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25.07.2013

15:25 Uhr

Chartanalyse

Trendwende in Japan?

VonJürgen Röder

In der Vergangenheit waren steigende Kurse beim japanischen Nikkei 225 nach dem Allzeittief im März 2009 nur ein Strohfeuer, das schnell in sich zusammenbrach. Doch nun sieht der Chart „sehr konstruktiv“ aus.

Bild von der Börse in Tokio: Der dortige Leitindex Nikkei profitiert vom Ausgang der Parlamentswahlen in Japan. dpa

Bild von der Börse in Tokio: Der dortige Leitindex Nikkei profitiert vom Ausgang der Parlamentswahlen in Japan.

DüsseldorfIm Land der aufgehenden Sonne herrscht Börseneuphorie. Nach dem Sieg der Regierungskoalition bei der Oberhauswahl in Japan vom vergangenen Sonntag hoffen Anleger, dass Regierungschef Shinzo Abe nun seine angestrebten Reformen wie angekündigt umsetzen kann. Er kündigte noch in der Wahlnacht an, er wolle die Wirtschaft in Schwung bringen und die Spirale aus fallenden Preisen und sinkenden Investitionen brechen.

In der Vergangenheit waren steigende Kurse beim Nikkei meistens nur ein Strohfeuer, das schnell in sich zusammenbrach. Doch aus Sicht der Charttechnik sieht der japanische Leitindex Nikkei 225 zumindest sehr konstruktiv aus. „Geht der Nikkei am Ende dieses Monats mit mindestens 14.260 Punkten aus dem Handel, ist der Trendwechsel gelungen“, meint Chartanalyst Christian Henke, der den Index genauer unter die Lupe genommen hat. Derzeit notiert der Nikkei-Index bei rund 14.730 Zählern.

Begriffe aus der Charttechnik

Widerstand- und Unterstützungslinien

Kann der Kursverlauf mehrmals einen bestimmten Kurs nicht überwinden entsteht eine Widerstandslinie. Wird der Widerstand durchbrochen entsteht ein Kaufsignal. Wird ein bestimmter Kurs mehrmals erreicht und nicht unterschritten, entwickelt sich eine Unterstützungslinie. Wird die Unterstützung durchbrochen, entsteht ein Verkaufssignal.

Auf- und Abwärtstrend

Ein Trend gibt die grundsätzliche Richtung eines Kursverlaufs an. Er wird bei steigenden Kursen als Aufwärtstrend, bei gleich bleibenden Kursen als Seitwärtstrend und bei fallenden Kursen als Abwärtstrend bezeichnet. Trends besitzen eine unterschiedliche Dauer. Zu unterscheiden sind hier der Primärtrend (langfristig), der Sekundärtrend (mittelfristig) und der Tertiärtrend (kurzfristig). Kann zusätzlich zur unteren Trendlinie eine parallele obere Trendlinie gezogen werden, entsteht ein Trendkanal.

Gleitende Durchschnitte

Gleitende Durchschnittslinien dienen der Kursglättung. Zu Bestimmung der Durchschnitte werden die Kurse für einen festen Zeitraum addiert und durch die Anzahl der Tage geteilt. Gängige Durchschnitte sind die 38-, 100- und 200-Tage-Linie. Je länger der gewählte Zeitraum ist, umso „glatter“ verlaufen die Durchschnittslinien.

Henkes Ziel für den Nikkei wäre dann die waagerechte Trendlinie bei 18.300 Punkten, die ihren Ursprung im Jahr 1992 hat. (siehe Grafik). Nach unten sichern die Widerstandslinie bei 11.800 Punkten sowie der steigende 200-Tage-Durchschnitt bei 11.610 Punkten ab. Sollte der Index unter diese Marken fallen, wäre das positive Szenario hinfällig.

Die einfachste Methode auf einen steigenden Nikkei zu setzen, sind Indexzertifikate, die Anstiege und Verluste eins zu eins nachvollziehen. Anleger sollten darauf achten, währungsgesicherte Produkte zu kaufen. Denn ein Großteil der Börsenhausse in Japan beruht darauf, den Export der eigenen Waren über einen preiswerteren Yen gegenüber anderen Währungen zu steigern. Und falls der Euro gegenüber dem Yen weiter steigen sollte, müssen Anleger bei nicht währungsgesicherten Produkten Abstriche bei der Rendite machen. Dies gilt natürlich auch für japanische Aktien.

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