Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.09.2013

15:30 Uhr

Chartanalyse

„Einer der interessantesten Charts überhaupt“

VonJürgen Röder

Der spanische Auswahlindex Ibex 35 hat eine lange Durststrecke hinter sich, steht aber nun vor einer wichtigen Trendwende. Der Chart könnte sogar wieder eine fünfstellige Punktzahl erreichen.

Chart des Ibex 35 auf einem Display in der Madrider Börse: Der Index hat aus charttechnischer Sicht Erholungspotenzial. dpa

Chart des Ibex 35 auf einem Display in der Madrider Börse: Der Index hat aus charttechnischer Sicht Erholungspotenzial.

DüsseldorfFür Jörg Scherer, Chartexperte der Bank HSBC Trinkaus, ist der spanische Auswahlindex Ibex „technisch einer der interessantesten Charts überhaupt“.  Denn der Index, der die 35 wichtigsten spanischen Unternehmen umfasst, hat seiner Meinung einen wichtigen Kumulationspunkt bei 8500 Zählern überwunden. „Dieses starke Preissignal lässt auf den großen Befreiungsschlag  der spanischen Standardwerte hoffen“, meint der Chartanalyst.

Begriffe aus der Charttechnik

Widerstand- und Unterstützungslinien

Kann der Kursverlauf mehrmals einen bestimmten Kurs nicht überwinden entsteht eine Widerstandslinie. Wird der Widerstand durchbrochen entsteht ein Kaufsignal. Wird ein bestimmter Kurs mehrmals erreicht und nicht unterschritten, entwickelt sich eine Unterstützungslinie. Wird die Unterstützung durchbrochen, entsteht ein Verkaufssignal.

Auf- und Abwärtstrend

Ein Trend gibt die grundsätzliche Richtung eines Kursverlaufs an. Er wird bei steigenden Kursen als Aufwärtstrend, bei gleich bleibenden Kursen als Seitwärtstrend und bei fallenden Kursen als Abwärtstrend bezeichnet. Trends besitzen eine unterschiedliche Dauer. Zu unterscheiden sind hier der Primärtrend (langfristig), der Sekundärtrend (mittelfristig) und der Tertiärtrend (kurzfristig). Kann zusätzlich zur unteren Trendlinie eine parallele obere Trendlinie gezogen werden, entsteht ein Trendkanal.

Gleitende Durchschnitte

Gleitende Durchschnittslinien dienen der Kursglättung. Zu Bestimmung der Durchschnitte werden die Kurse für einen festen Zeitraum addiert und durch die Anzahl der Tage geteilt. Gängige Durchschnitte sind die 38-, 100- und 200-Tage-Linie. Je länger der gewählte Zeitraum ist, umso „glatter“ verlaufen die Durchschnittslinien.

Dieser genannte Punkt besteht aus drei wichtigen Widerständen, die allesamt überwunden worden sind. Zum einen aus dem übergeordneten Baissetrend seit 2007. Zum anderen aus der inversen Schulter-Kopf-Schulter-Formation. Dabei handelt es sich um eine charttechnische Trendumkehrformation, die steigende Kurse nach einem Abwärtstrend ankündigt. Sie besteht aus einem ersten Top (linke Schulter), einem zweiten Tief (Kopf) und einem dritten Top (rechte Schulter), welches etwa die Höhe des ersten Tops haben sollte. Überwindet der Chart dann die sogenannte Nackenlinie, ist auch Sicht der Charttechnik der Weg für höhere Kurse frei.

Und zusätzlich hat der Ibex die obere Begrenzung der seit Januar bestehenden Korrekturflagge nach dem vorherigen Anstieg (siehe Grafik) überwunden. Außerdem bestätigen einige Trendfolger, dass aus dem Ausbruch ein längerer, positiver Trend entstehen könnte.  

Als nächste Zielmarke sieht Scherer 9800 Zähler, perspektivisch „lassen sich aus der unteren Umkehr sogar wieder fünfstellige Kursnotationen rechtfertigen“.

Produkte auf den spanischen Auswahlindex gibt es reichlich: Neben mehreren Indexzertifikaten können Anleger sogar mit dem Faktor vier auf weitere Kursanstiege setzen. (WKN CZ35EC) Doch derartige Faktorzertifikate eignen sich nur für trendstarke Börsensituationen und natürlich werden auch die Verluste mit dem Faktor vier multipliziert.

Auch mit Teilschutz können Anleger in den Ibex investieren. Ein Bonuszertifikat der französischen Großbank Société Générale (WKN SG4LBS) bietet eine Jahresrendite von 16 Prozent, solange der Index während der gesamten Laufzeit bis Januar 2015 nie die Schwelle von 7800 Zählern berührt oder unterschreitet. Von weiteren Kursgewinnen oberhalb der Bonussschwelle in Höhe von 11.200 Zählern profitieren Anleger in vollem Umfang.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

22.09.2013, 15:43 Uhr

Ich habe noch nie gesehen, daß Charttechniker seriöse Prognosen abgegeben haben. Nicht einmal in 30 Jahren.
Warum? Weil Charttechnik NICHTS über den Markt aussagt. Alles Firlefanz. Charttechnik findet nur Stützungslinien von sehr, sehr großen Martteilnehmern heraus, das ist schon alles, wofür es zu gebrauchen ist.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×