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20.02.2015

06:29 Uhr

BP, Chevron, Exxon

Öl-Aktien zum Schnäppchenpreis

VonMatthias von Arnim

Der Preisverfall beim Öl hat Spuren in den Bilanzen der Öl-Konzerne hinterlassen. Eine nachhaltige Konsolidierung der Branche ist nicht ausgeschlossen. Für vorausschauende Anleger können sich Chancen auftun.

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DüsseldorfRund sechzig US-Dollar kostet heute ein Öl-Fass der Sorte Brent. Ein Barrel Öl der Sorte WTI ist für unter 53 US-Dollar zu haben. Zwar sind die Preise in den vergangenen zwei Wochen um 17 Prozent gestiegen. Doch die Mini-Hausse hat nur dafür gesorgt, dass sich der Ölpreis derzeit auf einem Niveau stabilisiert, das gerade einmal etwa halb so hoch ist wie noch vor acht Monaten. Konkret: Mitte Juni 2014 kostete ein Fass Öl der Sorte Öl der Sorte Brent noch fast 115 US-Dollar.

Für den Preisrückgang werden verschiedene Faktoren als Gründe genannt. Als Hauptgrund gilt eine sinkende Nachfrage, vor allem aus China, dem weltweit größten Ölimporteur. Laut Internationaler Energie Agentur (IEA) werden derzeit täglich rund 1,5 bis zwei Millionen Barrel Öl mehr gefördert als der Markt benötigt. Besonders in den USA füllen sich die Lager. Seit Jahresbeginn sind die US-Rohölbestände stetig gestiegen.

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Die Messpegel befinden sich auf einem Rekordhoch. „Um mehr als sieben Millionen Barrel pro Woche wächst die Menge an Öl in den US-Lagern. Schon diese Situation sorgt weiterhin für Druck auf den Ölpreis. Beim WTI-Öl sind deshalb durchaus neue Tiefststände unterhalb von 45 US-Dollar möglich“, sagt Carsten Fritsch, Rohstoff-Experte bei der Commerzbank. Mittelfristig sehe die Lage allerdings etwas anders aus.

„Die Anzahl der aktiven Ölbohrtürme nimmt in den USA ab. Die Ölfördermengen in den Vereinigten Staaten sind trotz dieser jüngsten Reduzierung zuletzt zwar weiter angestiegen. Aber in der zweiten Jahreshälfte wird sich bemerkbar machen, dass immer mehr Unternehmen ihre Investitionen zurückfahren und die Bohraktivitäten stark abnehmen“, so Fritsch. Deshalb könnte insbesondere der Preis für Öl der Sorte WTI, die vorwiegend in den USA gehandelt wird, steigen.

Auch Asoka Wöhrmann von der Deutschen Asset & Wealth Management geht von einem ähnlichen Szenario aus: „Wir rechnen bei US-Schieferöl in diesem Jahr mit einem Investitionsrückgang von 40 Prozent“, so Wöhrmann. Denn seit dem Jahreswechsel seien Aussagen zu Investitionskürzungen in die Höhe geschnellt und auch die Stilllegungen von Ölbohrtürmen in Nordamerika beschleunigten sich. „Nach einem turbulenten ersten Quartal, in dem der Preis unter 40 US-Dollar pro Fass WTI fallen kann, rechnen wir mit einer Erholung bis auf 65 US-Dollar bis Jahresende“, sagt Wöhrmann.

Die Branche könnte einen Anstieg des Ölpreises in der zweiten Jahreshälfte gut gebrauchen. Denn in den Bilanzen der Ölförderer hat der Preisverfall des schwarzen Goldes zum Teil tiefe Bremsspuren hinterlassen. „Die Analysten haben die Gewinnprognosen für die meisten Ölfirmen halbiert“, sagt Thomas Heidel vom Vermögensverwalter FIDAL in Krefeld.

Kommentare (13)

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Herr Marc Otto

20.02.2015, 09:01 Uhr

Auch wenn ich nicht W. Buffet bin, aber NIE würde ich Aktien kaufen, die dieser kluge Mann abgestoßen hat.

Herr Thomas Albers

20.02.2015, 09:22 Uhr

öl wird noch sehr lange interessant sein. Ob allerdings etwa bp wirklich zum Schnäppchenpreis erhältlich ist, glaube ich nicht so recht. Die Papiere habe ich letztes Jahr in Euro mal viel billiger gesehen.

Herr Jürgen Clasen

20.02.2015, 09:46 Uhr

Sehr wahr! Buffet ist eigentlich jemand, der seine Aktien sehr lange hält und sich nicht durch das tägliche Geschehen beeinflussen lässt. Gerade Exxon ist so eine Megaktie aus der ein Buffet nicht mal ebenso aussteigt. Vermutlich ist er sehr gut informiert und noch besser vernetzt. Hat bestimmt beste Beziehungen zur Regierung. Die plötzliche Olpreisbaisse könnte in erster Linie eine politische
Aktion sein und die Saudis verfügen über die Mittel den Markt zu beeinflussen.
Die USA halten aber militärtechnisch die Saudis am leben, und die machen, da-für was ihnen Onkel Sam vorgibt.

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