Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.01.2005

07:00 Uhr

Wohl erst im Mai dürfte das Börsendebüt des Bezahlsenders Premiere anstehen

Anleger zeigen Interesse an Börsengängen

Der Markt für Börsengänge (IPO) kommt in Deutschland in diesem Jahr sehr viel früher in Schwung als 2004. Nach Informationen des Handelsblatts hat das Aachener Biotech-Unternehmen Paion die Erstnotiz seiner Aktien bereits für den 10. Februar geplant. Bis zu fünf weitere Unternehmen könnten anschließend im ersten Quartal noch an die Börse drängen.

mm/rob/scc/shf FRANKFURT/M. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr gab es im ersten Quartal, das in der Vergangenheit als die beste Zeit für IPOs galt, keinen Börsengang. Sowohl bei Fondsmanagern als auch bei Investmentbankern sieht man die aktuelle Entwicklung mit Wohlwollen. „Im Vergleich zu 2004, als X-Fab und Siltronic den Anfang machten und jäh scheiterten, sind diesmal sehr viele interessante Werte dabei“, sagte gestern ein Fondsmanager.

Dazu könnte auch Paion gehören. Nach Informationen aus Bankenkreisen soll die Emission ein Volumen von 60 Mill. bis 70 Mill. Euro haben, das international platziert werden soll. Als Investoren kommen vor allem große Fondsgesellschaften in Frage, die über eigene Biotechfonds verfügen. Fachleute beurteilen die Aussichten für Börsengänge in der Branche mit verhaltener Zuversicht. „Das Börsenfenster ist moderat offen“, sagte der Biotechexperte einer Frankfurter Bank. „Allerdings wird dabei das Thema Bewertung weiter stark im Vordergrund stehen.“

Grundlage für einen gewissen Optimismus ist die Entwicklung in den USA, wo 2004 rund 30 Börsengänge von Biotechfirmen und kleineren Pharmaspezialisten gelangen – wenn auch mit unterschiedlichem Erfolg. Zudem hat sich nach einer Durststrecke im Sommer zuletzt das Börsenklima für Biotech-Firmen verbessert. Der Nasdaq-Biotechindex hat im Gesamtjahr um sieben Prozent, der Amex Biotechindex um elf Prozent zugelegt. Als Indiz für das Interesse an der Branche auf dem deutschen Markt gelten ferner erfolgreiche Emissionen einiger bereits notierter Firmen. So konnte Qiagen eine Wandelanleihe von 150 Mill. Euro platzieren. Medigene holte im November 21 Mill. Euro mit einer Kapitalerhöhung herein. Deswegen wird in Bankenkreisen auch die Berliner Jerini als potenzieller IPO-Kandidat gehandelt. Eine Sprecherin sagte jedoch, es gebe derzeit keine konkreten Pläne. Ein Börsengang könne aber eine Option sein.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×