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13.03.2014

17:32 Uhr

Yellen-Nachfolger

Fischer bekräftigt Kurs der US-Notenbank

Stanley Fischer soll neuer Vizechef der Fed werden . Mit seiner nicht ganz so lockeren geldpolitischen Linie gilt er als Korrektiv zum Notenbank-Oberhaupt Yellen. Vor dem Senat hat er den Kurs der Fed-Chefin bekräftigt.

Von 2002 bis 2005 war Stanley Fischer bei der US-Großbank Citigroup tätig. Reuters

Von 2002 bis 2005 war Stanley Fischer bei der US-Großbank Citigroup tätig.

WashingtonDer designierte US-Notenbank-Vizechef Stanley Fischer hält den behutsamen Ausstieg aus der Politik des billigen Geldes bislang für gelungen. Die Verringerung der Geldspritzen sorge für mehr Stabilität, betonte Fischer am Donnerstag bei der Senatsanhörung zu seiner Nominierung. „Und es sieht so aus, als ob der Effekt anhält“, fügte der 70-Jährige hinzu, der noch im vorigen Jahr die Zentralbank Israels geführt hatte.

Die Federal Reserve (Fed) hatte zu Jahresbeginn damit begonnen, die Konjunkturhilfen zu verringern. Sie kauft derzeit noch Wertpapiere im Volumen von 65 Milliarden Dollar pro Monat, um die Konjunktur zu stimulieren.

Quantitative Lockerung in den USA

Konzept

In der Finanzkrise hat die Fed die Zinsen auf 0 bis 0,25 Prozent gesenkt. Da sie damit an ihre Grenze stößt, ist sie dazu übergegangen Anleihen und Vermögenswerte zu kaufen.

Ziel

Mit dem Leitzins kann die Fed vor allem die kurzfristigen Zinsen beeinflussen. Wichtiger für Investitionen sind jedoch die langfristigen Zinsen. Durch Anleihekäufe will die Fed diese drücken.

QE I

Der damalige Fed-Chef Bernanke kündigt im März 2009 an, dass die US-Notenbank Anleihen und Wertpapiere im Volumen von einer Billion US-Dollar kauft.

QE II

Im November 2010 legt die Fed ein zweites Programm auf. Bis zum zweiten Quartal 2011 will sie für weitere 600 Milliarden US-Dollar US-Staatsanleihen kaufen.

Operation Twist

Im September 2011 entschließt sich die Fed, kurzläufige Staatsanleihen (bis drei Jahre Laufzeit) im Volumen von 400 Milliarden US-Dollar zu verkaufen. Im Gegenzug will sie das Geld in langläufige Staatsanleihen investieren.

QE III

Im September 2012 beschließt die Fed ein drittes Anleihekaufprogramm. Pro Monat will sie für 40 Milliarden US-Dollar Staatsanleihen kaufen. Im Dezember 2012 erhöht sie den Wert auf 85 Milliarden US-Dollar.

Tapering

Inzwischen hat die neue Fed-Chefin Janet Yellen damit begonnen, das monatliche Volumen der Anleihekäufe herunterzufahren. Am 29. Oktober hat sie beschlossen, die Anleihekäufe auf Null zu senken..

Experten rechnen damit, dass die Dosis auf der Zinssitzung nächste Woche weiter zurückgefahren wird. Im Herbst soll das Programm laut Fed-Chefin Janet Yellen auslaufen, falls sich der Aufschwung gefestigt hat.

Mit seiner nicht ganz so lockeren geldpolitischen Linie gilt Fischer als Korrektiv zu Yellen. Die ausgewiesene Arbeitsmarktexpertin ist für eine höhere Beschäftigung notfalls auch bereit, einen moderaten Anstieg der Inflation in Kauf zu nehmen. Anders als Yellen hat Fischer eine Vergangenheit als Wall-Street-Banker: Von 2002 bis 2005 war er bei der US-Großbank Citigroup tätig, die wenige Jahre später in der Finanzkrise vom Staat aufgefangen werden musste. Eine Senatorin nannte es vor dem Ausschuss auffällig, dass viele frühere Mitarbeiter der Bank in einer Art „Drehtüreffekt“ in die Regierung wechselten.

„Ich sehe dies nicht als ein besonderes Problem an, zumindest nicht was mich betrifft“, erwiderte Fischer. Die frühere Tätigkeit in einer Geschäftsbank sei hilfreich gewesen, auch was seine Kompetenz in Regulierungsfragen betreffe. Um sein neues Amt antreten zu können, braucht Fischer die Zustimmung des Senatsplenums.

Von

rtr

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