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04.07.2017

22:17 Uhr

Yves Mersch

EZB-Direktor offen für EU-Register für faule Kredite

Risiko-Darlehen in dreistelliger Milliardenhöhe belasten die europäischen Banken. EZB-Direktor Yves Mersch kann sich daher mit einem EU-Register für faule Kredite anfreunden - unter bestimmten Voraussetzungen.

„Wir müssen darauf achten, dass wir die Kreditgeber nicht über Gebühr stigmatisieren und die Vertraulichkeit angemessen respektieren,“ sagt der Luxemburger. AFP

Yves Mersch

„Wir müssen darauf achten, dass wir die Kreditgeber nicht über Gebühr stigmatisieren und die Vertraulichkeit angemessen respektieren,“ sagt der Luxemburger.

FrankfurtEZB-Direktor Yves Mersch hat sich offen gezeigt für ein EU-weites Register für faule Kredite der Banken. Ein solches Berichtssystem zusammen mit Transparenzstandards sei eine Möglichkeit, wie das Problem der vielen notleidenden Darlehen angegangen werden könne, sagte das Mitglied des sechsköpfigen Führungsteams der Europäischen Zentralbank (EZB) am Dienstag auf einer Veranstaltung in Frankfurt laut Redetext. „Aber wir müssen darauf achten, dass wir die Kreditgeber nicht über Gebühr stigmatisieren und die Vertraulichkeit angemessen respektieren,“ sagte der Luxemburger. Geldhäuser in der Union ächzen insgesamt unter Problemdarlehen in Höhe von rund 900 Milliarden Euro.

Mehr Transparenz und Standardisierung bei ausfallgefährdeten Krediten könnten Mersch zufolge dabei helfen, einen Markt für solche Risiko-Darlehen zu schaffen. Die EU ringt schon seit langem nach einer Lösung für das Problem. Denn die notleidenden Kredite drücken nicht nur auf die Gewinne der Banken, sondern bremsen Experten zufolge auch das Wachstum in der Ländergemeinschaft.

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Der frühere Notenbank-Präsident rät den Euro-Ländern, sich auf eine weniger expansive Geldpolitik vorzubereiten. Im Interview spricht er zudem über Populismus, die Zukunft der Euro-Zone und die Inflation in Deutschland.

Mersch kündigte zudem an, dass die EZB „in der nicht allzuferner Zukunft“ die spezielle Rolle der so genannten ABS-Papiere im Rahmen des weiterreichenden Themas der Zukunft der Anleihenkäufe nach 2017 überprüfen will. Solche Hypotheken-Papiere sind ein wichtiger Bestandteil des billionenschweren Wertpapier-Kaufprogramms der Währungshüter, das noch bis Ende dieses Jahres laufen soll.

Volkswirte gehen davon aus, dass die Euro-Notenbank im September oder spätestens im Oktober entscheiden wird, wie es mit den Wertpapierkäufen nach dem Jahresende weitergehen soll.

Von

rtr

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