Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.07.2015

09:28 Uhr

Anlagestrategie

Baidu nach China-Schock auf dem Einkaufszettel

Quelle:Börse am Sonntag

Die chinesischen Börsen gerieten zuletzt mächtig unter Druck. Für Anleger bietet das Chancen, Qualitätstitel aus China zu erwerben. Defensive Investoren können auf Zertifikate des Internetsuchmaschine Baidu setzen.

Mit der Internetsuchmaschine lässt sich nach dem kurzfristigen Börsenschock in China Geld verdienen. Reuters

Baidu

Mit der Internetsuchmaschine lässt sich nach dem kurzfristigen Börsenschock in China Geld verdienen.

Knapp die Hälfte der chinesischen Aktientitel wurde vom Handel ausgesetzt mit dem Ziel, die Kursverluste einzudämmen. Privatanleger haben in großem Stil und mit teilweise geliehenem Geld Aktien gekauft und damit die Kurse nach oben getrieben. Mittlerweile stellt der chinesische Staat dem Markt Liquidität zu Verfügung, um die Auswirkungen zu bremsen. Für Anleger ist das sommerliche Gewitter an Chinas Börsen eine Gelegenheit, Qualitätstitel aus China genauer unter die Lupe zu nehmen. Wem das Risiko zu hoch ist, der kann sein Geld in Discount-Zertifikate investieren. Die Citigroup hat ein entsprechendes Produkt auf den chinesischen Internet-Riesen Baidu.com im Angebot (ISIN: DE000CC5AKK0).

Beim Kursverfall an den chinesischen Börsen in Shenzhen, Shanghai und Hongkong, wurde ohne Rücksicht auf die Qualität Aktien verkauft. Dadurch kamen auch Internet-Blue Chips wie der Suchmaschinenanbieter Baidu.com unter die Räder. Das Unternehmen gilt als unangefochtener Marktführer und quasi als Pendant zu Google. Baidu.com mischt auch in dem in China umkämpften Taxi-Markt mit. Etwa 600 Millionen US-Dollar steuerte der Konzern zur Finanzierung der Taxi-Konkurrenz Uber bei, die auch in China über Apps ihre Dienste anbietet.
Aktien-ADR an der Nasdaq
Der Basiswert des Discounters ist der an der Nasdaq gehandelte ADR der Baidu.com-Aktie. Die Abkürzung steht für American Depositary Receipts. Es handelt sich dabei um Hinterlegungsscheine, die in US-Dollar
an Börsen der Vereinigten Staaten gehandelt werden. Momentan wird der ADR zu 187,57 US-Dollar gehandelt. Im ersten Quartal 2015 ist der Gesamtumsatz um 34 Prozent auf 2,1 Milliarden US-Dollar gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen. Hohe Investitionen in zukunftsträchtige Segmente wie Online-Video-Angebote und Online-Reisebuchungen beeinträchtigen die Margen, sind allerdings das Fundament, um in attraktiven Märkten vertreten zu sein. In einer aktuellen Studie sieht die französischen Bank BNP Paribas ein Kursziel von 260 US-Dollar.

Discountzertifikate

Was bieten Discounter?

Discountzertifikate bieten hervorragende Möglichkeiten, das Chance-Risiko-Verhältnis eines Portfolios zu optimieren. In vielen Marktsituationen ist mit ihnen ein besseres Ergebnis zu erzielen als mit einem entsprechenden Direktinvestment in den Basiswert.

Vorteile

Bei Discountzertifikaten fällt der Verlust bei fallenden Notierungen immer geringer aus als bei einem Direktinvestment. Darüber hinaus ist in den meisten Fällen auch die Performance bei steigenden Notierungen besser. Discountzertifikate bieten deshalb für jeden Anleger entsprechend seiner Risikoneigung interessante Renditemöglichkeiten.

