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20.05.2014

07:50 Uhr

Anlagestrategie

Das Ende der Internetblase 2.0

VonMatthias von Arnim

Die Aktienkurse großer Internet-Konzerne wie Facebook, Amazon, Ebay und Co. sind zuletzt unter Druck geraten. Investoren trauen den Wachstumsversprechen der alten Branchengrößen nicht mehr. Doch es gibt Ausnahmen.

Wann wird die Internetblase platzen? Junge Internetfirmen, vollgepumpt mit Investorengeld, gebären rund um den Globus fast im Tagesrhythmus immer neue Social Media-Projekte. Getty Images

Wann wird die Internetblase platzen? Junge Internetfirmen, vollgepumpt mit Investorengeld, gebären rund um den Globus fast im Tagesrhythmus immer neue Social Media-Projekte.

Der Tag, an dem Facebook für 19 Milliarden US-Dollar seinen Konkurrenten WhatsApp gekauft hat, könnte als der Anfang vom Ende der Internetblase 2.0 in die Geschichte eingehen. Es ist nicht die Übernahme an sich. Es ist der Preis. 19 Milliarden US-Dollar sind eine Menge Geld für ein vergleichsweise kleines Unternehmen mit 50 Mitarbeitern.

Da wirkt der Kauf des Foto-Dienstes Instagram durch Facebook vor zwei Jahren für eine Milliarde US-Dollar plötzlich wie ein Schnäppchen – doch selbst dieser Preis war unter dem Brennglas betrachtet immer noch teuer. Denn Facebook, Instagram, WhatsApp und Co haben ein massives Problem: Ihre Geschäftsideen lassen sich leicht kopieren. Wie leicht, das kann man derzeit beobachten.

Junge Internetfirmen, vollgepumpt mit Investorengeld, gebären rund um den Globus fast im Tagesrhythmus immer neue Social Media-Projekte. So hat sich beispielsweise das Berliner Startup EyeEm bereits als Konkurrent zu Instagram positioniert. Telegram, Threema und Snapchat locken erfolgreich diejenigen Nutzer von WhatsApp zum Wechsel, die dem Messenger-Dienst nach der Übernahme durch den notorischen Datensammler Facebook nicht mehr richtig trauen.

Echte Anleger sind...

...gelassen

"Sie wissen, dass Aktienkurse von allen möglichen unvernünftigen Kräften beeinflusst werden, dass sie ebenso fallen wie steigen können und dass das auch für Aktien gilt, die sie selbst besitzen. Wenn das passiert, reagieren sie darauf mit Gleichmut. Sie wissen, dass der Preis wieder zurückkommt, solange das Unternehmen die Eigenschaften behält, die sie als Anleger zunächst angezogen hatten."

...geduldig

"Anstatt sich von der Begeisterung der Menge mitreißen zu lassen, warten echte Anleger die richtige Gelegenheit ab. Sie sagen öfter Nein als Ja."

...rational

"Sie gehen auf der Basis klaren Denkens an den Markt und die Welt heran. Sie sind weder übermäßig pessimistisch noch irrational optimistisch; sie sind vielmehr logisch und rational."

Quelle: Robert G. Hagstrom, "Warren Buffett. Sein Weg. Seine Methode. Seine Strategie.", Börsenbuchverlag 2011.

Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Es braucht keine Propheten, um abzusehen, dass irgendein Startup, vermutlich im Silicon Valley, das nächste große Ding wird, das Mark Zuckerberg kaufen muss, um die Marktposition von Facebook zu verteidigen. Immer mehr Investoren fragen sich jedoch, wie oft das noch möglich ist. 19 Milliarden US-Dollar für ein mittelgroßes Startup. Das war einfach zu viel. Die nächste Übernahme wird weniger kosten müssen. Schon allein deshalb, weil die Währung, mit der Zuckerberg auch bezahlt, nämlich die Facebook-Aktie, seit dem WhatsApp-Deal 20 Prozent an Wert verloren hat.

Kommentare (5)

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20.05.2014, 08:22 Uhr

Den erfolgreichsten Internet-Handelsgiganten Amazon mit dem komplett überflüssigen Quatsch-Portal Facebook in einen Topf zu werfen, ist barer Unsinn.

Das kann nur einer schreiben, der noch nie die fantastische Performance von Amazon als Kunde erlebt hat:

Alle Artikel des täglichen Bedarfs, und wirklich fast alle, erhält der Prime-Kunde (gegen Jahresgebühr) frachtfrei meistens am nächsten Tag.

Wenn Amazon mal keine riesigen Gewinne ausweist, liegt das an den Investitionen in neue innovative Geschäftsfelder, die den klassischen Handel mit seinem Wegducker-Personal erschauern läßt.

Account gelöscht!

20.05.2014, 08:28 Uhr

Konsolidierungsprozesse: not more and not less.
Jede Blase bleibt Zeugnis von der Bereitschaft sich imaginieren zu lassen.
Da werden Entwicklungen schon mal gepusht.
Und die vielen Ungenannten in diesem Artikel werden sich noch daran gewöhnen müssen: dass sie wie jede Zahnbürste um Kunden sich bemühen werden, um am Markt bestehen zu können.
Userausbeutung ist längst ein Auslaufmodell.
Nur: wer hat Lust bei der vielen Arbeit, das erkennen zu wollen?

Account gelöscht!

20.05.2014, 10:35 Uhr

@statesman
versuchen Sie einen gewissen persönlichen und emotionalen Abstand zu wahren. Nur so ist eine objektive Beurteilung der Situation möglich. Ich sehe, dass Sie von Amazon überzeugt sind, was jedoch nichts an der Tatsache ändert, dass der Versandriese extrem gut bewertet ist.

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