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18.02.2013

13:27 Uhr

Wirtschaftsaufschwung

Bundesbank rechnet mit baldiger Konjunkturerholung

Positive Aussichten nach einem schwachen Winter: Die deutsche Wirtschaft wird sich rasch erholen, vor allem der Industrieproduktion wird es besser gehen, prognostiziert die Bundesbank.

Gute Aussichten für die deutsche Konjunktur: Sie wird sich wohl bald erholen. dpa

Gute Aussichten für die deutsche Konjunktur: Sie wird sich wohl bald erholen.

Frankfurt/MainDie Bundesbank sieht die deutsche Wirtschaft im laufenden Quartal wieder in die Wachstumszone vorstoßen. “Die Konjunkturerwartungen in der deutschen Wirtschaft haben sich in den vergangenen drei Monaten recht zügig und in einem bemerkenswerten Ausmaß erholt”, erklärte die Bundesbank in ihrem am Montag veröffentlichten Monatsbericht für Februar. “Für das erste Quartal 2013 kann aus heutiger Sicht mit einem Plus bei der gesamtwirtschaftlichen Erzeugung gerechnet werden.”

Im vierten Quartal war die deutsche Wirtschaft stärker geschrumpft als Volkswirte erwartet hatten. Gegenüber dem dritten Quartal sank das Bruttoinlandsprodukt mit rückgängigen Exporten und verschobenen Unternehmensinvestitionen um 0,6 Prozent. Inzwischen mehren sich jedoch die Anzeichen, dass die Konjunktur sich von der Flaute erholt. Geschäftsklima und Investorenvertrauen haben sich im Januar verbessert, die Arbeitslosigkeit ist überraschend zurückgegangen.

“Für den weiteren Verlauf des Jahres zeichnet sich eine allmähliche konjunkturelle Belebung ab, ohne dass jedoch aus dem außenwirtschaftlichen Umfeld eine Initialzündung für einen sehr kräftigen Nachfrageschub erwartet werden sollte”, heißt es im Monatsbericht. Das Nachlassen der Schuldenkrise in Europa habe zwar zur verbesserten Stimmung in Deutschland beigetragen, schwere Rezessionen in einigen Euro-Mitgliedsländern bremsten jedoch das Wachstum.

Die neuen Wachstumsmärkte der deutschen Exporteure

Malaysia

Fast fünf Prozent Wachstum jährlich werden dem aufstrebenden Land bis 2025 vorausgesagt. Im gleichen Zeitraum könnte sich das Bruttoinlandsprodukt verdoppeln. Ein Grund dafür ist die wachsende Wettbewerbsfähigkeit. Im internationalen Standort-Vergleich des World Economic Forum belegt Malaysia Platz 25, knapp hinter Deutschlands wichtigstem Handelspartner Frankreich (21), aber noch vor China (29) und Italien (42). "Malaysia ist eine der offensten Volkswirtschaften der Welt", lobt das Prognos-Institut.

Indonesien

Das muslimisch geprägte Land lockt mit einem riesigen Binnenmarkt: Indonesien ist gemessen an der Bevölkerung die Nummer vier der Welt. 240 Millionen Einwohner leben hier. Bis 2060 wird Indonesien zur sechstgrößten Volkswirtschaft der Welt aufrücken und Deutschland überholen, sagt die Industriestaaten-Organisation OECD voraus. "Das rohstoff- und bevölkerungsreiche Land wird 2012 und 2013 um mehr als sechs Prozent wachsen", prognostiziert der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK). "Die Wirtschaft des Inselreichs profitiert von niedrigen Zinsen und einer niedrigen Inflation."

Kolumbien

Reiche Rohstoffvorkommen von Kohle über Öl und Gold bis zu Seltenen Erden, die Öffnung der Volkswirtschaft und nicht zuletzt eine deutlich verbesserte Sicherheitslage durch die Friedensgespräche mit den marxistischen FARC-Rebellen lassen auch hier ein jährliches Wirtschaftswachstum um die fünf Prozent erwarten. Für die Weltbank zählt Kolumbien zur Spitzengruppe in den lateinamerikanischen Staaten, wenn es um den Schutz geistigen Eigentums und Regulierung geht. "Das Land wird damit für ausländische Investoren interessanter", so der DIHK. Zusätzliche Impulse kommen von dem in Kraft getretenen Freihandelsabkommen mit der Europäischen Union. Der DIHK hält deshalb sowohl bei den Importen als auch bei den Exporten Steigerungsraten von mehr als 20 Prozent für möglich.

Peru

Noch mehr Wachstum wird Peru vorausgesagt: Sechs Prozent kann die Wirtschaftsleistung dort pro Jahr zulegen. Auch Peru hat ein Freihandelsabkommen mit der EU unterzeichnet und verfügt über viele Rohstoffe. Der DIHK hält deshalb ein Ausweitung des Handels um mehr als 20 Prozent für möglich. Besonders gefragt sein dürften Fahrzeuge. Dieser Markt lockt dem Prognos-Institut zufolge mit jährlichen Steigerungsraten von sieben Prozent.