Funktionsweise

Mit einem Discountzertifikat erwirbt der Anleger den Basiswert (zum Beispiel eine Aktie oder einen Index) zu einem günstigeren Preis als bei einem Direktinvestment. Als Gegenleistung für diesen Preisabschlag verzichtet der Investor jedoch auf eine unbeschränkte Partizipation nach oben. Dies bedeutet, der Anleger nimmt an Kurssteigerungen, die über den vorab festgelegten Höchstbetrag (Cap) hinausgehen, nicht mehr teil. Bedingt durch den Preisabschlag investiert der Anleger immer zu einem günstigeren Kurs als bei einem direkten Kauf des entsprechenden Basiswertes. Dies hat zum einen den Vorteil, dass bei fallenden Kursen erst später ein Verlust eintritt, weil der Discount einen Risikopuffer darstellt. Auf der anderen Seite ergibt sich hieraus auch eine höhere Rendite, sollte sich die Aktie nicht oder nur moderat nach oben bewegen.

Szenarien zum Ende der Laufzeit

Zum Ende der Laufzeit ergeben sich zwei mögliche Szenarien:

1. Liegt der Kurs des Basiswertes auf oder über dem Höchstbetrag, dann wird das Discountzertifikat zu diesem Höchstbetrag zurückgezahlt.

2. Liegt der Kurs des Basiswertes jedoch unter dem Höchstbetrag, bekommt der Anleger in der Regel den Basiswert, also Aktien geliefert. Bei einem Discountzertifikat auf Indizes werden in diesem Fall üblicherweise entsprechende Indexzertifikate geliefert.

Wichtige Parameter

Für die Bewertung von Discountzertifikaten spielen der Basiswert, das Cap und die Laufzeit eine wichtige Rolle. Je höher der Höchstbetrag gewählt wird, desto größer ist auch die maximale Rendite. Allerdings fällt der Risikopuffer mit einem steigenden Höchstbetrag umso kleiner aus. Mit der Festlegung eines der beiden Parameter ist der jeweils andere somit auch bestimmt. Der Anleger muss sich also entscheiden, was für ihn einen höheren Stellenwert hat: Sein Sicherheitsbedürfnis oder die Chance auf hohe Renditen?

Ausgestaltungen

Grundsätzlich sind drei verschiedene Ausgestaltungen in Bezug auf den Cap möglich: Offensiv, neutral und konservativ.

Offensiv

Für offensive Anleger bietet sich ein Zertifikat mit einem Höchstbetrag über dem aktuellen Kurs des Basiswertes an (out of the money). Somit kann der Anleger seine Renditemöglichkeiten optimieren, der Risikopuffer fällt im Gegenzug jedoch geringer aus.

Neutral

Ein neutraler Anleger wählt ein Zertifikat mit einem Höchstbetrag, der in etwa dem aktuellen Stand des Basiswertes entspricht (at the money). Die maximale Rendite wird mit diesem Zertifikat auch dann erreicht, wenn sich die Aktie nur seitwärts bewegt.

Defensiv

Für einen konservativen Investor ist ein Zertifikat, bei dem der Cap unterhalb des aktuellen Kurses des Basiswertes liegt, die beste Lösung (in the money). Dieses Zertifikat verfügt über einen sehr hohen Risikopuffer und wird auch Deep-Discountzertifikat genannt. Die Gewinnmöglichkeiten nach oben sind zwar stark begrenzt beziehungsweise nicht vorhanden, die maximale Rendite wird jedoch schon bei stagnierenden wie auch bei (leicht) fallenden Kursen erreicht.

Währungsschwankungen beachten

Das Discount-Zertifikat der Citigroup auf Baidu.com wird am 21. Juni 2016 fällig. Die Kursobergrenze ist bei eher defensiven 175 US-Dollar festgelegt. Das Bezugsverhältnis des Produkts liegt bei 10:1, das heißt zehn Zertifikate beziehen sich auf einen an der Nasdaq gehandelten Baidu.com-Hinterlegungsschein. Damit ist die maximale Auszahlung pro Zertifikat (aktueller Kurs: 14,21 Euro) auf 17,50 US-Dollar begrenzt, wenn Baidu.com am 16. Juni 2016 bei 175 US-Dollar oder darüber notiert. Ansonsten erhalten Zertifikateanleger ein Zehntel des Schlusskurses des Baidu.com-ADRs.

Ein wichtiger Aspekt beim Auszahlungsprofil muss beachtet werden. Der Discounter ist nicht währungsgesichert. Das bedeutet, dass die Abrechnung in US-Dollar erfolgt und dann zu dem am Fälligkeitstag gültigen Wechselkurs von US-Dollar zu Euro umgerechnet wird.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×