Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.06.2014

07:20 Uhr

Aktie im Fokus

Sky kommt dem Himmel näher

Quelle:Börse am Sonntag

Umdenken bei Sky Deutschland: Nach erneut hohen Verlusten verzichtet der Bezahlsender auf die Übertragungsrechte an der WM. Mit neuem Fokus auf exklusive Angebote soll jetzt der Sprung zurück in die Gewinnzone gelingen.

Ein Sky-Kameramann am Spielfeldrand: Die Fußball-Bundesliga sowie die Uefa Champions-League sollen weiterhin die zentrale Rolle im Konzept von Sky Deutschland spielen. dpa

Ein Sky-Kameramann am Spielfeldrand: Die Fußball-Bundesliga sowie die Uefa Champions-League sollen weiterhin die zentrale Rolle im Konzept von Sky Deutschland spielen.

Sky, dem großen deutschen Bezahlsender, waren die Preise für ein Turnier, das nicht exklusiv im Pay-TV ausgestrahlt werden kann, zu hoch. Und somit laufen alle 64 Spiele der Weltmeisterschaft einzig und alleine bei den staatlichen Fernsehsendern. Dennoch können sich Sky-Abonnenten über ausführliche Informationen rund um das globale Großereignis freuen.

Besonders das Comeback von Monica Lierhaus im Sportjournalismus fünfeinhalb Jahre nach ihrer schweren Erkrankung dürfte das Interesse vieler Zuschauer wecken, zumal sie hochrangige Interviewpartner zu Gesprächen rund um die WM zu sich bitten wird. Außerdem lädt der 24-Stunden Sportnachrichtensender Sky Sport News HD unterschiedliche Akteure der Branche zum Brunchen in ein Extra-Studio-Set ein. Das Kommentatoren- Team um Marcel Reif wird ebenso wie Franz Beckenbauer und Comedian Matze Knop in Erscheinung treten.

Die zentrale Rolle im Konzept von Sky Deutschland wird – WM hin, Brasilien her – weiterhin die Fußball-Bundesliga sowie die Champions-League spielen. „Wir wissen, dass die Bundesliga und die Champions League immer mehrere Nachfrager haben wird, aber wir fühlen uns in der heutigen Wachstumsdynamik als der richtige und zukunftsträchtigste Partner der Bundesliga“, erklärt das für Sport zuständige Vorstandsmitglied Carsten Schmid.

Das Imperium des Rupert Murdoch

Geerbtes Unternehmen

Rupert Murdoch kam 1931 in Australien zur Welt. Das Unternehmertum liegt in der Familie: Sein Vater kaufte sich in die Zeitungskette News Limited ein, Sohn Rupert erbte sie 1952 – und baute sie zu einem Medienimperium aus, zu dem heute neben den Zeitungen in aller Herren Länder auch der Buchverlag Harper Collins, Internetbeteiligungen, Fernsehsender und mit „20th Century Fox“ ein legendäres Hollywood-Studio gehören.

Von der „Sun“ bis zum „Wall Street Journal“

Begonnen hat alles mit der Zeitung „The News“ aus dem australischen Adelaide, die der damals Anfang 20-jährige Rupert von seinem Vater übernahm. Später verleibte sich Murdoch in Großbritannien die renommierte Londoner „Times“ ein, außerdem das Massenblatt „Sun“. Die britische Sonntagszeitung „News of the World“ stampfte Murdoch nach einem Abhörskandal kurzerhand ein. Im Jahr 2007 landete Murdoch einen seiner größten Coups, indem er den US-Konzern Dow Jones übernahm, den Herausgeber Wirtschaftsblatts „Wall Street Journal“.

Fox-Fernsehsender

Flaggschiff des Konglomerats sind die amerikanischen Fox-Fernsehsender, die wegen ihrer konservativen Ausrichtung berühmt-berüchtigt sind. Hier ist aber auch die Heimat der Kultsendung „Die Simpsons“. Die gelbe Zeichentrick-Familie mit Oberhaupt Homer und der guten Seele Marge nimmt in vielen Folgen den Sender und seinen Patriarchen selbst auf die Schippe.

