Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.02.2005

12:00 Uhr

Anlagemodell kombiniert Sicherheits- und Ertragsziele

Derivate eignen sich als Bausteine der Altersvorsorge

VonHarald Glocker

Ständig neue Probleme bei der Rentenversicherung erzwingen völlig neues Denken bei der privaten finanziellen Altersabsicherung. Finanzdienstleister müssen für diesen Bedarf innovative Vorsorge-Instrumente entwickeln und setzen dabei zunehmend auf Derivate.

Ein interessantes neues Konzept im Investmentbereich zur effizienten Portfoliokonstruktion für ein klar definiertes Vorsorgeziel sind zum Beispiel "Target Click"-Strukturen. Alle, die für später vorsorgen wollen, haben das gleiche Ziel: Zum "Tag X" soll ein möglichst großes Vermögen zur Verfügung stehen - unter weitgehendem Ausschluss des Verlustrisikos. Zwar gibt es dafür eine Reihe von Strategien, die man mit Hilfe derivativer Instrumente umsetzen kann, um einerseits Wertzuwachschancen zu nutzen und andererseits einen Kapitalerhalt zu garantieren. Für Privatanleger sind diese in aller Regel nur sehr schwer umsetzbar und verlangen Experten- Know-how oder die Dienste eines Vermögensverwalters.

Etablierte Fonds- oder Versicherungsprodukte, die diese Aufgaben für Anleger wahrnehmen, sind hingegen oft zu statisch und wenig flexibel. So bieten etwa herkömmliche Garantiefonds zwar Kapitalerhalt plus Ertragschancen, aber weichen sehr häufig vom Planungshorizont des Anlegers ab. Vor allem aber: Sie passen sich nicht den individuellen Lebensphasen und der sich ändernden Risikopräferenz an. So wie der "Tag X" für jeden Anleger eine Variable ist, so unterscheiden sich auch die Anlagebedürfnisse von 20- und 50jährigen. Entsprechen sollte sich die Struktur eines Vorsorgeinvestments im Zeitverlauf automatisch anpassen, ohne aber Anpassungskosten zu verursachen.

Zuwächse sichern mit "Target-Click"-Modell

Gerade im vergangenen, sehr turbulenten Börsenjahrzehnt mussten viele zudem erfahren, dass bereits sicher geglaubte Wertzuwächse sich wieder in Luft auflösten und fest eingeplante finanzielle Ruhepolster "a fonds perdu" gebucht werden mussten. Besonders schmerzliche Erfahrungen machten US-Anleger, die mit ihren steuerlich geförderten, stark aktienlastigen Altersvorsorge-Sparplänen ohne Kapitalabsicherung nach dem Crash buchstäblich vor dem Nichts standen.

Auf Basis dieser Erfahrungen wurde ein "Target-Click"-Modell entwickelt. Das Prinzip: Es sichert an den Aktienmärkten erzielte Wertzuwächse monatlich ab und garantieren dem Anleger darüber hinaus einen im Zeitablauf steigenden Mindestertrag. Und es passt sich automatisch den unterschiedlichen Lebensphasen der Anleger an. Jeder Anleger kann folglich genau das Investment wählen, das seinem zeitlichen Anlageziel für den Ruhestand entspricht.

Vorteile des "Target-Click"-Modells

Das "Target-Click"-Modell enthält aktive und passive Komponenten. Das passive, auf fest verzinslichen Wertpapieren beruhende Element garantiert den Mindestertrag zum Laufzeitende. Der aktive Portfolioteil kombiniert Geldmarktinstrumente mit dem International Derivatives Fund (IDF). Der IDF nimmt die Chancen an den internationalen Aktienmärkten wahr, indem er in gelistete Aktienindex-Futures und Optionen investiert. Sensitivitätsanalysen über verschiedene Zeiträume haben gezeigt, dass sich mit der vom IDF verfolgten "active option"-Strategie im Durchschnitt das Wertsteigerungspotenzial eines Portfolios deutlich verbessern lässt. Die aktive Portfoliokomponente wird im Verlauf der Investmentphase zurück gefahren, während die passiven Instrumente dann relativ höher gewichtet werden. Je länger die Laufzeit des Investments, desto höher sind damit die Ertragschancen, aber natürlich auch das Anlagerisiko.

Bis zum Ende der Laufzeit sind die "Target-Click"-Modelle dann ausschließlich in verzinslichen Wertpapieren investiert. Diese passive Komponente kann das Anlagerisiko sukzessive und systematisch verringern und einen garantiert steigenden Rücknahmepreis ermöglichen. Der garantierte Wert eines Investments nimmt auf Grund der Erträge aus den verzinslichen Anlagen zu. Was diese Modelle jedoch auszeichnet, ist der "Click-Effekt" am Ende jedes Monats: Wenn der jeweilige Wert des Investments zu diesem Zeitpunkt höher ist als der letzte "Garantiepreis", dann rastet dieser Wertzuwachs automatisch ein und der Garantiepreis wird auf das neue Niveau angehoben. Erreicht wird dies durch den Teilverkauf der aktiven Komponente bei gleichzeitigem Kauf von verzinslichen Papieren.

Gegenüber herkömmlichen Garantiefonds und Vorsorgeinstrumenten bietet das "Target Click"-Konzept neben der vollkommenen Übereinstimmung des Investmenthorizonts mit dem Anlageziel des Investors drei entscheidende Vorteile: Erstens: Das Anlagerisiko sinkt durch explizit garantierte Wertuntergrenzen. Zweitens steigen im Zeitablauf die garantierten Mindesterträge an und drittens öffnen sich höhere Wertsteigerungspotenziale durch im Durchschnitt größeres Aktienmarktengagement über IDF und "active option"-Strategie. Auf Grund dieser Charakteristika sind Investments in "Target Click"-Strukturen flexibel, durch den aktiven Einsatz von Derivaten ertragsstark und ermöglichen den Erhalt des eingesetzten Kapitals.

Dr. Harald Glocker ist Geschäftsführer von ABN Amro Asset Management in Frankfurt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×