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08.06.2013

13:18 Uhr

Chartanalyse

„Rücksetzer beim Dax ist gesund“

VonJürgen Röder

Der deutsche Leitindex  hat in nur einem Monat um mehr als 1100 Punkte zugelegt. Aus charttechnischer Sicht ist der nun folgende Rückgang wünschenswert. Die passenden Produkte für die jeweiligen Szenarien.

Zwei kleine Plastikbullen vor der Anzeigetafel für den Dax in der Börse in Frankfurt. dpa

Zwei kleine Plastikbullen vor der Anzeigetafel für den Dax in der Börse in Frankfurt.

DüsseldorfFür Frederik Altmann hat der Dax erwartungsgemäß sein Rekordhoch geknackt und bewegt sich im intakten Aufwärtstrend weiter nach oben. „Der Leitindex konnte am Rekordhoch nochmal neue Fahrt aufnehmen und eilte von Hoch zu Hoch, wie es der Nebenwerteindex MDax vorgemacht hat“, sagt der Chartanalyst. Allerdings ging ihm die Aufwärtsbewegung um über 1100 Punkte in nur einem Monat zu schnell. Altmann: „Ein Rücksetzer wäre gesund, damit der Markt neue Kraft im langfristig positiven Trend schöpfen kann.“ Dies sollte die Grundlage für einen neuen Anstieg sein.

Dieser Rückgang sollte nach Meinung von Altmann den Dax mindestens noch einmal auf sein altes Rekordhoch bei 8152 Punkten drücken, das nun eine wichtige Unterstützung bietet. Diese Marke hat das deutsche Börsenbarometer am vergangenen Donnerstag erreicht.

Begriffe aus der Charttechnik

Widerstand- und Unterstützungslinien

Kann der Kursverlauf mehrmals einen bestimmten Kurs nicht überwinden entsteht eine Widerstandslinie. Wird der Widerstand durchbrochen entsteht ein Kaufsignal. Wird ein bestimmter Kurs mehrmals erreicht und nicht unterschritten, entwickelt sich eine Unterstützungslinie. Wird die Unterstützung durchbrochen, entsteht ein Verkaufssignal.

Auf- und Abwärtstrend

Ein Trend gibt die grundsätzliche Richtung eines Kursverlaufs an. Er wird bei steigenden Kursen als Aufwärtstrend, bei gleich bleibenden Kursen als Seitwärtstrend und bei fallenden Kursen als Abwärtstrend bezeichnet. Trends besitzen eine unterschiedliche Dauer. Zu unterscheiden sind hier der Primärtrend (langfristig), der Sekundärtrend (mittelfristig) und der Tertiärtrend (kurzfristig). Kann zusätzlich zur unteren Trendlinie eine parallele obere Trendlinie gezogen werden, entsteht ein Trendkanal.

Gleitende Durchschnitte

Gleitende Durchschnittslinien dienen der Kursglättung. Zu Bestimmung der Durchschnitte werden die Kurse für einen festen Zeitraum addiert und durch die Anzahl der Tage geteilt. Gängige Durchschnitte sind die 38-, 100- und 200-Tage-Linie. Je länger der gewählte Zeitraum ist, umso „glatter“ verlaufen die Durchschnittslinien.

Etwas tiefer liegt auch eine erste Korrekturmarke nach Fibonacci, der aufgrund von mathematischen Berechnungen aus der jüngsten steilen Aufwärtsbewegung Rückzugniveaus bestimmt, als weiterer Halt. Ein nächstes Korrekturziel nach dieser Theorie liegt bei knapp 8000 Punkten. „Diese Marke bietet auch eine psychologische Unterstützung und könnte, ohne einen längerfristigen technischen Schaden anzurichten, nochmals getestet werden“, sagt Altmann. Für ihn wäre diese  Bewegung technisch sogar gesund. „Das positive Gesamtbild des Index würde erst unter 7600 Punkten gestört werden“, erläutert er.

Als Ziel nach oben im intakten Aufwärtstrend steht zunächst das neue Rekordhoch bei rund 8558 Punkten. Darüber hinaus scheinen 8800 Punkten aus einer mathematischen Berechnung („Fibonacci-Extension“) hergeleitet gut möglich.

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

06.06.2013, 17:51 Uhr

Wir reden bei Börsenkursen von wirtschaftlichen Zusammenhängen, Zufallsereignissen und etwas Glaube bzw. Hoffnung.

Charttechnik ist hingegen reinste Kaffeesatzleserei - auschliesslich deskriptiv. Das ganze pseudowissenschaftliche Fibonacci-Drumherum erinnert an Schwarze Magie.

Ich habe noch nie gehört, daß durch diesen Unfug jemand richtig lag. Nur die Charttechniker verdienen ihr Geld damit.

HandelsblattROCKS

08.06.2013, 13:48 Uhr

Mit welch qualitativ-hochwertigen Aussagen das Handelsblatt wirtschaftsjournalistisch punktet ist schon beachtenswert!

Statt zu analysieren gibt man allzu gern einfach nur irgendwelche Aussagen unreflektiert wieder und widerspricht sich dabei trefflich selbst. Danke Handelsblatt, danke für ziel- und nutzlose Statements wie diese:

"Rücksetzer beim Dax ist gesund" 08.06.2013
"Dax zündet späte Rakete" 07.06.2013
"Dax rettet Mini-Gewinn ins Ziel" 04.06.2013
"Dax gibt wieder Gas" 04.06.2013

Wie konnte es nur soweit kommen?

Account gelöscht!

08.06.2013, 17:46 Uhr

Statt auf die Charttechnik zu setzen kann man besser zur Pferderennbahn gehen und auf ein ordentliches Pferd setzen. Das macht mehr Spaß und man bekommt schön was von der Atmosphäre mit. Dagegen kann so ein langweiliges Zertifikat einfach nur einpacken. Langfristig auf eine bestimmte DAX-Bandbreite zu wetten ist in etwa so, als wenn man Geld nur gewinnt, wenn zwischen den Monaten Mai und August die Temperaturen tagsüber nicht unter 12 Grad fallen dürfen, allerdings aber auch nicht über 30 Grad steigen. Aber vielleicht kommt ja irgendein Emittent auch bald auf so eine Idee.

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