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17.01.2007

11:29 Uhr

Zahl der Aktionäre sinkt

Anleger laufen der Börse davon

In Deutschland steigt die Skepsis gegenüber Dividendentiteln. Die Zahl der Aktionäre in Deutschland sinkt – und das obwohl die Kurse anziehen. Auch die Zahl der Anleger, die in Deutschland direkt oder indirekt über Fonds Aktien halten, hat sich verringert. Einen Lichtblick gibt es allenfalls bei Aktienfonds.

FRANKFURT. Selbst in guten Zeiten am Aktienmarkt nimmt in Deutschland die Skepsis gegenüber Dividendentiteln zu. So ist im vergangenen Jahr die Zahl der Aktionäre um 13,3 Prozent oder 364 000 gesunken, meldet das Deutsche Aktieninstitut (DAI). Im gleichen Zeitraum legte der Deutsche Aktienindex (Dax) um 22 Prozent zu – der größte Anstieg seit sechs Jahren. Auch die Zahl der Anleger, die in Deutschland direkt oder indirekt über Fonds Aktien halten, hat sich verringert – von 10,8 Millionen im Jahr 2005 auf 10,3 Millionen Ende 2006. Weniger waren es zuletzt 1999.

Allenfalls einen Lichtblick gibt es dagegen bei Aktienfonds, die die hohen Mittelabflüsse zum Jahresende stoppen konnten. Denn bei der indirekten Anlage schwächt sich die ablehnende Haltung der Privatanleger offenbar ab. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Handelsblatts unter den fünf größten Fondsgesellschaften. In einer ersten Einschätzung ihrer Absatzzahlen von Aktien-Publikumsfonds im Dezember vergangenen Jahres sprachen alle fünf Fondshäuser nun von einer „Stabilisierung“.

Die Nummern zwei, drei und fünf der nach Publikumsfondsvermögen größten Fondshäuser – die Sparkassentochter Deka, die genossenschaftliche Union Investment und die Commerzbank-Tochter Cominvest – berichten zwar noch von Abflüssen. Beim größten deutschen Fondsanbieter, der Deutschen-Bank-Tochter DWS, habe man einen „Null-Saldo“ verbucht, hieß es. Die Nummer vier, Allianz Global Investor, berichtet sogar über leichte Zuflüsse. Zum Vergleich: Bis Ende November hatten Investoren per saldo knapp sechs Mrd. Euro aus Aktienfonds abgezogen, allein im November eine Milliarde. Die exakten Absatzzahlen für Dezember veröffentlicht der Fondsverband BVI Ende Januar.

Somit scheint zumindest die Phase massiver Verkäufe von Aktienfondsanteilen zu Ende zu gehen. Ob private wie auch professionelle Anleger nun wieder in den Aktienmarkt einsteigen, bleibt indes abzuwarten. Denn für das laufende Jahr sagt die Mehrzahl der Aktienstrategen rückläufige Gewinnmargen bei den Unternehmen voraus. Käme es trotzdem zu einem Wiedereinstieg in die Aktien, stellten die Anleger nach Einschätzung von Marktbeobachtern einmal mehr das ihnen nachgesagte zyklische Verhalten unter Beweis. Bereits während des Börsenbooms der Jahre 1999 und 2000 floss das meiste Geld direkt oder indirekt in Aktien, als es bereits bergab ging.

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