Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.05.2013

11:31 Uhr

Chartanalyse

„Das begünstigt sprunghafte Handlungen“

VonJürgen Röder

Der Dax hat eine historische Weichenstellung hinter sich. Nach Meinung von Charttechnikern dürfte der deutsche Leitindex noch weiter steigen. Mit welchen Produkten Anleger davon profitieren können.

Nicht zu bremsen ist derzeit der Deutsche Aktienindex. Am vergangenen Mittwoch überschritt der Dax die Marke von 8200 Punkten. dpa

Nicht zu bremsen ist derzeit der Deutsche Aktienindex. Am vergangenen Mittwoch überschritt der Dax die Marke von 8200 Punkten.

DüsseldorfFür  Jörg Scherer, Charttechniker der Bank HSBC Trinkaus, hat der deutsche Leitindex bereits beim Stande von 8136 bzw. 8151 Punkten den „ultimativen Deckel“  (siehe Grafik) nun gelüftet. Denn in den Jahren 2000 bzw. 2007 stieg der Dax auf dieses Niveau, um anschließend wieder abzustürzen. „Nun wurde aus charttechnischer Sicht ein großes aufsteigendes Dreieck nach Norden aufgelöst“, sagt Scherer. Er hat bereits Ende des vergangenen Jahres in einer Chartanalyse auf diese Situation beim Dax hingewiesen. Aktuell steht der Dax bei 8.329 Punkten.

Das aufsteigende Dreieck besteht aus der Aufwärtstrendlinie, die mit steigenden Notierungen im Jahre 1982 ihren Anfang nahm, und der Verbindungslinie aus den beiden Allzeithochs.  Ein aufsteigendes Dreieck ist aus charttechnischer Sicht ein Kursmuster mit grundsätzlich konstruktivem Grundton; ein Durchbruch Richtung Norden war in diesem Fall eine Bestätigung des Aufwärtstrends. Damit wurde die Korrekturphase seit dem Jahr 2000 zu den Akten gelegt.

Begriffe aus der Charttechnik

Widerstand- und Unterstützungslinien

Kann der Kursverlauf mehrmals einen bestimmten Kurs nicht überwinden entsteht eine Widerstandslinie. Wird der Widerstand durchbrochen entsteht ein Kaufsignal. Wird ein bestimmter Kurs mehrmals erreicht und nicht unterschritten, entwickelt sich eine Unterstützungslinie. Wird die Unterstützung durchbrochen, entsteht ein Verkaufssignal.

Auf- und Abwärtstrend

Ein Trend gibt die grundsätzliche Richtung eines Kursverlaufs an. Er wird bei steigenden Kursen als Aufwärtstrend, bei gleich bleibenden Kursen als Seitwärtstrend und bei fallenden Kursen als Abwärtstrend bezeichnet. Trends besitzen eine unterschiedliche Dauer. Zu unterscheiden sind hier der Primärtrend (langfristig), der Sekundärtrend (mittelfristig) und der Tertiärtrend (kurzfristig). Kann zusätzlich zur unteren Trendlinie eine parallele obere Trendlinie gezogen werden, entsteht ein Trendkanal.

Gleitende Durchschnitte

Gleitende Durchschnittslinien dienen der Kursglättung. Zu Bestimmung der Durchschnitte werden die Kurse für einen festen Zeitraum addiert und durch die Anzahl der Tage geteilt. Gängige Durchschnitte sind die 38-, 100- und 200-Tage-Linie. Je länger der gewählte Zeitraum ist, umso „glatter“ verlaufen die Durchschnittslinien.

Auch die Börsenindizes aus den USA haben dem Dax Rückenwind gegeben. Sowohl der S&P 500, der Dow Jones 30 als auch der Nebenwertindex Russel 200 markierten zuvor neue Rekordstände.  Und die neue Dax-Rekordmarke begünstigt nach Meinung von Scherer „sprunghafte Handlungen“. Denn Anleger haben zuletzt zwei Mal die Erfahrung gemacht,  dass bei rund 8150 Punkten das Ende der Fahnenstange erreicht war und der Dax deutlich nach unten ging. „Dieses hat sich tief in das Gedächtnis der Investoren eingebrannt“, so Scherer.  Für ihn lassen sich aus einem nach oben aufgelösten Dreieck sich auf Sicht der nächsten zwei bis drei Jahre durchaus fünfstellige Dax-Notierungen rechtfertigen.

Wie können Anleger davon profitieren? Neben den vielen Faktorzertifikaten, mit denen Anleger sowohl die möglichen Gewinne als auch Verluste hebeln können,  bieten sich im Falle eines nachhaltigen Sprungs Sprintzertifikate an. Diese verdoppeln zwar Gewinne innerhalb einer Spanne, unterhalb der unteren Spanne sind die Verluste aber nicht größer als der Dax selbst.

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

aktionaer

08.05.2013, 16:15 Uhr

hihi genau so ein Dreieck könnte aber auch zum Absturz führen.

Etwas auf den Signale zum Ausstieg achten, kann nicht schaden:

"Sell in may and go away".

Massenhysterie scheint gerade aus zu brechen.

Account gelöscht!

10.05.2013, 12:25 Uhr

Das ist doch alles Unsinn,steigendes Dreieck,fallende Kerze,ablaufender Hammer,zurückgebildetes Muster...alles Quatsch!
Wenn´s so einfach wäre...aber was rede ich,machen Sie Ihre eigenen Erfahrungen

KIT

12.05.2013, 13:05 Uhr

Für mich persönlich gehe ich davon aus, dass kurzfristige Kursbewegungen (unter 2-3 Jahre) nicht vorhersehbar und damit zufällig sind. Zwar scheinen einige an die Charttechnik zu glauben und Momentum Strategien scheinen auch teilweise zu funktionieren, jedenfalls vor Steuern und Handelsgebühren. Auf der Forbes 400 Liste konnte ich jedoch noch keinen Charttechniker entdecken, jedoch viele die ihre Anlagen über Jahrzehnte gehalten haben.

Dazu fällt mir das Resultat eines Experiment ein: Durch Affen ausgewählte Aktien haben die Performance zahlreicher professioneller Fondsmanager geschlagen.

"Wie können Anleger davon profitieren?" In Summe gar nicht. Des einen Gewinn ist des anderen Verlust, jedenfalls vor Kosten. Die einzigen, die von dieser kurzfristigen Spekulation im weltweiten Finanzkasino profitieren sind die Banken. Die Banken und Börsen sind daher sehr daran interessiert Werbung für diese kurzfristigen Strategien zu machen.

Als Privatanleger sollte man einfach einen simplen kostengünstigen Indexfonds kaufen und diesen liegen lassen. Damit erzielt man mit hoher Wahrscheinlichkeit bessere Renditen als viele andere, die sich an der kurzfristigen Spekulation versuchen.

Kurioserweise regen sich viele über Spekulanten auf und spekulieren privat selber.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×