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28.01.2014

11:51 Uhr

Absicherungsstrategien

Was tun, wenn's abwärts geht?

VonKatharina Schneider

Nichts währt ewig, auch die schönste Aktienrally nicht. Wer seine Positionen beim nächsten Kurseinbruch nicht überstürzt verkaufen will, sollte sich vorbereiten. Wie Anleger fallenden Kursen trotzen können.

Auch, wenn es abwärts geht, können Anleger jubeln. dpa

Auch, wenn es abwärts geht, können Anleger jubeln.

DüsseldorfDie Euphorie an den Aktienmärkten war groß. Seit der Dax im vergangenen November die Marke von 9000 Punkten geknackt hat, kletterte er zielstrebig weiter nach oben. Ein paar Rücksetzer gab es zwar, aber viele Analysten waren überzeugt, dass auch die 10.000 Punkte bald erreicht würden. Doch es gibt auch Skeptiker, die bereits vor einem Einsturz warnen. Und die jüngsten Schwankungen nähren die Sorge. Was also tun, wenn die Rally tatsächlich gestoppt wird?

Gerade Anleger, die erst bei hohen Kursen eingestiegen sind, würde ein Kurseinbruch empfindlich treffen. Und die Geschichte lehrt: Irgendwann geht es immer wieder bergab – mal mehr und mal weniger tief, Börsenkurse bewegen sich nun mal in Zyklen, auf und ab. Deshalb kann es sinnvoll sein, das Depot abzusichern. Eine Möglichkeit: Put-Optionsscheine.

Die Meilensteine des Dax

1. Juli 1988

Der Dax wird aus der Taufe gehoben. Basis der Berechnung ist der 30. Dezember 1987 mit einem Wert von 1.000 Punkten.

5. April 1991

In Frankfurt geht das „Interbank Informations System” - kurz Ibis genannt und eine Art Vorläufer des Xetra-Systems - an den Start.

19. Januar 1996

Die Börse führt den MDax ein, dem zunächst 70 mittelgroße Unternehmen angehören. Im März 2003 wird der MDax auf 50 Unternehmen verkleinert.

18. November 1996

Bei der Privatisierung der Deutschen Telekom wird die T-Aktie als Volksaktie vermarktet. Das Interesse der Öffentlichkeit am Dax nimmt dramatisch zu.

10. März 1997

Start des Neuen Marktes. Nach einer Reihe von Skandalen wird das Segment am 21. März 2003 wieder abgeschafft. Am 24. März 2003 wird als inoffizieller Nachfolger der TecDax eingeführt, dem 30 Tech-Aktien angehören.

28. November 1997

Mit dem neuen elektronischen Handelssystem Xetra - kurz für „Exchange Electronic Trading” - bricht für die Börse ein neues Zeitalter an. Zunächst werden 109 Aktien auf Xetra gehandelt. Später öffnet die Börse Xetra für alle deutschen sowie für europäische und US-Aktien.

7. März 2000

Der Dax erreicht ein Rekordhoch von 8136,16 Punkten. Händler begründen die Euphorie mit Fusionsfieber. Ein geplanter Zusammenschluss der Deutschen mit der Dresdner Bank scheitert aber. Die Dresdner Bank geht an die Allianz, die sie im Mai 2009 an die Commerzbank weiterreicht.

12. März 2000

Auf dem Höhepunkt der Börseneuphorie wird die Chip-Tochter von Siemens, Infineon, zu einem Emissionspreis von 35 Euro an den Anleger gebracht. Die Platzierung ist 33fach überzeichnet. Beim Börsendebüt am nächsten Tag erreicht die Aktie in der Spitze knapp 85 Euro. Heute notieren die Infineon-Titel bei 6,60 Euro. Danach beginnt eine langjährige Abwärtsbewegung, die von den Anschlägen in New York und Washington am 11. September 2001 verschärft wird.

12. März 2003

Der Dax rutscht unter 2200 Punkte und notiert damit so tief wie zuletzt im November 1995. Im Laufe des Jahres dreht er. Mit der Erholung der Weltwirtschaft in den Folgejahren wächst auch das Vertrauen in die Gewinnentwicklung der Unternehmen wieder.

1. Juni 2007

Erstmals seit März 2000 steigt der Dax wieder über 8000 Punkte.

13. Juli 2007

Mit 8.152 Zählern setzt der Dax einen neuen Meilenstein. Trotz erster Bankenpleiten und Notoperationen der EZB am Geldmarkt hält sich der Dax zu Beginn des Krisenjahres 2008 über 8000 Zählern. Doch ab dann geht es bergab.

21. Januar 2008

Der Absturz des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate leitet die Talfahrt des Dax ein. Am 21. Januar fällt der Index um mehr als 500 Zähler oder sieben Prozent auf 6790 Punkte.

9. März 2009

Die Krise der Banken hat Tribut gefordert: Mit 3588 Punkten erreicht der Dax zeitweise den niedrigsten Stand seit Oktober 2003. Doch es gibt Hoffnung. Denn nur wenige Tage später wirft die Fed die Notenpresse an. Von nun an geht es bergauf.

