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28.06.2013

11:51 Uhr

Chartanalyse

Eon-Aktie findet keinen Halt

VonJürgen Röder

Nachdem das Papier des Energieversorgers ein neues Zehn-Jahres-Tief markiert hat, erwarten technische Analysten weitere Kursverluste. Wo das nächste Kursziel liegt und wie Anleger von dem Szenario profitieren können.

Der Eingang der Zentrale des Energiekonzerns Eon in Düsseldorf. Die Kursverluste der Aktie hält an. dpa

Der Eingang der Zentrale des Energiekonzerns Eon in Düsseldorf. Die Kursverluste der Aktie hält an.

Düsseldorf.Nach monatelanger Seitwärtsbewegung hat die Eon-Aktie nun ein neues Verkaufssignal ausgelöst. „Das nächste Kursziel liegt bei etwa elf Euro, was nochmals rund zehn Prozent Kursabschlag bedeutet“, sagt Dr. Hans-Dieter Schulz. Der Chartanalyst hat das Wertpapier des Energieversorgers unter die Lupe genommen (siehe Grafik). Sein Szenario „weiter fallende Kurse“ würde erst hinfällig, wenn der Titel die Marke von 12,50 Euro wieder überschreiten würde. Mit dieser Marke kämpft die Eon-Aktie aktuell.

Die einfachste Art, von weiter fallenden Kursen zu profitieren, sind Faktorzertifikate. Die gibt es beispielsweise auch ohne Hebel. Das Produkt der Commerzbank (WKN: CZ24JS) münzt die Kursverluste der Eon-Aktie quasi im Verhältnis 1:1 in Gewinne um. Für risikoreichere Anleger gibt es auch Faktorzertifikate mit verschiedenen, aber höheren Risiken, die bei Kursverlusten der Aktie steigen. Beispielsweise auch mit einem vierfachen Hebel (WKN: CZ6TPW).  Allerdings funktioniert das auch in die andere Richtung: Falls die Eon-Aktie wieder steigen sollte, fällt der Kurs des Zertifikates. Und die täglichen Verluste des Basiswertes werden dann mit dem Faktor vier multipliziert. 

Begriffe aus der Charttechnik

Widerstand- und Unterstützungslinien

Kann der Kursverlauf mehrmals einen bestimmten Kurs nicht überwinden entsteht eine Widerstandslinie. Wird der Widerstand durchbrochen entsteht ein Kaufsignal. Wird ein bestimmter Kurs mehrmals erreicht und nicht unterschritten, entwickelt sich eine Unterstützungslinie. Wird die Unterstützung durchbrochen, entsteht ein Verkaufssignal.

Auf- und Abwärtstrend

Ein Trend gibt die grundsätzliche Richtung eines Kursverlaufs an. Er wird bei steigenden Kursen als Aufwärtstrend, bei gleich bleibenden Kursen als Seitwärtstrend und bei fallenden Kursen als Abwärtstrend bezeichnet. Trends besitzen eine unterschiedliche Dauer. Zu unterscheiden sind hier der Primärtrend (langfristig), der Sekundärtrend (mittelfristig) und der Tertiärtrend (kurzfristig). Kann zusätzlich zur unteren Trendlinie eine parallele obere Trendlinie gezogen werden, entsteht ein Trendkanal.

Gleitende Durchschnitte

Gleitende Durchschnittslinien dienen der Kursglättung. Zu Bestimmung der Durchschnitte werden die Kurse für einen festen Zeitraum addiert und durch die Anzahl der Tage geteilt. Gängige Durchschnitte sind die 38-, 100- und 200-Tage-Linie. Je länger der gewählte Zeitraum ist, umso „glatter“ verlaufen die Durchschnittslinien.

Mit weniger Risiko können Anleger auch mit Hilfe von Reverse Bonusprodukten auf weiter fallende Kurse setzten. Im Gegenzug sind natürlich die Renditechancen deutlich geringer. Bei diesen Reserve-Zertifikaten erzielen Anleger eine Rendite, solange der Basiswert während der gesamten Laufzeit nicht über eine Sicherheitsschwelle steigt.  Bei dem Zertifikat von Goldman Sachs (WKN: GT5UR3) liegt diese Schwelle bei 15 Euro, die Laufzeit  des Derivates endet am 26. März 2014. Falls bis dahin der Eon-Kurs niemals auf 15 Euro steigt, erzielen Anleger eine Rendite von knapp acht Prozent.

Kommentare (2)

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Torro

28.06.2013, 14:29 Uhr

Das Lieblingssignal der Charttechniker ist das Fehlsignal. Einfache und profane Erklärung warum sie Unrecht hatten, hinterher, ex post natürlich, wenn die Investoren (sind die Theoretiker ja meist nicht) Geld verloren haben. Bei der Aufwärtsbewegung (im Artikel) hat Herr Schulz es ja schon prima benutzen können. Warten wir mal ab, wie das wird mit der prognostizierten Abwärtsbewegung: Entweder ex post Recht gehabt oder... ja, genau.

Commerzbang

28.06.2013, 16:54 Uhr

Den Hoppenstedt-Chartmist gibt es schon seit 50 Jahren für teuer Geld.
Die Redaktions-Individuen müßten längst reich sein, wenn an dem Chart-Hokuspokus etwas dran wäre, außer der Binsenweisheit, daß man es hinterher immer besser weis.
Ähnlich wie bei den Bauernregeln. Stimmt irgendwie meistens, man kann aber nichts damit anfangen.

Motto: Wenn Du was drauf hast, wirst Du reich, wenn nicht, berätst Du andere.

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