Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.08.2014

10:09 Uhr

Anlagestrategie

Der verrückte Ölpreis

VonJürgen Röder

Im Irak sind die islamischen Kämpfer auf dem Vormarsch, Libyen droht der Zusammenbruch. Dennoch fällt der Ölpreis. Wie lange noch? Wie Anleger profieren können, sollte das schwarze Gold in den Krisenmodus wechseln.

Erdöl wird mit Hilfe eines Tiefpumpenantriebes ("Pferdekopf") gefördert. Derzeit fällt der Ölpreis trotz geopolitischer Krisen, Experten erwarten aber künftig höhere Preise. dpa

Erdöl wird mit Hilfe eines Tiefpumpenantriebes ("Pferdekopf") gefördert. Derzeit fällt der Ölpreis trotz geopolitischer Krisen, Experten erwarten aber künftig höhere Preise.

DüsseldorfNeue Sechs-Monatstiefs haben am heutigen Montag die Preise für ein Barrel (159 Liter) sowohl für die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) als auch für die Nordeesorte Brent erreicht. WTI rutschte unter die Marke von 98 US-Dollar, Brent kostete weniger als 105 Dollar. Marktanalyst Ric Spooner vom Brokerhaus CMC Markets sagt sogar einen weiteren Rückgang des Brent-Preises in Richtung der 100-Dollar-Marke voraus.

Wie ist das zu erklären? Eigentlich müssten der Ukraine-Konflikt ebenso wie die kriegerischen Auseinandersetzungen in Israel, Libyen und im Irak die Energiepreise in die Höhe treiben. Denn Russland, Libyen und der Irak sind wichtige Ölexporteure.

Auch Konflikte in Israel hatten in der Vergangenheit starken Einfluss auf die Notierung des schwarzen Goldes gehabt. Das würde vor allem Europa und China treffen, die stark auf Öl- und Gasimporte angewiesen sind. Die USA hingegen exportieren dank des massiven Ausbaus der Fracking-Technologie inzwischen sogar Öl.

Der Grund für den aktuell niedrigen Preis ist einfach. Es herrscht derzeit ein Überangebot, das eventuelle kurzfristige oder geringfügige Lieferausfälle aus den beiden Staaten abfedern kann.

Doch die Zahl der Experten, die vor einer Trendwende warnen, nimmt zu. „Die Tiefenentspanntheit der Marktteilnehmer ist angesichts der beträchtlichen Angebotsrisiken erstaunlich und könnte zu einem erheblichen Preisanstieg führen, sobald ein Umdenken einsetzt“, heißt es von den Rohstoffexperten der Commerzbank. Aktuell herrscht ein Überangebot, die Läger sind voll, womit kurzfristige Lieferengpässe gelöst werden könnten.

Auch Spooner von CM Markets warnt:  „Sollte sich die Lage im Irak oder Libyen allerdings deutlich verschlechtern und den Nachschub in größerem Umfang gefährden, könne es mit den Kursen aber schnell wieder aufwärts gehen“.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×