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21.03.2014

15:01 Uhr

Chartanalyse

Dax im Bann der Krim-Krise

VonJürgen Röder

Aus charttechnischer Sicht fiel das Minus beim Dax in den vergangenen Wochen noch moderat aus. Wie tief der deutsche Leitindex noch fallen kann, ohne dass sich ein neuer Abwärtstrend etabliert.

Die Anzeigetafel für den deutschen Leitindex spiegelt sich in Plexiglas mit der Aufschrift "DAX": Das Börsenbarometer sich nach der Krim-Krise in den vergangenen Tagen wieder erholt. dpa

Die Anzeigetafel für den deutschen Leitindex spiegelt sich in Plexiglas mit der Aufschrift "DAX": Das Börsenbarometer sich nach der Krim-Krise in den vergangenen Tagen wieder erholt.

Düsseldorf.Die heimische Börse bekommt den Konflikt zwischen Russland und der Ukraine um die Halbinsel Krim besonders stark zu spüren. Dies liegt im Wesentlichen an den traditionell starken Wirtschaftsbeziehungen zu Russland. So fiel der deutsche Leitindex im Zuge des Konflikts innerhalb weniger Tage um 700 Zähler, ehe wieder eine Erholungsbewegung einsetzte.

„Trotz der zuletzt starken Kursverluste fällt der charttechnische Schaden im Wochenchart noch moderat aus“, meint Charttechniker Christian Henke. Zwar wurde die seit September 2011 bestehende Aufwärtstrendlinie bei aktuell 8.940 Punkten in der vergangenen Woche im Handelsverlauf zwar erreicht, auf Schlusskursbasis konnte diese Chartmarke verteidigt werden. „Dies liegt aber auch am steigenden 40-Wochen-Durchschnitt bei derzeit 8.864 Punkten, der den Bullen zusätzlich Rückendeckung gibt“, meint der Chartexperte.

Sollte die Lage in der Ukraine eskalieren, könnte es nach Meinung von Henkes weiter abwärts bis zur Unterstützung bei 8.132/8.152 Punkten gehen. Bei dieser Unterstützung handele es sich um die überwundenen historischen Höchststände aus den Jahren 2000 und 2007. Erst mit einem Rutsch unter diese Marken würde sich ein neuer Abwärtstrend etablieren.

Begriffe aus der Charttechnik

Widerstand- und Unterstützungslinien

Kann der Kursverlauf mehrmals einen bestimmten Kurs nicht überwinden entsteht eine Widerstandslinie. Wird der Widerstand durchbrochen entsteht ein Kaufsignal. Wird ein bestimmter Kurs mehrmals erreicht und nicht unterschritten, entwickelt sich eine Unterstützungslinie. Wird die Unterstützung durchbrochen, entsteht ein Verkaufssignal.

Auf- und Abwärtstrend

Ein Trend gibt die grundsätzliche Richtung eines Kursverlaufs an. Er wird bei steigenden Kursen als Aufwärtstrend, bei gleich bleibenden Kursen als Seitwärtstrend und bei fallenden Kursen als Abwärtstrend bezeichnet. Trends besitzen eine unterschiedliche Dauer. Zu unterscheiden sind hier der Primärtrend (langfristig), der Sekundärtrend (mittelfristig) und der Tertiärtrend (kurzfristig). Kann zusätzlich zur unteren Trendlinie eine parallele obere Trendlinie gezogen werden, entsteht ein Trendkanal.

Gleitende Durchschnitte

Gleitende Durchschnittslinien dienen der Kursglättung. Zu Bestimmung der Durchschnitte werden die Kurse für einen festen Zeitraum addiert und durch die Anzahl der Tage geteilt. Gängige Durchschnitte sind die 38-, 100- und 200-Tage-Linie. Je länger der gewählte Zeitraum ist, umso „glatter“ verlaufen die Durchschnittslinien.

„Beruhigt sich dagegen die Situation, könnte auf kurz oder lang die Aufwärtsbewegung wieder aufgenommen werden“, meint Henke. Der erste Widerstand wäre das bisherige Allzeithoch bei 9794 Punkten. Sollte diese Marke nachhaltig überwunden werden, dann wäre die „runde“ Zahl bei 10.000 Punkten das nächste Ziel gen Norden.

Wer weiter an steigende Dax-Notierungen glaubt und keine risikoreichen Hebelprodukte kaufen will, kann mit Indexzertifikaten oder börsengehandelten Indexfonds (ETFs) mit dem deutschen Leitindex als Basiswerte davon profitieren. Diese vollziehen Gewinne und Verluste des Basiswertes im Verhältnis 1:1 nach.

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