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02.04.2014

16:30 Uhr

Chartanalyse

Infineon-Aktie überwindet Lethargie

VonJürgen Röder

Infineon-Aktien geben wieder Gas: Nach einem interessanten Kursverlauf hat der Halbleiterhersteller seinen Korrekturkurs beendet. Analysten glauben sogar, dass die Aktie lange nicht erreichte Hochs erreichen kann.

Das Firmenlogo von Infineon: Die Aktien des Halbleiterunternehmens haben sich aus der Lethargie befreit. dpa

Das Firmenlogo von Infineon: Die Aktien des Halbleiterunternehmens haben sich aus der Lethargie befreit.

Düsseldorf„Alles in allem dürfte der Titel die Lethargie der letzten Jahre überwunden haben“, meint Chartanalyst Jörg Scherer. Der Titel, um den es geht, ist die Aktie des Chipherstellers Infineon. Seit dem Herbst 2010 bis Februar 2014 befand sich der Chart des Wertpapiers in einer Zone zwischen fünf Euro auf der Unter- und gut acht Euro auf der Oberseite.

„Diese Zone hat die Aktie per Monatsschlusskurs mittlerweile nach oben verlassen“, meint der Analyst der Düsseldorfer Bank HSBC Trínkaus und Burkhardt. Dadurch entstehe ein neues Kaufsignal, zumal gleichzeitig ein aufsteigendes Dreieck nach oben aufgelöst wurde.

Das aufsteigende Dreieck besteht aus der Aufwärtstrendlinie, die mit steigenden Notierungen Ende 2009 ihren Anfang nahm, und der Verbindungslinie aus den Hochpunkten bei acht Euro. Diese Linie konnte der Aktienkurs mehrmals nicht überwinden.

Begriffe aus der Charttechnik

Widerstand- und Unterstützungslinien

Kann der Kursverlauf mehrmals einen bestimmten Kurs nicht überwinden entsteht eine Widerstandslinie. Wird der Widerstand durchbrochen entsteht ein Kaufsignal. Wird ein bestimmter Kurs mehrmals erreicht und nicht unterschritten, entwickelt sich eine Unterstützungslinie. Wird die Unterstützung durchbrochen, entsteht ein Verkaufssignal.

Auf- und Abwärtstrend

Ein Trend gibt die grundsätzliche Richtung eines Kursverlaufs an. Er wird bei steigenden Kursen als Aufwärtstrend, bei gleich bleibenden Kursen als Seitwärtstrend und bei fallenden Kursen als Abwärtstrend bezeichnet. Trends besitzen eine unterschiedliche Dauer. Zu unterscheiden sind hier der Primärtrend (langfristig), der Sekundärtrend (mittelfristig) und der Tertiärtrend (kurzfristig). Kann zusätzlich zur unteren Trendlinie eine parallele obere Trendlinie gezogen werden, entsteht ein Trendkanal.

Gleitende Durchschnitte

Gleitende Durchschnittslinien dienen der Kursglättung. Zu Bestimmung der Durchschnitte werden die Kurse für einen festen Zeitraum addiert und durch die Anzahl der Tage geteilt. Gängige Durchschnitte sind die 38-, 100- und 200-Tage-Linie. Je länger der gewählte Zeitraum ist, umso „glatter“ verlaufen die Durchschnittslinien.

Ein aufsteigendes Dreieck ist aus charttechnischer Sicht ein Kursmuster mit grundsätzlich konstruktivem Grundton; der Durchbruch Richtung Norden ist in diesem Fall eine Bestätigung des Aufwärtstrends. Damit wurde die Korrekturphase zu den Akten gelegt.

Der Chart der Infineon-Aktie hat einen interessanten Kursverlauf hinter sich: Vom Tiefpunkt 38 Cent Anfang 2009 ist der Anteilsschein noch im gleichen Jahr auf rund vier Euro gestiegen. V-Umkehr nennen Charttechniker solch eine Kursentwicklung.

Das rechnerische Kursziel der Aktie liegt nach dem Ausbruch aus der langjährigen Seitwärtsbewegung bei rund elf Euro. „Perspektivisch kann die Aktie sogar die Hochs der Jahre 2007 und 2003 erreichen“, erläutert Scherer. Diese liegen bei 12,15 sowie 12,64 Euro.

Anleger können nach Ansicht des technischen Analysten einen Stopp ihrer Investments bei 8,31 beziehungsweise 7,99 Euro setzen, die Ausbruchsmarken der Seitwärtsbewegung. „Dadurch ergibt sich ein attraktives Chance-Risiko-Verhältnis“, meint Scherer.

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