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04.08.2013

17:36 Uhr

Anlagestrategie

Vive la Trance!

Zur Bundestagswahl schaut ganz Europa nach Berlin, denn so lange werden alle Initiativen zur Problembewältigung in den Krisenstaaten aufgeschoben. Sollten auch Anleger bis zum Wahltag abwarten? Eindeutige Antwort: Nein!

Blick auf den Dax: Die Wirkung der Finanzspritzen für die Euro-Krisenländer lässt bereits nach. dpa

Blick auf den Dax: Die Wirkung der Finanzspritzen für die Euro-Krisenländer lässt bereits nach.

Glaubt man Politikern, hat Europa seine Probleme im Griff. „Der Schuldenschnitt war eine einmalige Veranstaltung“ antwortete beispielsweise Finanzminister Schäuble jüngst in einem Interview der Bild-Zeitung auf die Frage, ob im Falle Griechenlands in absehbarer Zeit mit weiteren Schuldenkürzungen zu rechnen sei.

Sieht man sich die Zahlen der zurückliegenden beiden Jahre an, ist auch Portugal scheinbar auf gutem Wege. Das von der Troika verordnete Sparprogramm ist in den vergangenen zwei Jahren gut umgesetzt worden. So sank Portugals Haushaltsdefizit von minus acht Prozent auf unter minus vier Prozent. Von Zypern hört man derzeit ebenfalls wenig. Das Zehn-Milliarden-Hilfsprogramm der Troika aus EZB, IWF und EU-Kommission, von dem bislang drei Milliarden abgerufen wurden, wirkt derzeit wie ein Beruhigungsmittel.

Doch die Wirkung der Finanzspritzen lässt bereits nach. Die Devise lautet: Nach der Bundestagswahl im September wird in Europa neu gerechnet. Das weiß auch Finanzminister Schäuble, der im selben Interview, in dem er einen weiteren Schuldenschnitt für Griechenland abstritt, bereits vorbaute: „Die Finanzminister der Eurozone haben bereits letztes Jahr zugesagt, eine weitere Unterstützung zu prüfen, wenn das Programm Ende 2014 vollständig umgesetzt wurde.“

Was er verschwieg: Griechenland wird aller Voraussicht nach nicht erst Ende kommenden Jahres neue Finanzhilfen nötig haben. Denn das Geld aus dem zweiten Hilfsprogramm ist bereits zu einem großen Teil verplant. Von den insgesamt 144,6 Milliarden Euro aus der Topf der Troika sind nur noch elf Milliarden übrig. Diese Summe wird nicht bis zum Ende des nächsten Jahres ausreichen, um die Löcher im Athener Haushalt zu stopfen. Die EU-Kommission rechnet derzeit damit, dass den Griechen bereits im Juli 2014 das Geld ausgeht. In Brüssel ist man sich deshalb hinter vorgehaltener Hand darüber einig, dass ein Schuldenschnitt in Griechenland unausweichlich ist.

Kommentare (2)

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Mad_Cow

04.08.2013, 22:00 Uhr

Für das Ergebnis der Bundestagswahl gibt es exakt 2 Szenarien:

1. Angela Merkel bleibt Kanzlerin unter einer Schwarz-Roten Regierung
2. Angela Merkel bleibt Kanzlerin unter einer Schwarz-Gelben Regierung

Es wird nichts Überraschendes passieren. Hannelore Kraft wird erst 2017 eine Chance haben, die CDU-Kanzlerin abzulösen. Aber bis dahin fließt noch viel Wasser den Waal hinunter.

Frank3

05.08.2013, 07:18 Uhr

Hannelore Kraft macht ES ERST WENN DEUTSCHLAND SOUVERÄN ODER NIE , denn sie ist EHRLICH und EINZIGE EHRLICHE in SPD ? sie MACHT NIE NUR DEN GESCHÄFTSFÜHRER GEGEN WELCHE MIT VORRECHTE .
In Deutschland sollten die Menschen "unser Wertesystem überdenken".
Hannelore Kraft

Frank Frädrich auch Kanzlerkandidat wie ein JEDER SOUVERÄNE

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