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01.08.2014

06:45 Uhr

Anlagestrategie

Wo es noch Zinsen gibt

VonMatthias von Arnim

Die Zinsen sind im Keller. Kreditnehmer freut es, Anleger sind verzweifelt. In Zeiten des Nahe-Nullzins-Niveaus sind Renditen nur noch mit einem extra Schuss Risiko zu erzielen. Sind Sie dazu bereit?

Anleger, die mehr Rendite erwarten, müssen mehr Risiken in Kauf nehmen. Die Zeiten, in denen Staatsanleihen Investoren sicher schlafen ließen, sind ohnehin vorbei. Getty Images

Anleger, die mehr Rendite erwarten, müssen mehr Risiken in Kauf nehmen. Die Zeiten, in denen Staatsanleihen Investoren sicher schlafen ließen, sind ohnehin vorbei.

Finanzminister Schäuble hat gut lachen: Der Bund kann derzeit Schulden zum Nulltarif aufnehmen. Die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen ist am Dienstag dieser Woche auf ein Rekordtief von 1,117 Prozent gefallen. Der bisherige Tiefstand vom Sommer 2012 von 1,127 Prozent wurde damit unterboten.

Damals hatte EZB-Chef Mario Draghi seine sogenannte Euro-Garantie ausgesprochen – der Euro sollte gerettet werden, „was auch immer es kosten mag“, so Draghis Worte. Was das erneute Zinstief für Anleger bedeutet, lässt sich an den Eckdaten einer Staatsanleihe des Bundes mit einer Restlaufzeit von 12 Monaten (WKN 113528) ablesen: Das Papier bietet aktuell bei einem Zinskupon von 3,25 Prozent, abzüglich eines Stückzinses von 0,235 Prozent und einem Kassakurs von 103 Prozent eine Rendite von 0,05 Prozent per annum – vor Steuern und Inflation, zuzüglich Transaktionskosten. Im Klartext heißt das, dass Investoren, die in Bundesanleihen investieren, sehenden Auges Geld vernichten.

Sparer, die eine zwei vor dem Komma erwarten, müssen ihr Geld mittlerweile schon bei der VTB parken. Die bietet 2,5 Prozent aufs fünfjährige Festgeld-Konto. Das Risiko: Hinter der Abkürzung VTB verbirgt sich die zweitgrößte russische Bank, ehemals Vneschtorgbank, die sich zu mehr als 60 Prozent im Besitz des russischen Staates befindet.

Das Dilemma ist jedoch: Es gibt kaum Alternativen. Denn europaweit sieht es nicht viel besser aus. Selbst portugiesische und spanische Staatsanleihen mit einem Jahr Restlaufzeit bieten gerade einmal 0,2 Prozent Rendite. Nach Abzug von Steuern und Inflation bleibt auch da unter dem Strich ein Minus stehen. Und es ist keine Wende in Sicht.

„Anleger sollten sich darauf einstellen, dass die Zinsen lange Zeit niedrig bleiben. Denn die hochverschuldeten Industrienationen können sich gar keine höheren Zinsen mehr leisten. Die Politik der schleichenden Staats-Entschuldung auf Kosten der Sparer wird noch sehr lange andauern“, sagt Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank.

Kommentare (4)

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Herr Andreas Maehler

01.08.2014, 09:39 Uhr

hat schon was.
Mein bänker bietet doch ganz stolz 0,10 %. Ich glaub wenn die die zahl so hin schreiben -> "0,1000%" werden genung michels ganz stolz drauf eingehen, weil ja irgend wie die zal tausend im spiel ist :-))

Herr peter Spirat

01.08.2014, 10:14 Uhr

Wohl dem, der seine Zeit genutzt hat, um das Traden zu lernen. Denn mit etwas Praxis-Wissen zum Aktienhandel kann man sich immer etwas dazu verdienen und muss nicht den Marktschreiern hinterher laufen.

Schön, dass nun endlich Bewegung in den Markt gekommen ist. Und bald schon wieder sehen wir sehr attraktive Nachkauf-Kurse.

Frau Klaudija Paunovic

01.08.2014, 10:15 Uhr

(...)


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