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20.04.2012

11:34 Uhr

Anlagestrategie

Zocken mit Rohstoffen - aber richtig!

VonGeorgios Kokologiannis

Die Welt hat einen immensen Bedarf an Öl, Gas und Strom. Davon können Anleger profitieren. Wir zeigen, mit welchen Papieren das am besten geht - und wie Sie böse Überraschungen vermeiden.

Händler an der Wallstreet: Nur gut informierte Anleger sollten mit Energierohstoffen spekulieren. dapd

Händler an der Wallstreet: Nur gut informierte Anleger sollten mit Energierohstoffen spekulieren.

FrankfurtVor allem anziehende Kosten fürs Heizen, Treibstoff und Strom treiben derzeit die Inflationsraten. Doch während Konsumenten unter den hohen Preisen ächzen, scheffeln Energiekonzerne wie die US-Ölmultis gigantische Gewinne: So hat Exxon-Mobil im vergangenen Jahr über 41 Milliarden Dollar eingefahren, Chevron kam auf knapp 27 Milliarden – ein neuer Rekord. So ärgerlich diese Entwicklung aus Verbrauchersicht ist: Privatanlegern bietet sie Chancen. Auch sie können von der ungebremsten Nachfrage nach Energie profitieren.

Dafür existieren zwei Möglichkeiten: Entweder sie setzen auf Aktien aussichtsreicher Unternehmen der Branche, oder sie spekulieren direkt auf weiter steigende Preise von Energieträgern wie Rohöl oder Erdgas.

„Wer sich für den ersten Weg entscheidet und dabei breit gestreut anlegen möchte, kann zwar auf eine Vielzahl von Fonds zurückgreifen – unmittelbar auf anziehende Öl- und Gasnotierungen zu setzen, funktioniert mit diesen Anlagevehikeln allerdings nicht“, sagt Sasa Perovic, Leiter der Investmentfonds- und Zertifikateanalyse bei der Ratingagentur Scope.

Indexzertifikate auf Energiebranchen

Europäischer Aktienindex Öl und Gas

WKN: TBOMTR
Emittent: HSBC Trinkaus
3-Jahres-Performance: + 44 Prozent

Globaler Aktienindex mit Titeln der Uranindustrie

WKN: GS0RNU
Emittent: Goldman Sachs
3-Jahres-Performance: + 9,2 Prozent

Globaler Aktienindex mit Kohleförderern

WKN: UB1CAL
Emittent: UBS
3-Jahres-Performance: + 91,7 Prozent

„Mit geeigneten Zertifikaten lassen sich dagegen beide Strategien umsetzen“, so der Experte. Es gibt unzählige dieser Instrumente. Darunter sind Varianten, die sich eher für wagemutige Investoren eignen, weil sie überproportional bei steigenden Aktien- oder Rohstoffpreisen gewinnen – im umgekehrten Fall aber auch gehebelt verlieren. Andere Zertifikate richten sich dagegen an Vorsichtige: Die Gefahr, Verluste zu erleiden ist bei diesen „Kapitalschutzzertifikaten“ dank eingebauter Sicherungsmechanismen gering – genauso niedrig fallen hier im Gegenzug aber auch die erzielbaren Renditen aus. Selbst wenn Energieaktien und -rohstoffe haussieren.

Partizipationszertifikate auf Energierohstoffe

WTI-Rohöl

WKN: DB4WT1
Emittent: Deutsche Bank
3-Jahres-Performance: + 33,5 Prozent

Brent-Rohöl

WKN: DR1V9T
Emittent: Commerzbank
3-Jahres-Performance: + 95 Prozent

Erdgas

WKN: RCB14K
Emittent: Raiffeisen Centrobank
3-Jahres-Performance: - 83,5 Prozent

Zwischen diesen beiden Extremformen sind sogenannte „Indexzertifikate“ positioniert: Sie bilden die Entwicklung eines Aktienindexes nach, der sich aus Titeln eines Branchensegments zusammensetzt, verfügen in der Regel über keine Laufzeitbegrenzung und können zu laufend ermittelten Kursen an der Börse gehandelt werden.

Unkompliziert in die europäische Öl- und Gasindustrie investieren können Anleger zum Beispiel mit zahlreichen Indexpapieren auf den Stoxx 600 Oil & Gas Index. Das Branchenbarometer zeichnet die Entwicklung der 32 bedeutendsten Unternehmen des Sektors ab. Dazu gehören unter anderem Royal Dutch Shell, Total oder BP. In den vergangenen drei Jahren legte der Index um rund 44 Prozent zu.

Kommentare (3)

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ert

20.04.2012, 12:40 Uhr

Wir können das Spekulieren mit Rohstoffen aber auch einfach sein lassen und die deutsche Industrie möglichst billig Produkte produzieren lassen.

lichtenberg

20.04.2012, 12:55 Uhr

richtig

uns ab und zu sollen wir diesen Zockerverein mal runtershorten, damit denen nicht zu wohl, wird, und das HB
keine >Möglichkeit hat über Inflation zu schwadronieren
und die Goldhamster wieder auf denPlan hebt.
Bestimmte Rohstoffe wie Weizen haben schon ein Ekelettiket, es ist nicht gut dort seine Gewinne zu posaunen, es ist überhaupt nicht edel mit so was zu protzen. Es ist der Beginn der asozialen Hälfte im Menschen. Leute wie Jimmy Rogers gehören vom Hero-Sockel
runtergeholt und nicht erhöht werden.

neutral

20.04.2012, 13:07 Uhr

Das Spekulieren mit Rohstoffen läuft über Futurekontrakte und hat keinen nennenswerten bzw. negativen(!) Einfluss auf die Spotpreise!

Das beweisen ein großteil der Studien zu dem Thema und auch der gesunde Menschenverstand.

Ginge man davon aus, das durch spekulativ getriebene Nachfrage Futurekontrakte so sehr im Preis steigen, dass es sich für den Spekulant rechnet, die Kontrakte einzulösen und Rohstoffe tatsächlich zu kaufen und zu lagern, so würden die Futurekontrakte in Relation zum Spotpreis wieder sinken und das Lagern(Hallen etc. mieten, transportieren, usw. ..das ganze ginge auch nur bei nicht verderblichen Rohstoffen) würde sich nichtmehr rechnen, ergo die Spotpreise sinken wieder.

Das sagt übrigens auch Nobelpreisträger Paul Krugman, und der ist ja wohl eher ein Ökonom aus dem linken Lager.

Aber mit dem eindreschen auf böse Spekulanten die auch noch mit "Essen" spekulieren lässt sich gut Wahlkampf machen (Linke, SPD, Grüne) oder Spenden sammeln (foodwatch, attac, ..)

Fakt ist aber nunmal, dass mehr Spekulation zu weniger Volatilität und einer besseren Ressourcenallokation führt.
Aus dem selben Grund ist auch die Finanztransaktionssteuer populistischer Kokolores!

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