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23.01.2007

18:30 Uhr

Anlagezertifikate

Rollender Bonus schützt gegen leichte Kursverluste

VonGeorgios Kokologiannis

Mehr als vier Jahre nach der Einführung von Rolling Discountzertifikaten werden nun erste Papiere angeboten, die Anlegern auch das Rollen von Bonuszertifikaten am Ende der Laufzeit abnehmen.

Dieser Artikel ist der Ausgabe 01/2007 des kostenlosen Handelsblatt Zertifikate-Newsletters entnommen.

Dieser Artikel ist der Ausgabe 01/2007 des kostenlosen Handelsblatt Zertifikate-Newsletters entnommen.

Gerade die beliebten teilgeschützten Zertifikatestrukturen, wie Discount-Papiere, haben für langfristig orientierte Investoren einen gravierenden Nachteil: Sie verfügen nicht über eine unbegrenzte Laufzeit.

Bei Fälligkeit eines Discountzertifikats ist der Anleger somit gezwungen, es gegen ein neues Papier mit längerer Laufzeit auszutauschen, das seinem Chance-Risikoprofil wieder möglichst Nahe kommt. Die dabei periodisch anfallenden Kauf- und Verkaufgebühren können jedoch gerade bei kleineren Anlagesummen einen Großteil der erzielbaren Bruttorendite aufzehren. Ein weiterer Nachteil der mit der begrenzten Laufzeit zusammenhängt und ebenfalls eher Privatanleger mit langem Anlagehorizont betrifft, ist die fehlende Sparplanfähigkeit.

Die Schweizer UBS Bank brachte daher im November 2002 das erste sogenannte Rolling Discountzertifikat auf den Markt (WKN: 158175). Es verknüpft die Charakteristika der Discountpapiere (durch Cap begrenzte Kursgewinne, dafür aber vergünstigter Einstiegspreis im Vergleich zum Direktinvestment) mit endloser Laufzeit. Basiswert des Papiers ist der Euro Stoxx 50. Auch andere Emittenten brachten in der Folgezeit zahlreiche Rolling Discounter auf den Markt.

Die Funktionsweise ist einfach: Die Papiere setzen in regelmäßigen Abständen auf ein fiktives Discounzertifikat, mit einer kurzen Restlaufzeit. Bei Fälligkeit wird aus dem zurückbezahlten Betrag in das nächste Discounzertifikat mit etwas längerer Laufzeit investiert. Je nach Abstand der gewählten Caps zum Basiswert eignen sich Rolling Discounter für stagnierende bis leicht steigende Märkte: Anleger erwirtschaften dann in solchen Marktphasen eine verstetigte, positive Rendite, ohne sich immer wieder um neue Discountpapiere kümmern zu müssen.

Nachteil der Rolling Discountzertifikate: Sie eignen sich weniger für bullish eingestellte Investoren, die stark steigende Basiswertkurse erwarten und sich nur gegen unterwartete, plötzliche Kurseinbrüche schützen möchten.

Seit Ende 2006 bietet die Société Générale Euro-Stoxx-Investoren mit langfristigem Anlagehorizont, die auf deutlich steigende Kurse setzen möchten, jedoch eine interessante teilgeschützte Alternative: Zwei Rolling-Bonuszertifikate. Die innovativen Papiere bieten ein reduziertes Verlustrisiko, ohne jedoch die Partizipation bei steigenden Basiswertkursen zu begrenzen.

Zur Umsetzung der neuen Konstruktion haben die Franzosen jeweils einen Rolling Bonus Index aufgelegt, auf dem die Rolling Bonuszertifikate basieren.

In den Indizes befinden sich jeweils vier klassische Bonuszertifikate auf den Euro Stoxx 50, die im vierteljährlichen rollierenden Rhythmus ersetzt und adjustiert werden. Durch diese periodische Anpassung wird der Risikopuffer der Rolling-Zertifikate in regelmäßigen Zeitabständen an die aktuelle Marktlage angepasst. Der erste Roll-Over wird im Juni 2007 und danach alle drei Monate erfolgen. An den Roll-Over-Terminen ersetzt dann jeweils ein neues Bonuszertifikat mit einjähriger Laufzeit ein fällig gewordenes Produkt. Gleichzeitig wird der Anteil jedes Bonuszertifikats innerhalb des jeweiligen Rolling-Index dann auf jeweils 25 Prozent festgesetzt.

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