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15.08.2014

13:30 Uhr

Börsen auf Talfahrt

Die Profiteure der Krise

An den europäischen Aktienmärkten geht es abwärts. Anleger, die sich gegen Kursschwankungen absichern wollen, müssen tief in die Tasche greifen. Welche Länder jetzt profitieren und wann die Erholung kommen könnte.

Großbritannien freut sich: Analysten attestieren den Aktien der Insel „mehr Chancen auf eine überdurchschnittliche Entwicklung.“ Reuters

Großbritannien freut sich: Analysten attestieren den Aktien der Insel „mehr Chancen auf eine überdurchschnittliche Entwicklung.“

Die Absicherung gegen Kursschwankungen bei Aktien aus dem Euro-Raum wird zunehmend teurer. Denn die Spannungen zwischen Russland und der Ukraine sowie Sorgen über eine mögliche Deflation im Euro-Raum sorgen für Skepsis bei Investoren und Optionshändlern. Seit sich der Euro Stoxx 50 im Juni neuen Höchstständen näherte, haben sich die Kosten für eine Absicherung gegen Kursausschläge bei Aktien aus dem Euroraum um 52 Prozent erhöht.

Seither war der Index um 9,3 Prozent eingebrochen – und auch der Dax trat in eine Korrektur ein. Schweizerische und britische Aktienbarometer haben dagegen nur 5,5 Prozent gegenüber ihren Höchstständen abgegeben. Optionen auf die Benchmark-Indizes der beiden Länder im Vergleich zu den Ländern des Euroraums sind so billig wie seit mehr einem Jahr nicht mehr.

„Ich sehe mehr Risiken für den Euroraum, insbesondere für Deutschland, die Lokomotive, in Bezug auf eine weitere Eskalation der Situation mit Russland als für Großbritannien und die Schweiz“, sagt Alessandro Fezzi, Leitender Marktanalyst bei der LGT Bank Schweiz in Zürich.

„Die Schweizer Aktien gelten wieder als sicherer Hafen und bei Großbritannien gibt es mehr Chancen auf eine überdurchschnittliche Entwicklung, selbst mit dem Risiko eines stärkeren Pfunds“, fügte er an. Die Euro-Länder Deutschland und die Niederlande sind hinter China die größten Handelspartner Russlands.

Die implizite Volatilität – ein Messwert für die Kosten für Absicherungen gegen Kursausschläge – für Zwei-Monats-Kontrakte auf den Euro Stoxx 50 ist seit einem Tief im Juni um 55 Prozent gestiegen. Hingegen sank die implizite Volatilität für Schweizer und britische Aktien im Vergleich zu den Aktien des Euro-Raums auf den niedrigsten Wert seit April 2013, wie Daten des Wirtschaftsdienstes Bloomberg zeigen.

Auslandsanteil: Wem gehört der Dax?

Platz 10

Lanxess
Anteil ausländischer Investoren: 58 Prozent
Quelle: Ernst & Young, EY Global Consumer Banking Survey 2014

Platz 9

Eon
Anteil ausländischer Investoren: 59 Prozent

Platz 8

Merck
Anteil ausländischer Investoren: 66 Prozent

Platz 7

Daimler
Anteil ausländischer Investoren: 68 Prozent

Platz 6

Allianz
Anteil ausländischer Investoren: 71 Prozent

Platz 5

Bayer
Anteil ausländischer Investoren: 72 Prozent

Platz 4

Munich Re
Anteil ausländischer Investoren: 74 Prozent

Platz 3

Adidas
Anteil ausländischer Investoren: 74 Prozent

Platz 2

Linde
Anteil ausländischer Investoren: 80 Prozent

Platz 1

Deutsche Börse
Anteil ausländischer Investoren: 84 Prozent

Am 8. August kletterte der VStoxx Index, der die erwartete Volatilität im Euro Stoxx 50 misst, um 2,1 Prozent auf 21,24 – der höchste Wert seit dem 17. März. Nach Einschätzung von Kevin Lilley, Leiter Aktien Europa bei Old Mutual Global Investors in London, wird der Ausverkauf bei den Aktien aus dem Euroraum jedoch nur vorübergehend sein.

„Die Investoren reduzieren das Risiko in ihren Portfolios, bevor sie in Urlaub gehen – insbesondere angesichts der geopolitischen Risiken“, sagt Lilley. „Wenn sie im September alle zurück sind, wird das Augenmerk mehr auf der europäischen Konjunkturerholung bis zum Jahresende liegen. Ich setze auf die Konjunkturerholung.“

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Kommentare (1)

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Herr Peter Rassidakis

15.08.2014, 15:53 Uhr

Die guten Nachrichten:
womöglich fallen bald die Sanktionen von Russland und EU weg, die Irak-Krise scheint einen Lösungsweg gefunden zu haben, die EZB wird das QE-Programm "transparenter als zuvor" verfolgen, immer mehr Stimmen zweifeln an die Richtigkeit der Schulden- und Neuverschuldungsrichtlinien innerhalb der EU und des Einflusses des BIP auf Aktienpreise. Die Basisinnovation IT geht in die Phase der Expansion (5.Kondratieff-Theorie): Gewinne steigen, bei gleichbleibenden Umsätzen, auch bei nicht-IT Unternehmen. Zinsen bleiben niedrig, die Asset-Preis Inflation fließt auch in Konsumentengüter (die allerdings nicht unbedingt im Haushaltskorb enthalten, aber trotzdem essenziell sind). Am 8.8. wurde die Ohnmacht von UN-Sicherheitsrat und der G7 (G8, G9)-Verträge, die Eskalation des Nahost-Konfliktes und das Rezessionszenario, ja sogar der 3. Weltkrieg gespielt. Zudem ein großes technisches Crashszenario erfunden. Bei 8900 war beim Dax Schluss mit der Katastrophe. Der Dax ist ein Performanz-Index, beinhaltet auch die Dividenden. Die Unternehmen verdienen global und einiges mehr als Zinsen auf Anleihen hergeben. Alle börsennotierte Werte sind um ein vielfaches gehedgt. Deutsche Bank Dax-Ziel 2014: 11.000. Konservativere Banken: 10400. Es ist also nicht verkehrt, die Meinung zu vertreten, dass die Korrekturphase (Juni-August) nun beendet ist und zumindest die großen Indizies ihre Höchstkurse wieder erreichen und übertreffen. Bevor Geld für Puts in die Hand genommen wird, könnten auch kostenlose Stopp-Loss-Limits eingesetzt werden. Persönlich würde mich ein Dax unter 8.000 Punkten bei gleichbleibenden Wechselkursen und Geldpolitik extrem wundern. Beim Stoxx Europe 50 (inkl. CH & GB) halte ich -10% für nahezu ausgeschlossen.

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