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23.04.2016

09:32 Uhr

Wenn Analysten daneben liegen

Die meistgehasste Aktie macht den höchsten Gewinn

Unter den Blue-Chip-Aktien in London weist ausgerechnet das Papier die beste Entwicklung auf, bei der die meisten Analysten zum Verkauf raten. Nach dem Absturz im letzten Jahr hatte die Rally niemand auf dem Zettel.

Den größten Gewinner hatte in London niemand auf dem Schirm. AP

Man kann auch mal daneben liegen

Den größten Gewinner hatte in London niemand auf dem Schirm.

LondonDer Aktienkurs von Anglo American Plc hat sich in diesem Jahr mehr als verdoppelt und weist damit die beste Performance im britischen Leitindex FTSE 100 auf. Gleichzeitig empfiehlt mehr als die Hälfte der Analysten, den Diamanten- und Eisenerzproduzenten, dessen Kurs am 26. Januar auf ein Rekordtief eingebrochen war, zu verkaufen.

Von den 30 von Bloomberg erfassten Analysten raten lediglich zwei, die Anglo-Aktie zu kaufen. Von allen FTSE-Mitgliedern kommt der Bergbaukonzern auf das schlechteste Konsens-Investmentrating. Anglo ist nicht die einzige Aktie, bei der Analysteneinschätzung und Kursentwicklung gegenläufig sind. Europäische Minenwerte haben 25 Prozent zugelegt und weisen damit die beste Entwicklung unter den Branchen im Stoxx Europe 600 Index auf. Von den Analysten wird die Branche jedoch am schlechtesten bewertet.

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„Diese Rally hat fast jeden auf dem falschen Fuß erwischt“, sagt Jeremy Wrathall, Leiter Rohstoffwerte weltweit bei Investec Plc in London. Dennoch behält die Bank ihre Verkaufsempfehlung für die Aktie bei, die sie im Januar abgestuft hatte – ebenso wie bei Glencore Plc und Antofagasta Plc.

Fairerweise muss man dazusagen, dass die Spitzenaktien dieses Jahres im vergangenen Jahr noch die schlechteste Entwicklung vorwiesen. Anglo American verlor 2015 rund drei Viertel des Marktwertes – mehr als jede andere FTSE-100-Aktie. Lediglich die Hälfte dieser Verluste hat Anglo in diesem Jahr wieder aufgeholt.

Die wertvollsten Aktiengesellschaften der Welt

Platz 10

Wells Fargo

Börsenwert: 252 Milliarden Dollar

Alle Daten: Stand 2. Februar 2016

Platz 9

General Electric

Börsenwert: 286 Milliarden Dollar

Platz 8

Amazon

Börsenwert: 269 Milliarden Dollar

Platz 7

Johnson & Johnson

Börsenwert: 286 Milliarden Dollar

Platz 26

ThyssenKrupp

Gewichtung: 0,98 Prozent

Platz 5

Berkshire Hathaway

Börsenwert: 314 Milliarden Dollar

Platz 4

Facebook

Börsenwert: 326 Milliarden Dollar

Platz 3

Microsoft

Börsenwert: 428 Milliarden Dollar

Platz 2

Apple

Börsenwert: 530 Milliarden Dollar

Platz 1

Am 2. Februar 2016 löst der Suchmaschinenbetreiber Alphabet/Google den Smartphone-Hersteller Apple als wertvollste Firma der Welt ab.

Börsenwert: etwa 542 Milliarden Dollar.

Alle Daten: Stand 2. Februar 2016

Der Konkurrent Glencore, der die zweitschlechteste Entwicklung in London im vergangenen Jahr aufwies, steht auf Platz zwei der Gewinnerliste 2016.

Ein wichtiger Grund für die Kehrtwende bei den Kursen ist die Erholung der Rohstoffpreise. Der Bloomberg Commodity Spot Index hat seit Jahresbeginn 12 Prozent zugelegt, nachdem er 2015 noch 18 Prozent eingebrochen war. Auslöser waren nicht zuletzt Anzeichen für eine Erholung der Nachfrage aus China, dem größten Verbraucher von Rohstoffen.

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