdings steht für das Gesamtjahr immer noch ein Plus. Im ersten Halbjahr ist die Zahl der Aktionäre in Deutschland um 1,5 Millionen gestiegen, in der zweiten Jahreshälfte um 1,3 Millionen gefallen. Die Analyse ist nicht einfach.

Das erste Halbjahr war wohl eher ein Ausreißer, denn tendenziell sinkt die Zahl der Aktionäre seit Jahren. Warum sind erneut so viele Anleger ausgestiegen?

Ich vermute, dass dahinter Gewinnmitnahmen stecken. Nach dem Motto: Was man hat, hat man. Sicherlich spielte auch die wachsende Unsicherheit, wie es an dem Finanzmärkten weitergeht, eine Rolle. Viele verkaufen aus Angst – und legen das Geld aufs Konto. Auf Tagesgeldkonten liegt so viel Geld wie nie. Wir wollen niemanden zum Zocker machen, aber so viel Cash ist sicherlich nicht vernünftig.

Anteil der Aktionäre an der Bevölkerung

Österreich

5 %

Deutschland

6,5 %

Frankreich

9,1 %

Schweden

17,2 %

Schweiz

20,4 %

Großbritannien

23 %

Japan

27,7 %

Niederlande

30 %

USA

56 %

Quelle: Deutsches Aktieninstitut

In der zweiten Hälfte des Jahres haben die Aktienmärkte kräftig zugelegt. Während Großinvestoren ihre Aktienquoten erhöhten, haben die Privatanleger verkauft. Wer war schlauer?

Am schlauesten ist es, regelmäßig Aktien zu kaufen und mittel- bis langfristig zu investieren. So lassen sich auf die Dauer auch Rückschläge aussitzen. Es kann sein, dass sie mal etwas teurer kaufen, dann aber auch wieder günstiger – unter dem Strich werden Sie mit einem Plus rauskommen. Gar nicht schlau ist es, ständig ein- und auszusteigen. Wie heißt es so schön: Hin und her macht Taschen leer.

Anleger: Zahl der Aktionäre in Deutschland gesunken

Anleger

Zahl der Aktionäre in Deutschland gesunken

Rund 1,3 Millionen Anleger haben sich im zweiten Halbjahr 2012 verabschiedet

Eine andere Börsenweisheit besagt, dass es Privatanleger besonders gut darin sind, auf dem Höhepunkt zu kaufen und im Tief zu verkaufen. Was ist da dran?

Da ist schon etwas dran. Aber das ist auch kein Wunder. Es fehlt an Verständnis. Wirtschaft verläuft in Zyklen, nach einer schwachen Phase geht es auch wieder aufwärts. Wer das weiß, kann auch zwischenzeitliche Verluste an der Börse besser aushalten. Außerdem sollte man nicht nur eine Aktie im Depot haben, sondern streuen. Das sind alles Grundlagen der Geldanlage – aber schon daran fehlt es. Die Politik ist gefordert, die ökonomische Bildung stärker zu fördern.

Ist mangelnde Bildung wirklich das Problem? Oder steckt nicht Psychologie dahinter?

Die Psychologie steht uns oft im Wege. Wenn sie schnell Auto fahren, können Sie in einen Geschwindigkeitsrausch verfallen. Das steckt in unseren Genen. Nichtsdestotrotz können wir lernen, damit umzugehen, auch an der Börse.

Kommentare (10)

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HofmannM

26.02.2013, 15:20 Uhr

Wenn die Politik auf staatliche Subventionen setzt und damit die Rahmenbedingungen für die Marktwirtschaft unsicherer macht, da brauch sich dann auch keiner Wundern, wenn das Vertrauen in den politisch gesteuerten Wirtschaftsrahmen nicht mehr da ist. Das EEG ist so ein zentrales Steuerungsinstrument einer ideologischen und marktfremden Energiepolitik.
Wenn der Staat durch Gesetze (EEG) den Markt (uns Bürger) ersetzt, dann entsteht eben ein Vertrauenschwund!
Wenn die deutsche Politik das Marktwirtschaften (freier Handel unter freien Bürger) einem ideolgischen Umweltministerium unterordnet....ja dann, dann kann kein Vertrauen mehr im Markt vorhanden sein.

kraehendienst

26.02.2013, 15:34 Uhr

Wenn heute der Ätna in Sizilien spukt, schaltet sich DDR 2.0 ähhh...MerkSel ein, übernimmt das "Ruder für Europa". Wir leben MITTEN IM postliberalen ZENTRALISMUS; die gleiche politische Meister-Führungskrähe schrie vor 10 Jahren, dass das neoliberale Gesicht der Gesellschaft die Zukunft sei. Pfarrerstussi "kollabierte" dann bei Fukushima mit ihrem Physikstudium: "so hab ich das auch nicht eingeschätzt". WAS SOLL EIGENTLICH DIESER WAHHHN??? WARUM kann man in einer GLOBALISIERTEN WELT NICHT EINE - EINE! - Währung anstelle von 3-5 oder mehr, platzieren? Eine mit neuem Namen! (Jede/r Andere würde wohl sein Gesicht verlieren). Infantil! - Bei politischen Börsen ist es sinn-ent-leert, zu investieren. Aktien stürzten 1929 GENAUSO ab wie andere monetäre Werte und mussten über mehr als 20 Jahre hinweg eine sichtbare Erholung erreichen. Grundstücke wurden enteignet....Was soll diese Alterssicherungs-Gehirnwäsche!!?? BASF wird immer hoch gelobt als Aktie: das Unternehmen will Fracking und damit unser Trinkwasser vergiften!!

Account gelöscht!

26.02.2013, 15:52 Uhr

Ich blicke nicht durch, was eigentlich ihre Aussage sein soll. Geht das auch auf Deutsch?

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