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15.09.2013

09:33 Uhr

Anlagestrategie

Rollende Ölfässer

VonMatthias von Arnim

Die Entwicklung des Ölpreises wird derzeit mehr von politischen Entwicklungen als von Angebot und Nachfrage bestimmt. Produkte auf Öl-Futures und Ölförderer-Aktien bieten unterschiedliche Chancen.

Arbeiter verladen Ölfässer beim Unternehmen Pertamina in Jakarta, Indonesien: Anleger, die von der Entwicklung des Ölpreises profitieren wollen, müssen einige Besonderheiten beachten. ap

Arbeiter verladen Ölfässer beim Unternehmen Pertamina in Jakarta, Indonesien: Anleger, die von der Entwicklung des Ölpreises profitieren wollen, müssen einige Besonderheiten beachten.

FrankfurtÖl ist ein Rohstoff mit Risiken. Als Energieträger neigt er zum Brand oder zur Explosion – ein gewünschter Effekt. Aber auch als Handelsware ist Öl ein explosives Gemisch – mit einem geopolitischen Risikoaufschlag, der sich tagtäglich neu an den stark schwankenden Preisen ablesen lässt. Dieser Effekt ist eher unerwünscht.

Wie sehr die Politik auf den Ölpreis wirkt, erfuhren Anleger insbesondere in den vergangenen Tagen, als die Weltgemeinschaft einen Militärschlag der USA gegen Syrien erwartete und es über Nacht zunächst doch erst einmal ganz anders kam: Ende April kostete ein Fass Öl der Sorte Brent noch rund 95 US-Dollar. Seitdem war der Preis für Öl scheinbar unaufhörlich gestiegen, seinen vorläufigen Höchststand erreichte das flüssige Gold im August mit 117 US-Dollar pro Fass. Am Montagmorgen, dem 9. September 2013, als man davon ausgehen konnte, dass der US-Kongress noch in der laufenden Woche einen Militärschlag gegen das syrische Assad-Regime beschließen würde, kostete ein Barrel Öl (159 Liter) der Sorte Brent noch 116 US-Dollar.

Als im Laufe des Montags deutlich wurde, dass Bewegung in die Verhandlungen um eine Kontrolle der syrischen Chemiewaffen kommen würde, sank der Ölpreis innerhalb kürzester Zeit um drei Dollar. Derzeit wird das Fass Brent-Öl für etwa 110 US-Dollar gehandelt, Tendenz sinkend. Wie viel Risikoaufschlag für den Fall eines US-Militärschlags im Ölpreis steckt, lässt sich an diesen Entwicklungen ablesen. 116 US-Dollar oder vielleicht etwas mehr könnte wohl der Preis sein, den Brent Crude Oil im Falle eines US-Angriffs auf Syrien kosten würde.

Noch immer steckt ein Risikoaufschlag im Preis für Brent-Öl. Das wird im Vergleich mit Öl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) deutlich. Denn Öl ist nicht gleich Öl. Je nachdem, wo es gefördert wird und wie seine Zusammensetzung ist, hat es eine andere Qualität und einen anderen Preis. Die beiden Ölsorten West Texas Intermediate (WTI) und Brent beispielsweise sind sogenannte leichte Rohöle.

Das eine wird in den USA, das andere in der Nordsee zwischen den Shetland-Inseln und Norwegen gefördert. Die Preise für WTI- und Brent Öl weichen normalerweise nur wenig voneinander ab. „Brent müsste eigentlich etwas preiswerter sein, denn WTI enthält weniger Schwefel und ist somit hochwertiger“, erklärt Heiko Geiger.

Kommentare (3)

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15.09.2013, 17:25 Uhr


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Bildung_fuer_Alle

15.09.2013, 20:26 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

benediktschuler

16.09.2013, 10:10 Uhr

Die Aussage "Wer heute Öl mit einem Lieferzeitpunkt Dezember 2019 ordert, bekommt das Fass WTI für 80 Euro, Brent kostet mit Lieferzeitpunkt Dezember 2019 weniger als 88 Euro." ist falsch. Rohöl für Lieferung 2019 liegt heute bei ca. 63 Euro. Es muss heissen "Wer heute Öl mit einem Lieferzeitpunkt Dezember 2019 ordert, bekommt das Fass WTI für 80 Dollar, Brent kostet mit Lieferzeitpunkt Dezember 2019 ca. 88 Dollar." Dieser Fehler ist mit Hinblick auf das im hinteren Teil als Investitionsstrategie beschriebene VonTobel Zertifikat recht kritsch zu sehen.

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