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12.03.2012

10:31 Uhr

Anlageprodukte

Social Media für das Depot

VonStefan Schneider

Soziale Netzwerke sind gefragt – auch bei Investoren. Und das, obwohl viele Firmen noch Verluste schreiben. Wie Anleger das Thema schon vor dem geplanten Facebook-Börsengang spielen können.

Nahaufnahme des Facebook-Logos: Das soziale Netzwerk will noch in diesem Jahr an die Börse gehen. dpa

Nahaufnahme des Facebook-Logos: Das soziale Netzwerk will noch in diesem Jahr an die Börse gehen.

DüsseldorfAnfang Februar wurde wahr, worauf Börsianer seit Monaten gewartet hatten: Das soziale Netzwerk Facebook legte seinen Börsenprospekt vor. Noch dieses Jahr soll es soweit sein.  Statt der geplanten zehn Milliarden Euro will Facebook zunächst vorsichtig agieren und nur einen Aktienanteil im Gegenwert von fünf Milliarden Euro an die Börse bringen. Damit wäre der Konzern damit mit 100 Milliarden Euro bewertet. Zum Vergleich:  Google sammelte bei seiner Börsenpremiere vor acht Jahren gerade einmal 1,7 Milliarden Dollar ein. Inzwischen ist der Suchmaschinenanbieter 190 Milliarden Dollar wert.

Wie der Börsenprospekt verrät, ist Facebook profitabel: Laut Bilanz stieg der Gewinn 2011 um 65 Prozent auf eine Milliarde Dollar – mehr als von Analysten erwartet. 2010 hatte das Netzwerk 606 Millionen Dollar verdient, im Jahr zuvor 229 Millionen Dollar. Das Geschäftsmodell von Facebook ist außerordentlich lukrativ. Den Milliardengewinn 2011 schaffte das Online-Netzwerk mit nur 3,7 Milliarden Dollar Umsatz. Die Haupteinnahmequelle der Firma ist Online-Werbung. 2011 lag der Anteil am Umsatz bei 85 Prozent.

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Auch die virtuellen Welten des Onlinespiele-Spezialisten Zynga sind ein wichtiges Element des Facebook-Geschäfts. Im vergangenen Jahr steuerte der Anbieter von Spielen wie „Farmville“ oder „Cityville“ zwölf Prozent der Facebook-Umsätze bei.

Allerdings stagniert die Verweildauer deutscher oder amerikanischer Facebook-Nutzer. Wachstum kommt derzeit aus Schwellenländern wie Brasilien oder Indonesien. Und auch Zynga glänzt nicht nur. Das  Unternehmen steigerte zwar für das vierte Quartal 2011 seinen Umsatz von 59 Prozent auf 311 Millionen Dollar – und damit stärker als von Analysten erwartet –, der Verlust lag aber bei 435 Millionen Dollar. Grund dafür waren Kosten für früher ausgegebene Aktien an das Topmanagement und Mitarbeiter, die mit dem Börsengang im Dezember 2011 „sichtbar“ wurden.

Trotz des Social-Media-Hypes: Nicht jedes Geschäftsmodell wirft auf Anhieb Gewinn ab. Das zeigt auch Groupon. Das Unternehmen, das Rabatt-Gutscheine im Internet anbietet, musste im vergangenen Jahr immer noch einen Verlust von 456 Millionen Dollar bekanntgeben, obwohl sich der Umsatz auf 1,62 Milliarden Dollar verfünffacht hatte. Inzwischen liegt der Aktienkurs knapp unter dem Ausgabepreis von 20 Dollar.

Deutlich besser sieht es bei Linked In aus, dem führenden Business-Netzwerk. In den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres erzielte Linked In einen Gewinn von 6,9 Millionen Dollar. Und auch der aktuelle Aktienpreis hat sich mit gut 65 Dollar schon weit vom Ausgabepreis entfernt, der bei 45 Dollar lag. Wenn auch der Börsenstart fulminant war: Schnell wurde ein Kurs von 90 Dollar erreicht, in der Spitze sogar 122 Dollar.

 

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