Tunesien

Das World Economic Forum hält Tunesien, wo der arabische Frühling begann, für das wettbewerbsfähigste Land Afrikas. "Zu den größten Pluspunkten gehören die geografische Nähe zu Europa, eine belastbare Infrastruktur sowie die günstigen Lohnkosten", betont das Prognos-Institut. "Das Bildungssystem ist im regionalen Vergleich gut ausgebaut. Zudem haben zahlreiche Tunesier im Ausland studiert."

Vietnam

Schon jetzt zählt das asiatische Land mehr Einwohner als Deutschland, 2025 sollen es fast 100 Millionen sein. "Die konsumfreudige und zunehmend kaufkräftige Bevölkerung verspricht ein gewaltiges Absatzpotenzial: In kaum einem anderen Land Asiens wächst die Mittelschicht schneller als in Vietnam", so das Prognos-Institut. Mehr als sechs Prozent jährlich soll das Bruttoinlandsprodukt zulegen. Vietnam verfügt über unzählige billige Arbeitskräfte. Viele Unternehmen haben ihre Produktion deshalb schon aus dem teurer werdenden China in das Nachbarland verlagert.

Im Dezember hatte die Bundesbank ihre Wachstumsprognose für 2013 auf 0,4 Prozent gesenkt. In der Euroregion wird laut Prognose der Europäischen Zentralbank ein Rückgang des BIP um 0,3 Prozent erwartet.

“Für die Wintermonate 2013 deuten die umfragebasierten Indikatoren für den Euro-Raum insgesamt eine leichte Entspannung, aber noch keine durchgreifende konjunkturelle Aufwärtsbewegung an”, erklärte die Bundesbank in ihrem Monatsbericht weiter.

Die weltweit besten Industriestandorte

Platz 1

Die USA behaupten sich im IQ-Index auf dem ersten Rang. Dort waren die Vereinigten Staaten bereits 1995 zu finden.

Platz 2

Im Vergleich von 45 Industrienationen belegt Schweden den zweiten Rang. Seit 1995 hat sich Schweden damit um zwei Plätze verbessert.

Platz 3

Dänemark macht zwei Plätze gut und springt auf Rang 3. Skandinavien macht derzeit wirtschaftlich eine gute Figur.

Platz 4

Auch Deutschlands Nachbar Schweiz schafft es auf einen der vorderen Plätze – 1995 stand die Alpenrepublik noch auf Rang 7.

Platz 5

Deutschland macht den größten Sprung bei den Top-Industrienationen. 1995 sah das IW-Institut die Bundesrepublik noch auf Platz 14.

Platz 6

Knapp hinter Deutschland folgt Australien auf Platz 6 – sogar mit dem gleichen Indexwert aus den 58 einzelnen Kategorien.

Platz 7

Platz 7 geht an die Niederlande – damit verschlechtert sich unser Nachbar deutlich. Die Holländer lagen 1995 noch an zweiter Stelle des IW-Rankings.

Platz 8

Auch Kanada muss einen Rückschlag hinnehmen. Der nordische Nachbar der USA stürzt um satte fünf Plätze ab.

Vergangenes Jahr ist das BIP der 17 Länder umfassenden Eurozone dem Bericht zufolge um 0,5 Prozent geschrumpft, wobei die Bandbreite von einem Rückgang um 6,5 Prozent in Griechenland bis zu einem Wachstum von 3,5 Prozent in Estland reichte. Deutschland kam auf ein Wirtschaftswachstum von 0,7 Prozent.

Kommentare (5)

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HD4711

18.02.2013, 13:51 Uhr

Zwei Fehler in einem Wort der Überschrift! Respekt :)

KORRUPTUS

18.02.2013, 13:52 Uhr

" Das Nachlassen der Schuldenkrise in Europa habe zwar zur verbesserten Stimmung in Deutschland beigetragen"

Liest sich wie Weihnachten u. Ostern auf einmal. Danke für diesen äußerst gelungenen Regierungsartikel. Merke: Merkel u. Schäublino haben alles bestens im Griff, auch die für die Wirtschaft so wichtige Psychologie. Weiter so mit Volldampf Richtung Abgrund!

Account gelöscht!

18.02.2013, 14:20 Uhr

KONJUNKTURERHOLUNG
Nehmen Sie es als Freudsche Fehlleistung.
Die Falschschreibung leitet sich von den
Worten "Konkurs" und "Hohl" ab.
Hieraus leite ich den Wunsch nach Wahrhaftigkeit
des Autors ab.
Jedem ist klar, daß Deutschland in die Rezession
gleiten wird, so glatt, daß es wie mit Schmierseife
behandelt aussehen wird!

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