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07.06.2013

13:37 Uhr

Chartanalyse

Goldpreis stabilisiert sich

VonJürgen Röder

Nach dem Absturz während der vergangenen Wochen findet das gelbe Edelmetall aus charttechnischer Sicht nun langsam seinen Halt. Doch die Aussichten auf deutliche Kurssteigerungen sind ebenfalls begrenzt.

Goldbarren mit 24 Karat: Der Kurs für das Edelmetall hat auch charttechnischer Sicht nach dem Absturz im April einen Boden gefunden. Reuters

Goldbarren mit 24 Karat: Der Kurs für das Edelmetall hat auch charttechnischer Sicht nach dem Absturz im April einen Boden gefunden.

DüsseldorfGold könnte nach der ungewöhnlich steilen Talfahrt im April nun zunächst einen Boden gefunden haben. Diese Ansicht vertritt Charttechniker Frederik  Altmann. Für ihn erscheint das Erholungspotenzial dennoch begrenzt. „An die steile Aufwärtsbewegung bis auf das Rekordhoch über 1.920 US-Dollar je Unze wird das gelbe Metall kaum anknüpfen können“, sagt er.

Der Goldpreis hatte im April bei 1.321 US-Dollar ein erstes Zwischentief markiert und dieses in einem erneuten Test im Mai bis auf 1.338 Dollar gut halten können. (siehe Grafik) „Diese Unterstützungszone sollte dem Goldpreis als Boden dienen, zumal hier ein Tief von Ende 2010 bis Anfang 2011 gehalten wurde“ meint Altmann.

Im Gegenzug wird das Erholungspotenzial aber bereits durch eine starke Widerstandszone bei 1478 Dollar (jüngstes Reaktionshoch) bis 1522 Dollar gebremst. „Hier lag vor dem Kurseinbruch im April eine zentrale Unterstützung für den Goldpreis, die sich nun zum wichtigen Widerstand gewandelt hat“, erläutert Altmann.  In diesem Bereich bremst dann auch der aktuelle Abwärtstrend über wichtige Hochs seit Ende 2012.

Begriffe aus der Charttechnik

Widerstand- und Unterstützungslinien

Kann der Kursverlauf mehrmals einen bestimmten Kurs nicht überwinden entsteht eine Widerstandslinie. Wird der Widerstand durchbrochen entsteht ein Kaufsignal. Wird ein bestimmter Kurs mehrmals erreicht und nicht unterschritten, entwickelt sich eine Unterstützungslinie. Wird die Unterstützung durchbrochen, entsteht ein Verkaufssignal.

Auf- und Abwärtstrend

Ein Trend gibt die grundsätzliche Richtung eines Kursverlaufs an. Er wird bei steigenden Kursen als Aufwärtstrend, bei gleich bleibenden Kursen als Seitwärtstrend und bei fallenden Kursen als Abwärtstrend bezeichnet. Trends besitzen eine unterschiedliche Dauer. Zu unterscheiden sind hier der Primärtrend (langfristig), der Sekundärtrend (mittelfristig) und der Tertiärtrend (kurzfristig). Kann zusätzlich zur unteren Trendlinie eine parallele obere Trendlinie gezogen werden, entsteht ein Trendkanal.

Gleitende Durchschnitte

Gleitende Durchschnittslinien dienen der Kursglättung. Zu Bestimmung der Durchschnitte werden die Kurse für einen festen Zeitraum addiert und durch die Anzahl der Tage geteilt. Gängige Durchschnitte sind die 38-, 100- und 200-Tage-Linie. Je länger der gewählte Zeitraum ist, umso „glatter“ verlaufen die Durchschnittslinien.

Diese charttechnische Situation mit entsprechenden Zertifikaten umzusetzen, ist nicht einfach. Denn attraktive Bonusprodukte, die sich für eine Seitwärtsbewegung anbieten, gibt es nicht. Mit den meisten lassen sich keine vernünftige Renditen erzielen. Und die eine entsprechende Rendite bieten, haben ein sehr hohes Aufgeld. So lässt sich mit dem Bonuszertifikat der DZ Bank (WKN: DZ3G6E, Laufzeit bis Ende des Jahres) eine maximale Rendite von 19 Prozent erzielen, falls die Schwelle von 1200  Dollar während der gesamten Laufzeit nicht gerissen werden sollte. Doch das Produkt hat aktuell ein Aufgeld von mehr als 45 Prozent. Dieser Verlust käme hinzu, falls der Goldpreis unter die Sicherheitsschwelle fallen sollte.

Kommentare (7)

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Observer

06.06.2013, 18:37 Uhr

Analysiert man den heutigen Gold und Euroflash, so braucht man keine magische Glaskugel und auch kein irgendwie geartetes Analysetool, sondern nur seinen verstand um zu kapieren, dass sich da was extrem Massives zusammenbraut und zwar nicht in Europa, sondern ueber dem Atlantik!
Das Blatt wendet sich nach dem Prinzip des groessten Katastrophenpotentials! Lange ging die Strategie der Ablenkung auf, doch sie ist nicht von Dauer, wie alle Luegen!
Die naechsten Tage werden interessant, aber nur fuer den der nicht dem Mainstream folgt!

Account gelöscht!

07.06.2013, 14:20 Uhr

Was sich da zusammenbraut ist genau das Gleiche, was alle 5-7 Jahre kommt: Eine Wirtschaftskrise.

Der Wirtschaftszyklus nähert sich meiner Meinung nach langsam dem Ende. Einem nun fast 5 Jahre dauernden Aufschwung folgen dann wieder 2 schlechte Jahre und danach kommt der nächste Aufschwung.

pom_muc

07.06.2013, 15:24 Uhr

Knock-out-Zertifikate lassen in leicht manipulierbaren Märkten in denen den Großbanken Schwellwerte ihrer Kunden bekannt sind meistens die Bank gewinnen. Und lange Seitwärtstrends erkennt nur der Trader der sein Kapital am liebsten täglich mehrmals umschlagen würde.

Für den Normalanleger reicht die Frage ob Krisen für die nächsten Jahre unwahrscheinlich sind oder ob er jetzt beginnen soll in Gold zu sparen um noch 5% seines Vermögens außerhalb des Bankensystems zu haben.

Allerdings reicht die Weltfördermenge bekanntlich nicht aus dass auch nur 1% der Durchschnittsdeutschen diese 5% erreichen. Insofern ist "sparen" in Gold nicht massentauglich und wird daher nicht propagiert weil sonst eventuell Panik ausbrechen würde.

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