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09.04.2011

13:55 Uhr

Anlagevielfalt

Gold ist nicht gleich Gold

VonMatthias von Arnim

Der Goldpreis steigt und steigt - die Chance für Anleger, weiter auf das Edelmetall zu setzen. Aber Gold ist nicht gleich Gold, neben Barren und Münzen gibt es auch andere Anlagemöglichkeiten.

Seit Monaten steigt der Goldpreis von Rekordhoch zu Rekordhoch. Quelle: Reuters

Seit Monaten steigt der Goldpreis von Rekordhoch zu Rekordhoch.

DüsseldorfSeit Monaten steigt der Goldpreis von Rekordhoch zu Rekordhoch. Anleger, die von weiter anziehenden Notierungen ausgehen, haben mehrere Möglichkeiten, auf das Edelmetall zu setzen.

Goldbarren und -münzen

Wer Gold zu Hause lagern möchte, hat die Auswahl aus einer Reihe unterschiedlichster Stückelungen von Barren und Münzen. Viele Goldhändler bieten ihre Dienste mittlerweile auch im Internet an.

Vorteil: Das zu Hause gelagerte Gold kann jederzeit wieder verkauft werden. Gewinne sind steuerfrei. Nachteil: Barren und Münzen können gestohlen werden. Und je kleiner die Barren oder Münzeinheiten sind, desto höher sind die Preisaufschläge und die Differenz zwischen Ankaufs- und Verkaufspreis.

Gold-ETCs

Eine Alternative kann die Investition in Gold-ETCs (Exchange Traded Commodities) sein. Die Entwicklung dieser Wertpapiere orientiert sich am Goldpreis. Bei ETCs handelt es sich um Schuldverschreibungen der Emittenten – aus rechtlicher Sicht also um Zertifikate, die ein Emittentenrisiko bergen. Allerdings werden diese Produkte im Gegensatz zu normalen Zertifikaten in der Regel physisch mit Gold besichert. Dadurch soll das Ausfallrisiko minimiert werden. Ein Beispiel dafür ist der in Deutschland meistverkaufte Gold-ETC „Xetra-Gold“ von der Deutschen Börse (WKN: A0S9GB). Derzeit lagern fast 50 Tonnen Gold im deutschen Zentraltresor für Wertpapiere in Frankfurt. Das entspricht einer Anlagesumme von etwa 1,6 Milliarden Euro.

Vorteil: Kauf und Verkauf der ETCs ist unkompliziert und jederzeit möglich. Bei Gold-ETCs besteht zudem die Möglichkeit, sich das Gold auch nach Hause liefern zu lassen. Nachteil: Die Lagerung von Gold in Tresoren kostet Gebühren. Bei Xetra-Gold sind es 0,357 Prozent per annum. Weiterer Nachteil: Machen ETC-Anleger von ihrem Recht Gebrauch und lassen sich ihren Goldanteil aushändigen, erfahren sie, dass der jeweils aktuelle ETC-Preis nur einen theoretischen Wert hat. „Der Preis von Xetra-Gold orientiert sich am aktuellen Spotpreis von Gold. Doch zu diesem Preis wird niemals Gold geliefert. Die Formung von Barren, der Transport und die Versicherung kosten Geld. Das alles müssen Anleger zahlen, wenn sie sich Barren liefern lassen“, sagt Önder Ciftci, Gründer und Geschäftsführer des Edelmetallhändlers Ophirum.

Gold-Zertifikate

Auch Gold-Zertifikate rücken immer mehr in den Fokus der Anleger. Hauptgrund: „Gold-Zertifikate sind günstiger als Gold-ETCs. Denn Lagerkosten oder Managementgebühren fallen hier keine an“, sagt Florian Roebbeling vom Institut für ZertifikateAnalyse (IZA). Zertifikate-Anleger haben im Gegensatz zu ETC-Anlegern keine Möglichkeit, sich das Gold liefern zu lassen. Die Tatsache, dass Zertifikate im schlimmsten Fall – nämlich wenn der Emittent in Konkurs geht – wertlos verfallen können, macht diese Produkte nur bedingt zu einem Kriseninvestment.

Doch die Papiere bieten einen anderen Vorteil: „Mit Zertifikaten ist es möglich, sich gegen Währungsunsicherheiten abzusichern“, sagt Florian Roebbeling. Das ist nicht unwichtig, denn Gold wird in US-Dollar gehandelt. Daher sinkt aus Sicht von Anlegern aus dem Euro-Raum der Wert von Gold-Investments, wenn der Dollar im Verhältnis zur Gemeinschaftswährung verliert. Nachteil eines Schutzes vor Währungsschwankungen: Die Absicherungsgebühren betragen bei den entsprechenden Gold-Zertifikaten zwischen zwei und vier Prozent im Jahr.

Kommentare (4)

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raentnaer

07.04.2011, 20:48 Uhr

Die Rente ist sicher: Der Satz kommt mir immer blümeranter vor. Die Aussage von Herrn Blüm hat vorsichtige Menschen aufhören lassen. Sie bedeutete auch: Denken Sie an Alternativen! Man hat seitdem alles, was man erübrigen konnte "verrandet". Heute wienert man mit den Philharmonikern um im Alter den Maple Leaf zum Indian Summer geniessen zu können. Die gesetzliche Rente kann man leider nicht mehr versilbern. Das ist schon zu (t)eu(e)ro geworden. Denn von der Leihen geht nicht mehr! Ihr ist auch schon blümerant. Merkeln Sie was?

Goldbug

08.04.2011, 10:08 Uhr

Papiermüll!

Diamantprofis

08.04.2011, 11:00 Uhr

Jeder der in Gold investiert sollte aufgrund der weltweiten Turbulenzen und Finanzkrisen explizit nur in physischen Besitz, d.h. dass er das Gold auch im Haus hat, anlegen. Wer Gold kaufen kann, der kann sich auch einen Tresor leisten, da ja auch ein Bankfschliessfach überhaupt keine Sicherheit bietet. Keiner kennt die Höhe und den Inhalt des Faches und bei Insolvenz der Bank ist jeglicher Zugriff verweigert. Jegliches Eigentum sollte im persönlichen Besitz und ausschliesslichen Zugriff des Eigentümers liegen. Nie Kapital in fremder dritte Hände geben. Letzteres schon aus Gründen der Beweislast!

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