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03.10.2013

11:20 Uhr

Chartanalyse

TecDax - der Star unter den Indizes

VonJürgen Röder

Der Technologieindex TecDax eilt von Rekordhoch zu Rekordhoch - und lässt in Sachen Performance Dax und MDax weit hinter sich. Diese Rally dürfte laut Charttechnik weitergehen. Anleger reiben sich schon die Hände.

Blick auf das Parkett der Deutschen Börse in Frankfurt: Der TecDax dürfte nach Meinung der Charttechnik weiter steigen. dpa

Blick auf das Parkett der Deutschen Börse in Frankfurt: Der TecDax dürfte nach Meinung der Charttechnik weiter steigen.

DüsseldorfNicht der Dax oder sein „kleiner Bruder“ MDax, sondern der Technologieindex TecDax hat im innerdeutschen Vergleich die Führung übernommen. In den vergangenen sechs Monaten beispielsweise ist der TecDax  um mehr als 15 Prozent gestiegen. Der MDax hingegen konnte „nur“ um rund zwölf,  der Dax sogar „nur“ um acht Prozent zulegen. Börsianer nennen das relative Stärke. „Die dürfte sich zugunsten des TecDax auch in den kommenden Monaten fortsetzen“, meint Charttechniker Christian Henke.

Der Technologieindex, der am Mittwoch dieser Woche mit 1095 Zählern ein neues Rekordhoch markierte, hat bereits im August 2013 seine markanten Zwischenhochs aus dem Jahr 2007 bei 1016/1011 Punkten auf Schlusskursbasis signifikant überwunden (siehe Chart). „Dadurch wurde auf Wochenbasis ein neues Kaufsignal generiert“, erläutert Henke. Aber auch auf den anderen Zeitebenen, auf Tages- und Monatsbasis, stehen nach Meinung des Chartanalysten die „technischen Ampeln auf Grün“. Henke nennt als mittelfristiges Kursziel 1320 Punkte. „In diesem Bereich liegt die obere Trendlinie des aus dem Jahr 2002 stammenden Aufwärtstrendkanals“, lautet seine Erklärung.

Begriffe aus der Charttechnik

Widerstand- und Unterstützungslinien

Kann der Kursverlauf mehrmals einen bestimmten Kurs nicht überwinden entsteht eine Widerstandslinie. Wird der Widerstand durchbrochen entsteht ein Kaufsignal. Wird ein bestimmter Kurs mehrmals erreicht und nicht unterschritten, entwickelt sich eine Unterstützungslinie. Wird die Unterstützung durchbrochen, entsteht ein Verkaufssignal.

Auf- und Abwärtstrend

Ein Trend gibt die grundsätzliche Richtung eines Kursverlaufs an. Er wird bei steigenden Kursen als Aufwärtstrend, bei gleich bleibenden Kursen als Seitwärtstrend und bei fallenden Kursen als Abwärtstrend bezeichnet. Trends besitzen eine unterschiedliche Dauer. Zu unterscheiden sind hier der Primärtrend (langfristig), der Sekundärtrend (mittelfristig) und der Tertiärtrend (kurzfristig). Kann zusätzlich zur unteren Trendlinie eine parallele obere Trendlinie gezogen werden, entsteht ein Trendkanal.

Gleitende Durchschnitte

Gleitende Durchschnittslinien dienen der Kursglättung. Zu Bestimmung der Durchschnitte werden die Kurse für einen festen Zeitraum addiert und durch die Anzahl der Tage geteilt. Gängige Durchschnitte sind die 38-, 100- und 200-Tage-Linie. Je länger der gewählte Zeitraum ist, umso „glatter“ verlaufen die Durchschnittslinien.

Abgesichert sei der Chart durch die ehemaligen Höchststände bei 1016/1011 Punkten. Knapp darunter befinden sich gleich ein Bündel von Unterstützungen: Die horizontale Trendgerade bei 938 Zählern, der steigende 40-Wochen-Durchschnitt bei 950 Punkten sowie der seit März 2009 intakten Aufwärtstrend bei aktuell 920 Zählern.

Vom TecDax profitieren können Anleger direkt über Indexzertifikate, die mehrere Emittenten auf dne Markt gebracht haben. Diese bilden die Wertentwicklung des Börsenbarometers im Verhältnis 1:1 nach. Produkte mit Teilschutz wie Bonuszertifikate bieten aktuell kein attraktives Chance-Risikoprofil für das Chartszenario, offenbar hinkt das Angebot der Banken der aktuellen Kursentwicklung hinterher.

Umfangreich ist aber das Angebot an Hebelprodukten auf den TecDax. Allerdings hebeln diese natürlich auch mögliche Kursrückgänge.  Es gibt aber auch Produkte, deren Risiko nur leicht über dem eines Indexzertifikates liegen. Beispielsweise der Turbo Knock Out (WKN CG7WWV) von der US-Bank Citi. Der hat derzeit einen Hebel mit dem Faktor 1,26. Falls der TecDax auf 234 Punkte fallen sollte, ist das komplette Investment wertlos. Aber einen Rückgang von 78 Prozent sollten Anleger auf gar keinen Fall zulassen.

Christian Henke ist freier Charttechniker und Mitglied in der Vereinigung Technischer Analysten Deutschlands. (VTAD )

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