Auch in Deutschland aktiv

Murdoch hält die Mehrheit am Bezahlsender Sky, dem früheren Premiere. Sein Sohn James ist seit 2016 wieder Vorsitzender des Aufsichtsrates beim britischen Mutterkonzern.

Schiffbruch mit MySpace

Murdoch erkannte früh die Chancen des Internet und traute sich als einer der ersten großen Verleger, Geld für Nachrichten im Netz zu verlangen. Mit einem anderen Projekt erlitt er indes Schiffbruch: Das einstmals größte Online-Netzwerk MySpace ist nach dem Siegeszug von Facebook heute nur noch ein Schatten seiner selbst.

Aufspaltung in zwei Bereiche

2013 spaltete Murdoch sein Imperium in zwei Reiche auf: die profitable Filmsparte 21st Century Fox und das schwächelnde Verlagsgeschäft News Corp.

Fußball ist somit nach wie vor die mit Abstand wichtigste Sportart für Sky. „Wir haben eine starke Fußball-Orientierung, und das wird auch so bleiben“, versichwert Schmidt. „Eine Vielzahl weiterer Sportarten unter der Sky Sport-Marke zu sammeln, ist derzeit nicht geplant.“ Zum Sport-Angebot des Senders gehören unter anderem Tennis aus Wimbledon, Formel 1, Golf und Beach-Volleyball. Die Exklusivität der vielen Live-Spiele lässt die Attraktivität des Bezahl-Senders immer stärker wachsen.

So konnte Sky im vergangenen Jahr 304.000 neue Kunden gewinnen und die Zahl der Abonnenten um 9 Prozent auf 3,667 Millionen steigern. Im ersten Quartal dieses Jahres kletterte die Zahl der Abonnenten um weitere 64.000. Bis zum Jahresende 2014 sollen zusätzlich 400.000 bis 450.000 Abnehmer hinzukommen. Darüber hinaus wuchs der Umsatz je Kunden in den vergangenen Jahren zwischen 1,50 Euro und 1,80 Euro.

Erfreulich entwickelt sich zudem die Kundenloyalität. Wer Sky erstmal abonniert hat, scheint es unbedingt behalten zu wollen. So fiel die Kündigungsquote jüngst auf 8,8 Prozent, was dem tiefsten Stand der Unternehmensgeschichte gleichkam.

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

12.06.2014, 09:53 Uhr

Murdoch und seine anti-demokratische Grundhaltung sind Grund genug, Sky zu meiden ... jeder kann etwas tun, wenn er/ sie denn nur will. So haben wir es ja in der Schule gelernt.

Account gelöscht!

12.06.2014, 18:02 Uhr

Einmal abgesehen davon, daß sky ein Teil des Murdoch-Moloches ist, riecht der gesamte Artikel nach Werbung für Sky. Das wäre verschmerzlich, da es plump genug ist, um bemerkt zu werden. Aber wenn, gleich im ersten Satz, von staatlichem Fernsehen die Rede ist, dann ist es zumindest peinlich. weil es 1. kein staatliches Fernsehen in Deutschland gibt, sondern öffentlich-rechtliches. Das ist ein kleiner, aber um so feinerer Unterschied. Wer sich im Themenbereich Medien tummelt und darüber schreibt, weiß das. Da wahrscheinlich Dummheit bei HANDELSBLATT-Redakteuren die Ausnahme ist, bleibt eigentlich nur noch Absicht übrig. Nur diese Option mißfällt mir fast noch mehr.
Im übrigen finde ich, daß man die öffentlich-rechtlichen Sender über alle Maßen für ihr Programm kritisieren muß. Aber Staatsfernsehen gibt es in Nordkorea!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×