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07.01.2010

08:18 Uhr

Wertentwicklung

Wenig Potenzial für Schweizer Aktien

VonTorsten Riecke

Nach einer zuletzt überzeugenden Kursentwicklung dürfte der Börse in der Alpenrepublik bald die Puste ausgehen. Denn die Schweizer Unternehmen sind stark international verflochten und hängen daher vor allem von der Weltkonjunktur ab. Experten empfehlen, auf defensive Werte zu setzen.

Wer in diesem Jahr Gewinne an der Schweizer Börse machen will, muss sein Depot wohl rechtzeitig umschichten. Reuters

Wer in diesem Jahr Gewinne an der Schweizer Börse machen will, muss sein Depot wohl rechtzeitig umschichten.

ZÜRICH. Viele deutsche Anleger interessieren sich mehr dafür, wie sich die Schweizer Börse entwickelt, als was in Tokio oder an der Wall Street passiert. In Zürich wird dieselbe Sprache gesprochen, und auch die Schweizer Unternehmen sind vielen Anlegern geläufiger als die Konzerne aus anderen Teilen der Welt.

Die Kursentwicklung an der Börse in Zürich war zuletzt überzeugend. Die Mehrheit der Analysten rechnet damit, dass die Aktienrally bis Mitte des Jahres anhalten wird. Wenn der Weltwirtschaft danach jedoch die Puste ausgehen sollte, dürften auch die Kurse im Leitindex SMI wieder purzeln.

Unterm Strich könnte das neue Jahr für den SMI dennoch ein Plus von fünf bis zehn Prozent bringen, glauben die Strategen der großen Finanzhäuser. Ob der einzelne Anleger seine Gewinne aus der ersten Jahreshälfte über die Runden retten kann, wird allerdings davon abhängen, ob er zum richtigen Zeitpunkt sein Depot umschichtet. Besonders vorsichtige Strategen raten ihren Kunden, deshalb frühzeitig auf defensivere Werte umzusteigen.

International verflochten

Als kleine, offene Volkswirtschaft ist die Schweiz den Schwankungen der Weltwirtschaft stark ausgesetzt. Die Unternehmen haben von der jüngsten Erholung kräftig profitiert und den SMI-Index mit einem Jahresplus von rund 20 Prozent den stärksten Kurszuwachs seit 2005 beschert. Motoren der Börsenrally waren vor allem global tätige Konzerne wie Credit Suisse, Swatch und Richemont.

Der Luxusgüterhersteller Richemont ist für die weltwirtschaftliche Abhängigkeit vieler Schweizer Firmen ein gutes Beispiel. Mehr als ein Drittel seines Umsatzes erwirtschaftet das Unternehmen bereits heute in Asien. Folglich macht sich der wirtschaftliche Aufschwung in Fernost auch in den Auftragsbüchern besonders deutlich bemerkbar. Auf Bestellungen aus Asien hofft auch der Industriekonzern ABB. Der Weltmarktführer für Hochspannungsnetze schielt insbesondere auf die massiven staatlichen Infrastrukturprogramme in Ländern wie China. Nach einem Kursgewinn von "nur" etwa 30 Prozent im vergangenen Jahr sehen Analysten des Finanzhauses Clariden Leu für den Industriegiganten noch Potenzial nach oben.

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