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25.10.2013

09:49 Uhr

Anlagestrategie

Von der Wende in der Stahlbranche profitieren

Arcelor-Mittal-Aktionäre hatten in den vergangenen Monaten nichts von den Kursgewinnen gesehen, die der breite Markt Anlegern beschert hat. Allmählich zeichnet sich allerdings eine Trendwende in der Stahl-Branche ab.

Immer mehr Stahlöfen kochen unter Volllast. Mit speziellen Bonus-Zertifikaten kann man sich am Stahltrend beteiligen. Reuters

Immer mehr Stahlöfen kochen unter Volllast. Mit speziellen Bonus-Zertifikaten kann man sich am Stahltrend beteiligen.

Seit Jahresbeginn hat die Aktie von Arcelor Mittal über zehn Prozent verloren. Damit spiegelte der Kursverlauf die schlechten Zahlen. Im vergangenen Jahr blieb für das Unternehmen ein dickes Minus übrig. Per Saldo blieb der Konzern 2012 auf einem Verlust von 3,7 Milliarden US-Dollar sitzen. Das Jahr zuvor wurde noch ein Gewinn von knapp 2,3 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet.

Ein Grund für die schlechten Zahlen des vergangenen Jahres: Der Konzern musste Abschreibungen in Höhe von 4,3 Milliarden US-Dollar auf Hochöfen unter anderem in Frankreich und Belgien verkraften. Im August 2013 hat der weltgrößte Stahlkonzern mit Sitz in Luxemburg noch darauf hingewiesen, dass das Unternehmen vor allem durch den schrumpfenden europäischen Markt betroffen war. Die europäische Region ist einer der wichtigen Absatzmärkte für Arcelor Mittal.

Was Kunden, Banker und Regierung tun sollten

Handlungsempfehlung für Kunden

Was müssen Privatkunden beachten, damit sie sich für das richtige das richtige Finanzprodukt abschliessen? Elf Vorschläge von Julius Reiter, Professor für Banking & Finance an der FOM-Hochschule für Oekonomie und Management und Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht in der Kanzlei Baum Reiter & Collegen in Düsseldorf.

Verbesserung des Finanzproduktverständnisses

Kunden müssen alle Konsequenzen im Rahmen eines Finanzgeschäfts beurteilen können. Ist dies nicht gegeben, sollten sie auf den Vertragsabschluss verzichten.

Überprüfung der Vertragsdetails

Kunden profitieren bei der Auswahl des geeigneten Finanzprodukts von einer kritischen Prüfung des Vertragswerks. Kunden gewinnen langfristig, wenn sie neben den Chancen und Risiken auch die Gebührenstruktur eines Finanzprodukts kritisch beim Erwerb hinterfragen.

Umgang mit persönlichen Daten

Kunden sollten kritisch hinterfragen, welche Informationen sie dem Finanzberater preisgeben. Weiterhin sollten sie den Umgang mit ihren persönlichen Daten, insbesondere im Internet, restriktiv handhaben. Öffentlich zugängliche personenbezogene Daten können von der Finanzbranche strategisch und in der Beratung verkaufspsychologisch genutzt werden.

Handlungsempfehlung für Banken

Banken sollten für eine erfolgreiches wirtschaften folgende Ratschläge beachten.

Suchmaschinenoptimierung

Suchmaschinen sind im Kaufentscheidungsprozess für Bankkunden eine wichtige Informationsquelle. Eine Suchmaschinenoptimierung erscheint erforderlich, um Kunden entsprechende Informationen zur Verfügung stellen zu können.

Abstimmung des Filial- und Internetangebots

Banken profitieren von einem auf das Kundenbedürfnis ausgerichteten Angebot im Internet. Die Optimierung des Vertriebsweges Internet bei gleichzeitiger Abstimmung mit lokalen Angeboten erscheint sinnvoll.

Optimierung der Vergütungsstruktur

Die Gruppe der Selbstentscheider und der Online-Käufer wächst. 25% der Kunden lassen sich in Banken und bei Finanzdienstleistern beraten, kaufen aber die Finanzprodukte im Anschluss online. Dies steht im Zusammenhang mit gestörtem Vertrauen in die Unabhängigkeit und Kompetenz der Finanzberatung. Entlohnungssysteme im Rahmen der Beratung sollten überprüft und die Qualität der Beratung gegenüber den Kunden deutlicher herausgestellt werden.

Handlungsempfehlung für Gesetzgeber

Juristen sollten die sich nachfolgenden Tipps zu Herzen nehmen.

Reduzierung Vertragskomplexität bei Finanzprodukten

Die Transparenz bei Finanzprodukten ist nicht gegeben. Die Komplexität sollte reduziert und die Transparenz, insbesondere in Bezug auf Kosten und Provisionen, muss erhöht werden. Bei gesetzlicher Verpflichtung der Anbieter zur Offenlegung aller Kosten einer Kapitalanlage in Euro und Cent könnte der Anleger unter Berücksichtigung dieser Kosten von sich aus prüfen, welcher absolute Betrag seiner Anlagesumme überhaupt in die Substanz des Produktes fließt und wie viel „weiche Kosten“ keinem Gegenwert entsprechen.

Unabhängige Beratung fördern

Der Trend zum Selbstentscheider und Online-Kauf bei Finanzprodukten nimmt zu. Dies steht im Zusammenhang mit dem Vertrauensverlust in die Finanzberatung. Ein Fünftel der Befragten kann sich unter Honorarberatung, also unabhängiger Beratung ohne Provisionsvergütung, nichts vorstellen. Es sollte durch den Gesetzgeber ein Berufsbild des Honorarberaters mit qualifizierter Berater-Ausbildung und verbindlichen Qualifikationsanforderungen etabliert werden. Die Verpflichtung für Anbieter, Finanzprodukte als Alternativangebot mit provisionsfreien Nettotarifen anzubieten, könnte den Markt für unabhängige Beratung fördern.

Finanzbildung

Die Finanzbildung sollte als fester Bestandteil in die Schulausbildung integriert werden.

Im zweiten Quartal 2013 machte sich allerdings eine Verbesserung gegenüber den ersten drei Monaten des Jahres bemerkbar. So legten die Stahllieferungen um 1,7 Prozent auf 21,3 Millionen Tonnen zu, die Eisenerzproduktion erhöhte sich um 3,8 Prozent auf 15 Millionen Tonnen. Für das zweite Halbjahr zeigt sich der Konzern weiter optimistisch.

Positive Einschätzung
Eine deutliche Anhebung des Kursziels für Arcelor Mittal von 11,50 auf 18 Euro nahm Abhi Shukla, Analyst bei der Société Générale, in einer aktuellen Studie vor. Shukla sieht sowohl firmeninterne Restrukturierungen als auch Verbesserungen im Stahlsektor allgemein, die zu einer deutlichen Verbesserung der Gewinnsituation bei Arcelor Mittal führen sollen. Für die kommenden drei Jahre sieht der Experte eine Verbesserung der Margen bei den Stahlkonzernen. Eine Trendwende bei den Stahlpreisen sieht ebenfalls das britische Marktforschungsinstitut MEPS. Nach deren Auffassung sollte die Stahlbranche im laufenden Jahr den Tiefpunkt des Zyklus hinter sich lassen.

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