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21.01.2011

15:31 Uhr

Anlege in Deutschland

Der Dax ist nicht genug

VonMatthias von Arnim

Deutsche Anleger investieren patriotisch - leider auch einfallslos und einseitig. Jedes zweite gehandelte Zertifikat hat den Dax als Basiswert. Wer in deutsche Unternehmen investieren will, sollte andere Investments nutzen.

Der deutsche Anleger - konservativ und einseitig. Quelle: dpa

Der deutsche Anleger - konservativ und einseitig.

Die deutsche Wirtschaft boomt, und die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass sich der deutsche Aktienmarkt auch 2011 besser entwickeln wird als die meisten anderen europäischen Aktienmärkte. Es ist deshalb grundsätzlich eine gute Idee, als Anleger in deutsche Unternehmen zu investieren. Viele Investoren nehmen diese Idee allerdings ein wenig zu wörtlich und sind, wenn es um die Auswahl der passenden Zertifikate geht, leider nicht besonders einfallsreich.

Laut offizieller Umsatzstatistik der deutschen Börsengeschäftsabwicklung (BÖGA) wurde im vergangenen Jahr etwas mehr als die Hälfte aller Umsätze mit Zertifikaten getätigt, die den Dax als Basiswert hatten. Bei Indexzertifikaten beträgt der Dax-Anteil 45 Prozent. Zum Vergleich: Nur 1,4 Prozent des Umsatzvolumens aller Indexzertifikate haben den MDax als Basiswert, und der SDax-Anteil liegt bei schmalen 0,4 Prozent. "Zertifikate mit einem anderen deutschen Index als dem Dax werden leider kaum gehandelt", bedauert Nicolai Tietze von der Deutschen Bank. "Dabei war der Dax in der jüngsten Vergangenheit gar nicht der Index mit der stärksten Performance, wenn es um deutsche Aktien ging", so Tietze. Der deutsche Leitindex legte in den zurückliegenden zwölf Monaten zwar rund 20 Prozent zu, doch der Midcap-Index MDax (+30 Prozent) und der Small Cap-Index SDax (+38 Prozent) für die "kleinen Unternehmen ließen das populäre deutsche Vorzeige-Börsenbarometer weit hinter sich.

Aufschwung geht weiter

Wer die passenden Indexzertifikate im Depot hat, beispielsweise ein MDax-Zertifikat von HSBC Trinkaus (WKN: 741907) oder ein SDax-Zertifikat von der Deutschen Bank (WKN: DB0SDX), kann sich nicht nur über die entsprechenden Kurszuwächse freuen, sondern darf auch auf eine Fortsetzung der guten Performance setzen. Gute Chancen hat vor allem der MDax. Ein großer Vorteil des Index für mittelgroße Unternehmen gegenüber dem Dax ist die Branchenzusammensetzung: Im MDax ist ein ausgewogenes Gemisch wachstumsstarker Unternehmen versammelt, die zum Teil in Nischenmärkten weltweit eine marktführende Stellung haben und hohe Gewinnmargen erzielen. Beispiele dafür sind der Schmierstoffhersteller Fuchs Petrolub oder auch Krones, der Weltmarktführer in der Produktion von Abfall- und Verpackungsmaschinen.

Familien denken langfristig

Weiterer Vorteil des MDax: Bei einigen der im Index enthaltenen Unternehmen wie beispielsweise bei Fielmann, Krones oder Vossloh bestimmen die Gründerfamilien noch die Firmenpolitik mit. Langfristige Ziele gehen hier vor kurzfristigem Erfolg. Die Vorstände von familiengeführten Unternehmen agieren allerdings offensichtlich auch privat als Aktionäre ihrer Firma nach diesem Motto. Deshalb geht die Idee eines Mid-Cap-Insider-Indexzertifikats (WKN: CB5PME) von der Commerzbank bisher nicht auf. Denn in den Index, der dem Zertifikat zugrunde liegt, werden Unternehmen aufgenommen, deren Entscheider, also Insider, auffällige Summen in die Aktien der eigenen Firma investiert haben. Würden die Insider kurzfristige Kurserfolge erwarten und deshalb kurzfristig investieren, wäre das Insider-Zertifikat vermutlich auch auf Jahressicht ein Erfolg. So aber erzielte das Zertifikat in den vergangenen zwölf Monaten eine geringere Rendite als der MDax. Vielleicht zahlt sich das Konzept ja langfristig aus.

Immerhin entwickelte sich das MDax-Insider-Zertifikat besser als der Dax. Ob das langfristig auch für ein Zertifikat von der Hypo-Vereinsbank (WKN: HV1DB4) auf den Dax-Plus Family 30 Index gelten wird, muss sich noch zeigen. Der Familien-Index gibt die Aktienkurs-Entwicklung ausgewählter Unternehmen wieder, in denen die Gründer oder deren Familien entscheidend die Geschicke mitbestimmen. Einen Renditevorteil gegenüber dem Dax hat die Family-Idee seit Auflegung des Zertifikats zwar noch nicht gebracht. Doch das kann sich ändern. Das Papier wurde erst vor zwei Monaten aufgelegt.

Kommentare (1)

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aruba

22.01.2011, 08:51 Uhr

Guten Tag,.... ihre XXL Aufschwung Verklaerung in Ehren;... aber sollten Sie ( wie viele " Experten " )ihr Wissen aus schlauer Theorie erlangt haben;.... so will ich mir die bemerkung erlauben,.... dass nicht einmal die Haelfte derer die Moneten haben, ihre " Produkte " kennt, geschweige denn versteht. Wir wollen einmal hoffen dass der berater dies tut. Meistens tut er's nicht ! Von kaufen kann keine Rede sein. Neunmal-kluge Ratschlaege, in Exotische und Geisteskranke Rechen und Mogelpackungen zu integrieren nuetzt dem Normalanleger nichts. Es geht am Ende nur darum dem Kunden exorbitante Unkosten Depotgebuehren zu stehlen. besten Dank

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