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10.11.2012

15:26 Uhr

Anlagestrategie

Kupfer – der verpasste Megatrend

VonMartin Ahlers

Die Angst vor der Inflation treibt viele Anleger wieder verstärkt in Rohstoffe. Der Fokus liegt dabei fast ausschließlich auf Gold. Ein anderer Rohstoff spielt dagegen bisher nur eine untergeordnete Rolle.

Rohstoffinvestments werden immer beliebter. Privatanlegern empfiehlt sich daher ein Blick auf das Industriemetall Kupfer. dpa

Rohstoffinvestments werden immer beliebter. Privatanlegern empfiehlt sich daher ein Blick auf das Industriemetall Kupfer.

Aus guten Gründen nimmt das Privatanlegerinteresse an Rohstoffinvestments immer mehr zu. Neben dem Diversifizierungsaspekt ist hierfür seit dem Ausbruch der Staatsschuldenkrise und der damit verbundenen expansiven Geldpolitik der Notenbanken sicherlich auch der erhoffte Inflationsschutz mitverantwortlich. Leider fokussieren sich aber selbst rohstoffaffine Investoren fast ausschließlich auf Gold und mit deutlichem Abstand auf Silber und Öl, wie Christian Schmitz von Goldman Sachs sagt. „Industriemetalle, wie etwa Aluminium, Kupfer, Nickel oder Zink spielen bei Privatanlegern als Basiswerte dagegen nur eine untergeordnete Rolle.“ Dabei wären diese Stoffe auch insofern interessant, als dem Angebot – anders als beim Gold – ein realer Verbrauch gegenübersteht. Und der nimmt beispielsweise beim Kupfer kontinuierlich zu.

Weltweit müssen immer mehr Kabel verlegt werden, um die meist in eher entlegenen Regionen liegenden Produktionsorte alternativer Energie ans Netz anzubinden. Für die Herstellung jedes Elektro- oder Hybridfahrzeugs wird Kupfer benötigt und jede Wohnung, die neu gebaut wird, benötigt viele Kilogramm des goldbraun glänzenden Metalls. Entsprechend ist der Verbrauch seit 2002 auch um 3,1 Prozent pro Jahr angestiegen, wie Jochen Hitzfeld, Rohstoffanalyst bei der Unicredit Group erläutert. Auf der anderen Seite würden sich deutliche Angebotsprobleme abzeichnen. In vielen Minen geht die Produktion zurück, der Kupfergehalt des abgebauten Materials sinkt und der Mangel an Energie, Wasser und qualifizierten Arbeitskräften führt zu steigenden Förderkosten. „Die bestehenden Kupferminen sind im Durchschnitt etwa 50 Jahre alt und haben noch eine Restlebenszeit von 30 Jahren“, sagt Hitzfeld. „Die Produktionskosten der nächsten größeren Kupfermine, des Oyu Tolgoi Projekts in der Mongolei, belaufen sich inzwischen aber auf ca. 13 000 USD je Tonne.

Sollte die Nachfrage über den bisherigen Höchststand hinaus ansteigen, müsste der Kupferpreis entsprechend zulegen, um die Nachfrage decken zu können.“ Dabei sieht Hitzfeld auch nicht die Gefahr, dass Kupfer eines Tages in nennenswertem Umfang durch andere Stoffe ersetzt werden könnte. „So zeichnet sich das Metall durch seine Biegsamkeit und Korrosionsbeständigkeit sowie insbesondere natürlich durch seine hohe elektrische Leitfähigkeit aus. Die nächst bessere Leitfähigkeit hat Silber, ist aber als Ersatz zu teuer. Die nächst schlechtere Leitfähigkeit hat Aluminium. Hier ist der entsprechende Wert jedoch nur noch halb so hoch, so dass der Leitungsquerschnitt doppelt so hoch sein müsste, was für die meisten Anwendungsgebiete, wie zum Beispiel Elektromotoren nicht in Frage kommt“, sagt Hitzfeld.

Sechs Fakten über die Rohstoffmärkte

Viel Verbrauch...

Die Weltbevölkerung wächst und wächst. Prognosen gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2100 mehr als zehn Milliarden Menschen auf der Erde leben werden.

...und wenig Angebot

Rohstoffe wie Öl und Gold sind nicht endlos, dementsprechend teuer werden sie, wenn das Angebot sich verknappt.

13 Prozent

beträgt aktuell Chinas Anteil an der Weltwirtschaft. Die rohstoffhungrige Volksrepublik ist auf dem besten Wege die größte Handelsnation der Welt zu werden.

40 Prozent

der weltweiten Kupfer-, Zink- und Aluminiumproduktion verbrauchen die Chinesen.

30 Prozent mehr

als vor drei Jahren kosten nach Angaben des Food Price Index der Uno unsere Nahrungsmittel weltweit im Durchschnitt.

465 Prozent Gesamtrendite

konnten Anleger mit Aktien auf Goldminen seit 2002 einfahren.

 Um als Privatanleger von einer langfristig positiven Preisentwicklung bei Kupfer zu profitieren, bieten sich laut Nicolai Tietze vom X-Markets-Team der Deutschen Bank unter anderem Partizipationszertifikate auf den an der London Metal Exchange (LME) gehandelten Kupferfuture an. „Bei diesen Produkten muss zwar regelmäßig in einen länger laufenden Future gerollt werden, wodurch sogenannte Rollverluste entstehen können, da die Forwardkurve im vorderen Bereich allerdings einen fast flachen Verlauf aufweist, fallen diese momentan sehr gering aus und sollten von Anlegern, die tatsächlich von steigenden Preisen überzeugt sind, zu verschmerzen sein.“

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

10.11.2012, 15:57 Uhr

So ein Geschwätz. Gold und Industrierohstoffe zu vergleichen. Wer in Gold geht, der geht nicht wegen dem sehr geringen Rohstoffcharakter von Gold rein sondern weil Gold die härteste aller Währungen ist. Gold ist ein Investment für Leute, die die Staatsschuldenkrise als Vorbote für eine Währungsreform sehen. Und das sind mittlerweile ja nicht mehr einige wenige Spinner. Deshalb kauft man Gold auch physisch und lagert es außerhalb dem Zugriff von Staat und Banken. Wer sich aber ein paar Tonnen Kupfer kaufen will muss das zwangsläufig wegen dem Platzbedarf über Zertifikate machen. Und was sind Zertifikate? Zahlungsversprechen von Banken. Und was will der Goldanlager gerade nicht? Dreimal darf der Autor raten.

Account gelöscht!

10.11.2012, 16:02 Uhr

Ach ja: Silber kauft man sich auch nicht per Zertifikat. Einige Kilo Silber sind 2012 und 2013 noch mit nur 7% Umsatzsteuer zu erwerben und nach einem Jahr Spekulations- und Abgeltungssteuerfrei. Und wenns dem Emittent (ich erinner an Lehman Bros.) oder dem Staat schlecht geht, dann hat man trotzdem noch einige Kilo im Keller. Was hat dann der, der ein Zettel von der Bank in der Hand hat?

theobaldus

11.11.2012, 07:07 Uhr

Ich sage nur: ABN0JW. Ist ein Basket von 6 Industriemetallen. Ganz normales Zertifikat ohne Bonus, Cap, Discount und diesen anderen Unfug

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