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11.03.2014

16:36 Uhr

Bill Gross

Glaubwürdigkeit der Notenbanken zählt

Wie heißt es in einem Sprichwort: „Glaube kann Berge versetzen.“ Gleiches gilt für die Zentralbanken. Manager Bill Gross hält die Glaubwürdigkeit der Institutionen ausschlaggebend für eine Verbesserung der Wirtschaft.

Appelliert an die Zentralbanken: Bill Gross ist davon überzeugt, dass die Glaubwürdigkeit der Institutionen gegenüber den Anlegern wichtig ist, damit sich die Wirtschaft wieder fängt. Reuters

Appelliert an die Zentralbanken: Bill Gross ist davon überzeugt, dass die Glaubwürdigkeit der Institutionen gegenüber den Anlegern wichtig ist, damit sich die Wirtschaft wieder fängt.

FrankfurtBill Gross von Pacific Investment Management (Pimco) schrieb in seinem monatlichen Investmentausblick, dass Risikoanlagen in Zukunft höhere Erträge abwerfen können. Das ginge aber nur, wenn die Zentralbanken ihre Anleger davon überzeugen könne, dass ihre Politik die „alte”, normale Wirtschaft wiederherstellen kann.

„Vermutlich wird ein Wohlstands-Durchsickereffekt durch die an Wert gewinnenden Vermögenswerte weltweit zu respektablen Wachstumsraten und einer Verringerung der Arbeitslosigkeit führen”, erklärte Gross. Pimco ist eine Tochter der deutschen Allianz.

Die Zentralbanken sollten auf „qualitative” Wegmarken umschwenken, weg von einer „quantitativen Lenkung, die sich an Schwellenwerten bei der Arbeitslosigkeit orientiert, die demnächst durchbrochen werden”, erklärte der Manager des weltgrößten Anleihefonds. Gross spielte damit wohl auf die sogenannte „Forward Guidance” der US-Notenbank an. Der Offenmarktausschuss der Fed hatte im Dezember erklärt, dass der Leitzins „deutlich über den Zeitpunkt hinaus“ bei nahe null Prozent belassen werde, an dem die Arbeitslosigkeit unter die Marke von 6,5 Prozent falle. Im Januar fiel die Arbeitslosenquote der größten Volkswirtschaft der Welt auf 6,6 Prozent.

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Wenn die Anleger die qualitativen Zielsetzungen der Zentralbanken akzeptierten, dann würden sich Aktien, Anleihen und „Carry“-sensible Vermögenswerte besser entwickeln als Bargeld, erklärte Gross. Carry Trades werden seiner Einschätzung nach in diesem Jahr „in zahlreichen Formen profitabel sein“. Die Preise der Vermögenswerte „hängen von den Erwartungen der Investoren, dem Vertrauen in die Entscheidungsträger und der Wirksamkeit ihrer Politik ab“. Die Zentralbanken „müssen Glaubwürdigkeit besitzen“, andernfalls sei „die ganze Latte der Preise von Vermögenswerten gefährdet“, warnte er. Anleger sollten die langfristigen Auswirkungen nicht aus den Augen verlieren.

„Wenn die quantitative Lockerung in den USA endet, wird die Liquidität bei Unternehmensanleihen herausgefordert“, schrieb Gross. „Wenn die Inflation infolge von fünf Jahren mit weltweit künstlich niedrigen Zinssätzen wieder aufkommt, dann könnten die Vermögenswerte tatsächlich fehlbewertet sein.“

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