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06.01.2014

11:34 Uhr

Zentralbank SNB

Goldschatz bringt Milliardenverlust

VonMartin Dowideit, Jan Mallien

Die Schweizerische Nationalbank macht 2013 einen Verlust von 7,3 Milliarden Euro. Grund ist der drastische Wertverfall der Goldreserven. Auch die Bundesbank leidet – bei ihr macht sich das aber nicht im Gewinn bemerkbar.

Schweizer Notenbank: Milliarden-Miese mit Goldschatz

Video: Schweizer Notenbank: Milliarden-Miese mit Goldschatz

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DüsseldorfEs sind wenige Zeilen, die von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) am Montag an die Presse verschickt worden sind. Doch diese haben es in sich: Die Zentralbank des Alpenlandes kündigt an, für das Geschäftsjahr 2013 einen Verlust in Höhe von etwa neun Milliarden Franken auszuweisen (7,3 Milliarden Euro). Hauptgrund ist die Neubewertung des Goldbestands, der mit 15 Milliarden Franken weniger bewertet wird. Auch die Bundesbank hat einen großen Goldbestand. Bei ihr macht sich der Preisverfall jedoch nicht im Gewinn bemerkbar.

Bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) ist das anders. Den Verlusten aus der Neubewertung des Goldbestandes stehen dort Gewinne in Höhe von drei Milliarden Franken aus Fremdwährungsbeständen und weiteren drei Milliarden aus dem staatlichen Rettungsfonds für Banken gegenüber. Den sogenannten „StabFund“ hatte die Zentralbank im November schließen können. Die gestützte Großbank UBS hatte im Herbst 2008 Vermögenswerte an die Zentralbank übertragen und diese fünf Jahre später wieder zurückgekauft.

Die Goldreserven der Staaten

USA

Goldschatz: 8.133,5 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 75,7 Prozent

Stand: Januar 2014

Deutschland

Goldschatz: 3.387,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 72,8 Prozent

Internationaler Währungsfonds (IWF)

Goldschatz: 2.814 Tonnen

Italien

Goldschatz: 2.451,8 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 72,1 Prozent

Frankreich

Goldschatz: 2.435,4 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 70,5 Prozent

China

Goldschatz: 1.054,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 1,7 Prozent

Schweiz

Goldschatz: 1.040,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 10,6 Prozent

Russland

Goldschatz: 1.015,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 9,5 Prozent

Japan

Goldschatz: 765,2 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 3,2 Prozent

Niederlande

Goldschatz: 612,5 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 59,7 Prozent

Indien

Goldschatz: 557,7 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 9,9 Prozent

Türkei

Goldschatz: 506,3 Tonnen

Europäische Zentralbank (EZB)

Goldschatz: 502,1 Tonnen, Anteil an den Währungsreserven: 32,9 Prozent

Zum Jahresende 2012 hatte die Zentralbank ihren Goldbestand – 1040 Tonnen – mit 50,7 Milliarden Franken (41,2 Milliarden Franken) bewertet, jetzt dürften es demnach noch etwa 35,7 Milliarden Franken sein. Die SNB kündigte an, wegen des dennoch anstehenden Milliardenverlusts keinen Gewinn an die Regierung und die Aktionäre ausschütten zu können.

Kommentare (20)

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RumpelstilzchenA

06.01.2014, 08:58 Uhr

Der Goldpreis steigt doch wieder in Folge!
Gold wird immer nachgefragt. Die Preismanipulationen sollten nicht nervös machen.....

BITTEkaufMICH

06.01.2014, 09:29 Uhr

vorher gabs zuschreibungen , nun abschreibungen auf den wert

was ist hier ne meldung wert

Account gelöscht!

06.01.2014, 10:16 Uhr

Wozu braucht eine Zentralbank Gold ? Es gibt nur einen echten Grund: Glaubwürdigkeit und Vertrauen, Vertrauen in die Handlungsfähigkeit im Krisenfall, Vertrauen, dass andere vertrauen, denen man vertraut

Mit Gold Fiatgeld zu decken ist im Zeitalter der Geldmengenexplosion ohnehin chancenlos. Insofern ist es auch völlig egal, wieviel die schweizer Goldreserven in irgendeiner Fiatgeldwährung wert sind, ihren Wert erhalten die Reserven ja gerade außerhalb dieses Rahmens

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