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04.03.2014

13:02 Uhr

Chartanalyse

Schwarzes Gold mit Kursphantasie

VonJürgen Röder

Charttechnisch steht Brent-Öl vor einer Entscheidung. Der Kurs der Nordseesorte könnte in der nächsten Zeit deutlich steigen. Das positive Szenario wird auch von saisonalen Überlegungen gestützt.

Erdöl wird mit Hilfe eines Tiefpumpenantriebes ("Pferdekopf") gefördert: Der Preis für das Brent-Öl ist in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen - und hat noch weiteres Potenzial. dpa

Erdöl wird mit Hilfe eines Tiefpumpenantriebes ("Pferdekopf") gefördert: Der Preis für das Brent-Öl ist in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen - und hat noch weiteres Potenzial.

Düsseldorf.Der Preis für Brent-Öl ist seit Mitte des vergangenen Jahres zwar schon deutlich angestiegen – von 75 US-Dollar auf mittlerweile über 110 US-Dollar. Das schwarze Gold hat aber aus technischer Sicht durchaus noch gute Chancen auf mehr. „Charttechnisch steht Brent-Öl vor einer Entscheidung“, meint Chartexperte Frederik Altmann. Für ihn hat die Nordseesorte gute Chancen auf einen erneuten, nachhaltigen Ausbruch nach oben.

Der Chart, gebildet aus dem (kontinuierlich dargestellten) Terminkontrakt (Future), hat in den vergangenen Monaten ein sogenanntes steigendes Dreieck gebildet. Die steigende Linie beginnt mit dem Tief aus dem Juni 2013, als der Preis bei 75 US-Dollar notierte, und wird von den weiteren Tiefständen im Zuge des anschließenden Aufwärtstrends gebildet – zuletzt im Februar 2014 bei rund 106 US-Dollar.

Begriffe aus der Charttechnik

Widerstand- und Unterstützungslinien

Kann der Kursverlauf mehrmals einen bestimmten Kurs nicht überwinden entsteht eine Widerstandslinie. Wird der Widerstand durchbrochen entsteht ein Kaufsignal. Wird ein bestimmter Kurs mehrmals erreicht und nicht unterschritten, entwickelt sich eine Unterstützungslinie. Wird die Unterstützung durchbrochen, entsteht ein Verkaufssignal.

Auf- und Abwärtstrend

Ein Trend gibt die grundsätzliche Richtung eines Kursverlaufs an. Er wird bei steigenden Kursen als Aufwärtstrend, bei gleich bleibenden Kursen als Seitwärtstrend und bei fallenden Kursen als Abwärtstrend bezeichnet. Trends besitzen eine unterschiedliche Dauer. Zu unterscheiden sind hier der Primärtrend (langfristig), der Sekundärtrend (mittelfristig) und der Tertiärtrend (kurzfristig). Kann zusätzlich zur unteren Trendlinie eine parallele obere Trendlinie gezogen werden, entsteht ein Trendkanal.

Gleitende Durchschnitte

Gleitende Durchschnittslinien dienen der Kursglättung. Zu Bestimmung der Durchschnitte werden die Kurse für einen festen Zeitraum addiert und durch die Anzahl der Tage geteilt. Gängige Durchschnitte sind die 38-, 100- und 200-Tage-Linie. Je länger der gewählte Zeitraum ist, umso „glatter“ verlaufen die Durchschnittslinien.

Auf diesen Trend sind die Kurse aktuell noch einmal zurückgefallen und könnten sich erneut nach oben abstoßen. Die Horizontale des Dreiecks liegt bei 113 US-Dollar. An dieser Marke ist der Ölpreis bereits zwei Mal abgeprallt. „Solche Chartformationen werden regelmäßig nach oben verlassen“, erläutert Altmann.

Dieses positive Szenario wird nach Meinung des Chartexperten auch von saisonalen Überlegungen gestützt: Rohöl-Futures neigen von Anfang März bis Mitte Mai wie dann auch im August/September saisonal zur Stärke. Sollte die Horizontale bei 113 US-Dollar überwunden werden, ergibt sich für Altmann ein längerfristiges Kursziel im Bereich der Hochs vom Juli 2008 bei 150 Dollar.  

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