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21.09.2012

11:09 Uhr

Anlagestrategie

Nebenwerte sind kleine Wirtschaftswunder

VonMatthias von Arnim

Anleger haben vor allem Standardwerte aus dem Dax oder den Index selbst im Depot. Doch Titel aus der zweiten Reihe bieten oft größere Chancen. Mit den passenden Produkten lassen sich attraktive Renditen erzielen.

Bulle und Bär vor der Frankfurter Börse: Nebenwerte fern ab des Dax bieten gute Chancen. ap

Bulle und Bär vor der Frankfurter Börse: Nebenwerte fern ab des Dax bieten gute Chancen.

BonnDax-Aktien sind beliebt bei Börsianern. Täglich wechseln derzeit Aktien wie etwa Siemens oder SAP in einem Wert von rund 3,3 Milliarden Euro die Besitzer. Kein anderes Börsensegment zieht so viel Aufmerksamkeit und Umsatz an wie die im deutschen Leitindex versammelten Unternehmen. Allein die Börsenumsätze von Adidas, rund 42 Millionen Euro täglich, übersteigen den Gesamtumsatz aller SDax-Aktien.

Selbst die Aktien von Weltmarktführern, die im MDax oder SDax gelistet sind, werden oft nur sporadisch gehandelt. Der Grund dafür ist letztlich eine sich selbst erfüllende Prophezeiung: „Das Interesse vor allem der institutionellen Anleger und Fondsmanager konzentriert sich auf die Dax-Titel, weil sie dort aufgrund der hohen Liquidität schneller Aktien kaufen und verkaufen können“, erklärt Heiko Geiger von der Schweizer Bank Vontobel.

Was aus 1.000 Euro in zehn Jahren wurde

Deutscher Aktienindex (Dax)

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren: +88,8 Prozent (ohne Dividenden)

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.888 Euro

Dow Jones

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +52,7 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.527 Euro

EuroStoxx 50

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +31,3 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.313 Euro

Nikkei

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +10,1 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1101 Euro

Chinesische Aktien (Shanghai B-Index)

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +10,3 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.103 Euro

MSCI Emerging Markets

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +228 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 3.285 Euro

Gold

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +314 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 4.142 Euro

Silber

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +428 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 5.275 Euro

Öl

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +221 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 3.205 Euro

Weizen

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +92 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.916 Euro

Kaffee

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +151 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 2.509 Euro

Staatsanleihen (Rexp)

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +67 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.666 Euro

Unternehmensanleihen (Citigroup World BIG Corporate Index)

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +56 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.559 Euro

Sparbuch

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.095,90 Euro*

*bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 0,92 Prozent (Spareckzins)

Tagesgeld

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.209 Euro*

*bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 1,92 Prozent

Festgeld

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.266 Euro*

*bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 2,39 Prozent

Wichtige Kennzahlen wie Cash Flow, Gewinnaussichten oder auch Marktpositionierung und Schuldenstand sind zwar auch für diese Aktien wichtig, spielen für Manager großer Fonds aber manchmal nur eine untergeordnete Rolle in ihrer Strategie, wenn es um Investitionen in Aktien von Unternehmen aus niederen Marktsegmenten geht: „Nebenwerte mit geringer Liquidität gelten als riskant und fallen bei Risiko-Controllern deshalb oft als erste durchs Raster“, sagt Gregoire Toublanc von der französischen Bank BNP Paribas.

Ein Nebeneffekt der Umsatzkonzentration ist die geringere Auswahl an Zertifikaten mit Nebenwerte-Aktien als Basiswert. Die vergleichsweise geringe Liquidität dieser Aktien führt zudem oft zu höheren Spreads bei den betreffenden Zertifikaten. Die Umsätze mit Zertifikaten auf Nebenwerte sind entsprechend gering.

Die goldenen Regeln des Value-Investors Warren Buffett

Gezielt auswählen

Konzentrieren Sie Ihre Investments auf herausragende Unternehmen, die von einem starken Management geleitet werden.

Weniger ist mehr

Beschränken Sie sich auf Unternehmen, die Sie wirklich verstehen können. Zehn bis 20 sind in Ordnung, ab 20 ist Ärger vorprogrammiert.

Viel auf Wenige setzen

Suchen Sie sich unter Ihren guten Unternehmen die besten aus und stecken Sie den größten Teil Ihrer Investments in diese.

Langfristig denken

Denken Sie langfristig: mindestens fünf bis zehn Jahre.

Keine Panik

Volatilität kommt vor. Bleiben Sie dran.

Quelle: Robert G. Hagstrom, "Warren Buffett. Sein Weg. Seine Methode. Seine Strategie.", Börsenbuchverlag 2011.

Doch Anleger auf der Suche nach aussichtsreichen Produkten sollten gerade dieses Segment nicht abschreiben: Es gibt sie, die Schnäppchen, mit denen sich in überschaubaren Zeiträumen ansehnliche Renditen erwirtschaften lassen. „Denn insbesondere Discount- und Bonuszertifikate bieten aufgrund der oft relativ hohen Volatilität von Nebenwerten interessante Konditionen“, sagt Stefano Angioni von der DZ Bank.

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