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06.04.2006

16:35 Uhr

Boommarkt für Zertifikate

Spekulation treibt den Silberpreis

VonRegine Palm und Klaus Ehringfeld

Der Boom bei Silber hält unvermindert an. Mit fast zwölf Dollar je Feinunze (31,10 Gramm) ist das Edelmetall derzeit so teuer wie seit 22 Jahren nicht mehr. Getrieben wird der Silberpreis durch Pläne von Barclays Global Investors.

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Die Gesellschaft will einen börsennotierten Fonds (Exchange Traded Fund) auflegen, der durch Silber gedeckt ist. Dies hat die Investitionen am Silbermarkt verstärkt. Experten rechnen überwiegend damit, dass sich der Preis des Edelmetalls auf recht hohem Niveau etabliert.

Noch im September 2005 notierte Silber bei 6,70 Dollar. Allein in diesem Jahr hat der Preis über 20 Prozent zugelegt. „Der Haupttreiber ist die Vorwegnahme des Silber basierten Exchange Traded Fund“, sagt Mark Augustynak, Edelmetallspezialist der Commerzbank in Luxemburg. Der Fonds werde voraussichtlich neue Investoren anlocken und damit die Nachfrage verstärken. „Sollte Silber in hohem Maße in Rohstoffportfolios Eingang finden, hätte das Metall noch weiteres Potenzial“, sagt auch Markus Mezger, Rohstoffexperte von Tiberius Asset Management.

Die Erwartungen zusätzlicher Nachfrage durch den Silber-ETF und damit steigender Preise hat auch Spekulanten auf den Plan gerufen. Denn der ETF könnte einem breiteren Anlegerpublikum Investitionen in Silber ermöglichen. In der vergangenen Woche hat der Fonds eine wichtige Hürde genommen. Die US-Börsenaufsicht SEC hat keine Bedenken gegen den Fonds geäußert. „Damit sind die Grundvoraussetzungen erfüllt“, sagt Mezger.

Nach Einschätzung des Silber-Instituts in Washington würde der Fonds „Investments einfacher machen“. Die Silver Users Association (SUA), die die Interessen der amerikanischen Silberindustrie vertritt, lehnt den Fonds allerdings ab: „Wir sorgen uns um den Verlust von Stellen und die negativen Auswirkungen auf Wirtschaft und Industrie“, sagte Paul Miller, geschäftsführender Direktor der SUA, bereits vor der SEC-Zustimmung. Dem Markt würden große Mengen an Silber entzogen, er würde dadurch illiquider und der Preis steigen. Dies wiederum werde Auswirkungen auf die Weiterverarbeitungsindustrie haben, argumentiert die SUA. Sie fürchtet zudem eine Zunahme der Preisschwankungen bei Silber.

Analysten zufolge könnte der Fonds bis zu 4 000 Tonnen Silber auf sich ziehen, ermittelte die Nachrichtenagentur Reuters. Dies entspräche dem weltweiten Verbrauch von rund zwei Monaten. Im Jahr 2005 hat das Silberangebot am Weltmarkt die Nachfrage laut Bloomberg nur um rund 1 700 Tonnen übertroffen.

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