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31.05.2011

20:01 Uhr

Wohlstands-Report

Privatvermögen wächst über Vorkrisenniveau

VonAnnika Williamson

Das Vermögen von Privatanlegern liegt 2010 schon wieder 20 Billionen Dollar über dem tiefsten Tal der Finanzkrise. Die wahren Gewinner sind die Asiaten.

Das Vermögen von Privatanlegern ist wieder kräftig gewachsen: Allein 2010 wurden es 20 Billionen Dollar mehr. Quelle: dpa

Das Vermögen von Privatanlegern ist wieder kräftig gewachsen: Allein 2010 wurden es 20 Billionen Dollar mehr.

Im vergangenen Jahr ist das Vermögen von Privatanlegern, das in Bargeld, Wertpapieren oder Fonds angelegt ist, um acht Prozent auf 122 Billionen US-Dollar (rund 90 Billionen Euro) gestiegen. Vor zwei Jahren auf dem Tiefpunkt der Finanzkrise lag das globale Vermögen 20 Billionen Dollar niedriger, zeigt eine aktuelle Studie der Boston Consulting Group. Deutschland hat am weltweiten Anlagevermögen einen Anteil von 5,2 Billionen Euro.

Die europäischen Vermögenswerte nahmen 2010 um 4,8 Prozent zu - nach Japan hat sich Europa somit am langsamsten gesteigert. Am stärksten wuchs die Region Asien-Pazifik (ohne Japan). Dort stiegen die Vermögenswerte in einem Jahr um satte 17,1 Prozent.

Als wichtigsten Grund für den rasanten Kapitalzuwachs bei den Privatanlegern nennt die BCG-Studie „Global Wealth 2011“ Gewinne an den Finanzmärkten. Die Anleger haben den Schreck der Kursstürze von 2008 abgeschüttelt und schichten ihr Bargeld wieder zunehmend in Aktien um. Und die haben im vergangenen Jahr kräftig zugelegt. Mit 44 Prozent ist der Anteil von Vermögenswerten, die in Aktien angelegt sind, in Nordamerika am höchsten.

Ganz so rasant wie in den letzten zwei Jahren werden die weltweiten Reichtümer allerdings nicht weiter wachsen können. Für die Jahre bis 2015 sagt die BCG-Studie ein durchschnittliches Wachstum von 5,9 Prozent voraus, weiterhin angetrieben von den Emerging Markets. Indien könnte sogar jährlich 18 Prozent wachsen.

Extrem ungleich ist nach wie vor die Verteilung der Vermögen. Nur ein kleiner Anteil - 0,9 Prozent oder 12,5 Millionen der weltweiten Haushalte - verfügen über 39 Prozent des globalen Privatvermögens. Die reichste Region war im vergangenen Jahr wieder – wie vor der Krise schon – Nordamerika. Mit verwalteten Geldern von 38,2 Billionen Dollar hält diese Region rund ein Drittel des weltweiten Vermögens.

In Nordamerika wohnen auch die meisten Dollar-Millionäre: 5,2 Millionen. In Deutschland sind es 400.000 Haushalte, 839 davon gehören zur "ultra-high-net-worth"-Gruppe mit Anlagevermögen von mehr als 100 Millionen Dollar. Das Maß aller Dinge in Sachen Millionärsdichte ist Singapur: 15,5 Prozent aller Haushalte verfügen dort über mindestens eine Million Dollar.

Kommentare (5)

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karlosdallos

31.05.2011, 22:03 Uhr

Ja, wenn der deutsche Anteil 5 200 Milliarden ist, die gleiche Steigerung (20% = von 100 um 20 auf 120)

erfahren hat, dann sind das hier grob 1 000 Milliarden.

Mindestens 500 Mrd kommen ja bekanntlich aus dem Steuersäckel.

Wobei damit die unbezifferten Hunderte Milliarden an die diversen "..."-LBs nicht eingerechnet sind.

Mit den Hartz4 Änderungen dieser Tage durften sich 8 Millionen Menschen ebenfalls mit ca. 15 Mrd beteiligen.



karlosdallos

31.05.2011, 22:10 Uhr

1 000 Milliarde bei 80 Mio Einwohnern in 2 Jahren.

12 500 Euro pro Kopf in 2 Jahren.
6 250 Euro pro Kopf und Jahr.


Account gelöscht!

31.05.2011, 22:14 Uhr

"Extrem ungleich ist nach wie vor die Verteilung der Vermögen. Nur ein kleiner Anteil - 0,9 Prozent oder 12,5 Millionen der weltweiten Haushalte - verfügen über 39 Prozent des globalen Privatvermögens."

Da hat man doch keine Fragen mehr.

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