22. Mai 2013

Der Mai wurde für den Dax der Monat der Rekorde. Nachdem der Dax ein Rekordhoch nach dem anderen knackt, liegt das neue Allzeithoch bei 8.558 Punkten.

25. Oktober 2013

Der Dax schafft zum ersten Mal in seiner Geschichte den Sprung über die Marke von 9000 Punkten.

7. November 2013

Neuer Rekord: Der Dax steigt zwischenzeitlich auf ein Allzeithoch von 9193 Punkten, gab bis zum Handelsende aber einen Teil der Gewinne wieder ab. Zum Börsenschluss reichte es für 9081 Punkten. Die Anleger feierten die überraschende Senkung des Leitzinses durch die EZB auf 0,25 Prozent.

25. November 2013

Der Dax beginnt die neue Handelswoche mit einer Rekordjagd. Schon in den ersten Minuten springt der Index über das alte Rekordhoch von 9254 Punkten und pendelt bereits vormittags an der Marke von 9300 Punkten.

2. Dezember 2013

Trotz eines ruhigen Präsenzhandels konnte der Dax an diesem Montag eine neue Bestmarke setzen: Er stieg am Vormittag bis auf 9424,83 Punkte.

30. Dezember 2013

Der Dax beendet seine Jahresendrally knapp über der Marke von 9500 Punkten.

4. Februar 2014

Der Dax startet stark ins neue Jahr und erreicht am 17. Januar mit 9789 Punkten abermals ein Rekordhoch. Börsianer hoffen, dass der Index nun über die 10000-Punkte-Markte springt und werden enttäuscht: Gegen Monatsende geht dem Dax die Puste. Am 31. Januar schließt er bei 9349 Punkten und läutet den Februar mit fallenden Kursen ein.

Noch sind die Deutschen sehr zaghaft. „Eine echte Absicherungsstrategie fahren nur wenige Privatanleger“, sagt Malte Rubruck von der Direktanlagebank DAB. Die meisten Kundenportfolios seien auf Chancen ausgerichtet, Risiken bleiben außen vor. „In guten Börsenmonaten geht die Strategie auf, doch wenn der Markt dreht, werden die Depots sofort mit hinunter gezogen“, so Rubruck.

Eine Möglichkeit der Absicherung gegen fallende Kurse sind Put-Optionsscheine. Mit ihnen erwirbt der Käufer das Recht, beispielsweise eine bestimmte Menge Aktien innerhalb einer bestimmten Laufzeit zu einem festgelegten Preis zu verkaufen. „In den Depots unserer Kunden spielen Optionsscheine bislang keine große Rolle“, sagt Rubruck. Doch die Auswahl des richtigen Optionsscheins ist gerade für Anleger, die Dax-nah investieren, sehr einfach – zumindest was die Wahl des sogenannten Basiswertes angeht: Sie kaufen Optionsscheine, die sich auf den Dax beziehen.

Bei der Wahl weiterer Stellschrauben wird es schon etwas kniffliger. Und klar ist auch: Optionsscheine haben ihren Preis. Nutzen bringen sie aber nur, wenn sich der Basiswert tatsächlich so entwickelt, wie der Anleger es erwartet hat. Sie funktionieren quasi wie Versicherungen, erst im Nachhinein weiß der Käufer, ob ein Unglück tatsächlich eingetreten ist und es wirklich nötig war, sich zu versichern. Für Put-Optionsscheine heißt das: Brechen die Kurse nicht ein, wäre es günstiger gewesen, man hätte auf den Kauf verzichtet. Geht es an den Märkten tatsächlich abwärts, kann der Schaden gemindert oder sogar noch ein Gewinn aus dem Kursverfall geschlagen werden.

Kommentare (5)

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aktionaer

28.01.2014, 12:41 Uhr

Ich bin KEIN Banker, aber ich habe mal eine Frage:

"Was ist der Vorteil der untransparenten Optinonsscheine gegenüber den Cfd's"?

Account gelöscht!

28.01.2014, 13:51 Uhr

Das mag alles richtig sein. Aber für den Privatanleger, der z.B. ein Depot aus zehn verschiedenen Werten aus unterschiedlichen Branchen hat, welches er in den nächsten, sagen wir einmal 10 Jahren, nicht ändern will, was stört es ihn wie die Situation im Herbst 2014 aussieht.
Da ist die Absicherung mit den beschriebenen Mitteln nicht nur teuer, sondern auch überflüssig.

Account gelöscht!

28.01.2014, 13:56 Uhr

Das mag ja alles richtig sein.
Aber wenn wir einmal einen Privatanleger nehmen, der z. B. in seinem Depot 10 Werte aus unterschiedlichen Branchen liegen hat, die er, sagen wir einmal in den nächsten 10 Jahren nicht verkaufen will, was stört es ihn dann wie die Kurse im Herbst 2014 stehen.
Dann ist eine solche Absicherung dafür nicht nur zu teuer, sondern auch für diesen Fall auch überflüssig.

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