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28.05.2014

11:05 Uhr

Anlagestrategie

Wette auf den Wechsel in Brasilien

Quelle:Börse am Sonntag

Der Chart des brasilianischen Ölkonzerns Petroleo Brasileiro sieht nicht vertrauenserweckend aus. Doch die niedrigere Bewertung der Aktie dürfte einen weiteren Kurssturz verhindern. Wie Anleger davon profitieren können.

Die Zentral von Petrobras in Rio de Janeiro: die Aktien des Öl-Giganten sind günstig bewertet, sagen Experten. AFP

Die Zentral von Petrobras in Rio de Janeiro: die Aktien des Öl-Giganten sind günstig bewertet, sagen Experten.

DüsseldorfBrasilien wurde vom Oktober 2013 bis März 2014 gemieden, wie ein Blick auf den Leitindex Bovespa verrät. Danach setzte eine Trendwende ein. Die Erholung ist unter anderem fundamentalen Gründen geschuldet. Einige Probleme wurden beherzt angegangen.

So lag das Leistungsbilanzdefizit des lateinamerikanischen Landes im März bei 6,2 Milliarden US-Dollar während es im Februar noch bei 7,4 Milliarden US-Dollar lag. Allerdings kann sich die Politik nicht ausruhen, nach wie vor kämpft das Land mit wirtschaftlichen Problemen und sozialen Spannungen.

Brasiliens Wirtschaft auf einen Blick

Wirtschaftskraft

Brasilien ist mit einem Bruttoinlandsprodukt von 2,24 Billionen (Angaben für 2013) US-Dollar die siebgrößte Volkswirtschaft der Welt.

Bevölkerung

203 Millionen

Export

Wichtigste Exportgüter Brasiliens sind Rohstoffe (Eisenerz, Kupfer, Öl) und landwirtschaftliche Erzeugnisse (Sojabohnen,  Kaffee, Zucker).

Import

Aus dem Ausland führt das Land vor allem Autos und Autoteile sowie Maschinen ein.

Finanzpolitik

2013 lag das Defizit im brasilianischen Staatshaushalt bei 3,3 Prozent der Wirtschaftsleistung. Die Gesamtverschuldung liegt bei 66  Prozent. Zum Vergleich: In Deutschland liegt sie bei etwa 80 Prozent.

Nach den starken Kursverlusten könnte ein politischer Wechsel dem Kurs von der Aktie Petroleo Brasileiro (Kurzform Petrobras) neuen Auftrieb geben. Die Wirtschaftspolitik der sozialistischen Präsidentin Dilma Rousseff findet bei den Wählern immer weniger Anklang. Und bereits im Oktober stehen die Wahlen vor der Tür.

Das Oberste Gericht des Landes hat dem Antrag eines Oppositionspolitikers auf Prüfung eines Petrobras-Deals aus dem Jahre 2006 stattgegeben bei dem möglicherweise Korruption im Spiel war. Das Unternehmen, das sich zu zwei Dritteln im Besitz des Staates befand, hat eine Raffinerie zu einem zu hohen Preis erworben. Pikanterweise ist die damalige Vorsitzende des Petrobras-Aufsichtsrates die heutige Präsidentin des Landes.

Im operativen Geschäft stellt der Konzern die Weichen für die Zukunft. Anfang des Monats hat Petrobras mit dem Flugzeugbauer Embraer ein Kooperationsabkommen vereinbart, das die Sicherheit und Zuverlässigkeit der Anlagen, mit denen Petrobras Öl und Gas produziert, erhöht.

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