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21.02.2016

08:35 Uhr

Anlagestrategie

Hohe Dividendenrenditen geschickt nutzen

Etliche Aktien weisen aufgrund der jüngsten Kursturbulenzen hohe Dividendenrenditen aus. Für Anleger ergeben sich dadurch attraktive Gelegenheiten. Welche Aktien kaufenswert sind.

Gestapelte Geldmünzen liegen auf Geldscheinen: Ein guter Teil des Gewinnes bei Aktien macht die Dividendenrendite aus, meinen Vermögensverwalter. dpa

Rendite

Gestapelte Geldmünzen liegen auf Geldscheinen: Ein guter Teil des Gewinnes bei Aktien macht die Dividendenrendite aus, meinen Vermögensverwalter.

FrankfurtSeit dem Jahresanfang sind über der heilen Welt erfolgsverwöhnter Aktionäre dunkle Gewitterwolken aufgezogen. China-Crash, niedriger Ölpreis und Absturz der Bankaktien sorgen für Verstimmung an den Börsen. Und so sind die Kurse an der Wall Street und in Frankfurt zum Start ins neue Börsenjahr kräftig unter Druck geraten. Die Folge: Die ausgewiesenen Dividendenrenditen vieler Aktien sind in die Höhe geschossen.

Kein Wunder: Während die Kurse gepurzelt sind, blieben die Gewinnerwartungen der Unternehmen davon unberührt. Schließlich passen die Vorstände ihre Jahresprognosen nicht täglich den Börsenkursen an. Da die Dividendenrendite einer Aktie sich aus Dividendenerwartung und aktuellem Kurs berechnet, locken nun vermeintlich günstige Einstiegskurse. So weisen die Dax-Aktien Eon, Daimler, Allianz oder BASF und K+S jeweils eine Dividendenrendite von mehr als Prozent oder sogar darüber aus. Verglichen mit den mageren Null-Renditen, die Anleihen mit guter Bonität derzeit bieten, sind das Spitzenwerte.

„Anleger sollten jedoch nicht blind zugreifen“, mahnt Max Schott von Sand und Schott aus Stuttgart. Selbst historisch stabile Gewinnmargen blieben nicht für alle Zeiten stabil. „Aktuell lauern die Gefahren aus unserer Sicht besonders bei Rohstoffunternehmen wie beispielsweise bei der australischen BHP Billiton“ so Schott. „Anleger sollten zudem bei Unternehmen vorsichtig sein, die starke Schwankungen in den Gewinnen und Cashflows aufweisen. Das ist insbesondere bei zyklischen Werten oft der Fall“, so Schott.

Anleger, die dividendenstarke Aktien für einen längeren Zeithorizont suchen, sollten deshalb nicht nur auf die aktuelle Dividendenrendite schauen, sondern auf das Gesamtbild, rät auch Andreas Görler von Wellinvest Pruschke & Kalm. Auch an den Beispielen Eon und RWE werde dies deutlich. Die beiden Versorger – über viele Jahre hinweg Garanten für hohe Gewinne und Dividenden – stecken in einer schwierigen Umstrukturierungs- und Neuorientierungsphase. So hat beispielsweise bereits RWE seine Dividende bereits gestrichen.

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Er beschönigt nichts: Mit extrem anfälligen Aktienkursen werden Anleger vorerst leben müssen, sagt der Stratege und Fondschef der Deutsche Asset Management. Dennoch er sieht die Finanzwelt nicht so am Abgrund wie 2008.

Insgesamt sei der Versorger- und Rohstoffbereich derzeit anfällig. Im Jahr 2014 zogen Staatsfonds und Großinvestoren rund 50 Milliarden US-Dollar aus diesen Bereichen ab, im vergangenen Jahr waren es bereits 3,4 Billionen US-Dollar. „Nach meiner Auffassung ist das kein kurzfristiger Trend. Deshalb rechne ich bei Versorgern und Rohstoffunternehmen eher mit fallenden Dividenden und weiteren Kurskorrekturen nach unten“, so Görler.

Doch bei welchen Unternehmen und deren Aktien ergeben sich derzeit Chancen? „Solide Bilanzen sowie gewinnbringende und etablierte Geschäftsmodelle sind unverzichtbar für den langfristigen Erfolg“, sagt Markus Steinbeis von Huber, Reuss & Kollegen. „Wichtig ist aber vor allem, dass die Unternehmen selbst in konjunkturellen Abschwüngen gute Gewinnmargen erzielen, was eine nachhaltige Dividendenausschüttung sehr wahrscheinlich macht“, so Steinbeis. Bei solchen Qualitätsaktien handelte es sich meist um renommierte Weltfirmen mit einzigartigen Produkten, die aufgrund ihrer besonderen Marktstellung ständig nachgefragt werden.

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